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Kein Schuss in den Ofen

Passende Auszubildende finden mit guter Nachwuchswerbung

Sobald die Verträge mit dem neuen Azubi unter Dach und Fach sind, ist es eigentlich schon längst wieder an der Zeit, sich um den Nachwuchs für das nächste Jahr zu kümmern. Denn angesichts sinkender Schülerzahlen, einem Trend zu Hochschulabschlüssen und der starken Konkurrenz um Fachkräfte sind Schnelligkeit und Ideen gefragt. Nur die wenigsten Betriebe werden heute von Schülern belagert, die unbedingt einen Ausbildungsplatz im Handwerk wollen. Es ist eher umgekehrt: Die Betriebe müssen auf sich aufmerksam machen und um Nachwuchs werben.

Nutzen Sie dafür die Lehrstellen- und Praktikumsbörse der Handwerkskammer Konstanz oder tragen Sie ihre freien Lehrstellen in der Jobbörse der Arbeitsagentur ein. Sie müssen sich hierzu einfach bei der Jobbörse registrieren und können der Arbeitsagentur bei Bedarf auch direkt einen Vermittlungsauftrag erteilen. Hinweise finden Sie auch im Jobbörsen-Flyer der Arbeitsagentur . Die Imagekampagne des Handwerks bietet zahlreiche Materialien an, die Sie gratis zur Nachwuchswerbung nutzen können.

Die beste Chance, sich als Betrieb gut zu präsentieren, ist ein Praktikum. Damit alles reibungslos abläuft, ist nicht nur eine gute inhaltliche und zeitliche Planung des Praktikums essenziell. Auch die Kenntnis und Einhaltung gesetzlicher und versicherungsrechtlicher Regelungen sind wichtig für den reibungslosen Ablauf und einen erfolgreichen Abschuss eines Praktikums in Ihrem Betrieb.

Gesetzliche und versicherungsrechtliche Regelungen für ein Praktikum

Schülerbetriebspraktikum (Schulveranstaltung)Praktikum für Jugendliche,
die keine Schule besuchen
SozialversicherungWährend eines Praktikums sind keine Beiträge für Kranken-, Arbeitslosen-, Renten und Pflegeversicherung zu entrichten.Sofern kein Arbeitsentgelt bezahlt
wird, sind keine Beiträge für Kranken-,
Arbeitslosen-, Renten- und Pflegeversicherung zu entrichten.*
Versicherung bei KörperschädenSchülerpraktikanten/-innen stehen laut SGB VII unter dem Schutz der gesetzlichen Schülerunfallversicherung. Die gesetzliche Unfallversicherung übernimmt Behandlungs-
und eventuelle Folgekosten, sofern
weder Vorsatz noch grobe Fahrlässigkeit vorliegen.
Praktikanten/-innen, die während des
Praktikums keine Schule besuchen, sind arbeitnehmerähnlich und gesetzlich unfallversichert. Zuständig bei Eintritt eines Versicherungsfalls ist die jeweilige Fachberufsgenossenschaft.
Versicherung bei SachschädenDie gesetzliche Schülerunfallversicherung
greift nur bei Körperschäden. Ergänzend kann eine Freiwillige Schüler-Zusatzversicherung
für Sachschäden abgeschlossen
werden.
s. o.
HaftpflichtversicherungDie Schule stellt vor Beginn des Praktikums sicher, dass bei dem/der Schüler/-in eine
Haftpflichtversicherung besteht.
Es besteht keine gesetzliche Haftpflichtversicherung. Entsprechend sollten Sie vor Beginn des Praktikums klären, über wessen Versicherung verursachte Sach-,
Vermögens- oder Körperschäden abgewickelt werden. In Frage kommen die Versicherung des Betriebes oder der Eltern.

* Fragen Sie Ihre zuständige Krankenkasse bzw. zuständigen (Sozial-) Versicherungsträger zu Einzelfallentscheidungen.


Schüler- und Betriebspraktikum
Wochenarbeitszeit
  • Für Schüler/-innen bis 15 Jahre: höchstens 7 Stunden/Tag und 5 Tage/Woche bzw. höchstens 35 Stunden/Woche.
  • Für Schüler/-innen über 15 Jahre: höchstens 8 Stunden/Tag und 5 Tage/Woche bzw. 40 Stunden/Woche.
  • Die Angaben beziehen sich auf die reine Arbeitszeit – Pausen sind hier noch nicht eingerechnet.
Arbeitszeit
  • Generell darf die Arbeitszeit morgens nicht vor 6 Uhr beginnen, abends nicht länger als 20 Uhr dauern.
  • Samstags, sonntags und feiertags darf laut JArbSChG nicht gearbeitet werden.
  • Für manche Branchen wie Gaststätten oder landwirtschaftliche Betriebe gibt es Ausnahmen.
PausenFür Jugendliche (JArbSchG) gilt: Bei einer Arbeitszeit von 4,5 bis 6 Stunden: mindestens 30 Minuten Ruhepause. Bei einer Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden: mind. 60 Minuten Ruhepause. Erste Pause spätestens nach 4,5 Stunden.
Art der TätigkeitSchüler/-innen dürfen nur mit leichten und für sie geeigneten Tätigkeiten beschäftigt werden.
Grundsätzlich verbotenAkkordarbeit und tempoabhängige Arbeiten und Arbeitsaufträge, die zu schwer oder zu gefährlich sind, sind grundsätzlich verboten.
UnterweisungVor Beginn einer Beschäftigung ist eine Unterweisung erforderlich. Diese sollte über Unfall- und Gesundheitsgefahren aufklären sowie Maßnahmen beinhalten, wie diese Gefahren vermieden werden können. Es ist empfehlenswert, eine Unterweisung schriftlich festzuhalten und von Praktikanten/-innen unterschreiben zu lassen.
AufsichtEine Aufsicht durch eine fachkundige, erwachsene Person ist sicherzustellen.
Persönliche SchutzausrüstungEs muss sichergestellt werden, dass Praktikanten/-innen die für bestimmte Tätigkeiten erforderliche persönliche Schutzausrüstung tragen.
Auflagen GesundheitsamtPraktikanten/-innen, die im Rahmen des Praktikums mit Lebensmitteln umgehen, benötigen eine Belehrung durch das Gesundheitsamt. An der Belehrung darf maximal drei Monate vor Beginn des Praktikums teilgenommen worden sein.
Betriebliche Schweigepflicht / DatengeheimnisAuch Praktikanten/-innen unterliegen der Betrieblichen Schweigepflicht. Sofern Praktikanten/-innen Zugang zu Daten haben, die unter das Datenschutzgesetz fallen, sind sie auf die Schweigepflicht hinzuweisen und schriftlich dazu zu verpflichten.
MindestlohngesetzDie Arbeiten im Rahmen eines Praktikums sollen Jugendlichen einen Einblick in die Tätigkeiten und Abläufe des Praktikumsberufs geben. Eine Vergütung ist nicht vorgesehen. Praktikumsverhältnisse in der Berufsorientierungsphase vor Aufnahme einer Ausbildung sind nicht mindestlohnpflichtig.

Die Arbeitsagentur bietet mit der "Assistierten Ausbildung" (AsA) Hilfestellung an. Jugendliche ohne oder mit schwachem Schulabschluss, Jugendliche mit Migrationshintergrund – sie alle haben oft mehr drauf, als es auf den ersten Blick scheint. Die AsA unterstützt während Sie diese jungen Menschen in Ihrem Betrieb ausbilden, durch extra beauftragte Bildungsträger. Die Kosten werden durch die Arbeitsagenturen übernommen. Genauere Informationen sind in einem Flyer zur "Assistierten Ausbildung" zu finden.

Finden Sie auch auf den Bildungs- und Berufsmessen der Region Ihre zukünftigen Auszubildenden.

Gute Möglichkeiten, frühzeitig mit Nachwuchstalenten in Kontakt zu kommen, bieten beispielsweise auch Bildungspartnerschaften mit Schulen, das Angebot von Schnupperpraktika, die Präsenz auf Ausbildungsmessen und vieles mehr. Auch ein Eintrag in unsere Lehrstellen- und Praktikumsbörse ist bereits sinnvoll.

bergmann

Marina Bergmann

Bildung und Ausbildungsberatung
Nachwuchswerbung

Webersteig 3
78462 Konstanz
Tel. 07531 205-389
Fax 07531 205-6389
marina.bergmann.bua--at--hwk-konstanz.de

grundler

Maria Grundler

Bildung und Ausbildungsberatung
Beratung / Projekt MeisterPOWER

Webersteig 3
78462 Konstanz
Tel. 07531 205-252
Fax 07531 205-6252
maria.grundler--at--hwk-konstanz.de