Handwerkskammer Konstanz

Flüchtlinge und Handwerk

Die Handwerkskammer Konstanz vermittelt

Sie wollen einen Flüchtling beschäftigen? Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten Ihnen dabei offenstehen und an wen Sie sich bei Fragen wenden können.

Die erste Anlaufstelle für Handwerksbetriebe, um Unterstützung im bürokratischen Ablauf zu bekommen, ist die Handwerkskammer Konstanz. Marina Mauch koordiniert das Thema „Flüchtlinge und Handwerk“. Bei der Juristin laufen alle Anfragen zusammen, sie beantwortet Fragen oder vermittelt an die richtigen Ansprechpersonen.

Jeder Betrieb, der grundsätzlich Interesse hat, einen jungen Flüchtling aufzunehmen, ob als Praktikant oder mittelfristig auch als Auszubildenden bzw. Mitarbeiter, kann sich bei der Handwerkskammer Konstanz melden. Ein entsprechendes Formular steht hier zum Download bereit. Bei Fragen hilft Marina Mauch .

Kümmerer beraten Flüchtlinge und Betriebe

In den Regionen Schwarzwald-Baar und Tuttlingen erhalten Flüchtlinge bei der Suche nach einer beruflichen Perspektive gezielte Unterstützung von den Kümmerern Mustafa Mohammad, Tel. 07461-9290-45, mohammad@bbt-tut.de , und Martina Ruf, Tel. 07461-9290-70, ruf@bbt-tut.de . Sie begleiten Flüchtlinge auf dem Weg in eine duale Ausbildung und beraten Betriebe bei der Integration.

Die Kümmerer sind Teil des landesweiten Projekts "Integration durch Ausbildung", das in den Landkreisen Tuttlingen und im Schwarzwald-Baar-Kreis von der Handwerkskammer Konstanz, der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg und der Beruflichen Bildungsstätte Tuttlingen gemeinsam umgesetzt wird.

Im Landkreis Rottweil ist Ingrid Ritter, Tel. 0741-94236-75, ritter.ingrid@biwe-bbq.de , Ansprechpartnerin für Flüchtlinge und Handwerksbetriebe.



Die Einstiegsqualifizierung

Die betriebliche Einstiegsqualifizierung (EQ) ist eine Art Langzeitpraktikum von sechs bis zwölf Monaten Dauer. Gedacht ist es zum Beispiel für Ausbildungsuchende, die noch nicht in vollem Umfang über die erforderliche Ausbildungsbefähigung verfügen. In dieser Zeit sollen die Grundlagen für den Erwerb beruflicher Handlungsfähigkeit vermittelt werden. Ziel ist eine anschließende Übernahme in Ausbildung. Die EQ-Vergütung wird bis zur Höhe von 231 Euro monatlich bezuschusst. Außerdem erhält der Arbeitgeber einen pauschalierten Anteil am durchschnittlichen Gesamtsozialversicherungsbeitrag. Im Bedarfsfall werden auch ausbildungsbegleitende Hilfen gewährt.

Das neue Integrationsgesetz

Mit dem neuen Integrationsgesetz soll die Beschäftigung von Flüchtlingen erleichtert und ihre Integration vorangetrieben werden. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

Zugang zum Arbeitsmarkt

Bislang bekam ein Asylsuchender erst mit der langwierigen Stellung eines Asylantrags eine Aufenthaltsgestattung. Nach der neuen Regelung erhält der Asylsuchende die Gestattung schon wesentlich früher mit der Ausstellung des Ankunftsnachweises.

Integrationskurs

Flüchtlinge sollen schneller Sprache und Kultur kennen lernen. Bisher konnten nur Menschen mit einem Aufenthaltstitel am Integrationskurs teilnehmen, nun steht er auch für Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive offen. Entscheidend für den Status sind die Herkunftsländer. Eine gute Bleibeperspektive haben derzeit Flüchtlinge aus dem Iran, Irak, Syrien und Eritrea.

Fördermöglichkeiten

Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive gehören jetzt zum förderungsfähigen Personenkreis und können in der Ausbildung zum Beispiel ausbildungsbegleitende Hilfen erhalten.

Ausbildung

Die für Handwerksbetriebe relevanteste Neuerung ist die Einführung der „3+2 Regelung“. Danach hat ein Auszubildender grundsätzlich Anspruch auf Beendigung der Ausbildung und kann danach noch zwei Jahre im Betrieb weiterarbeiten – unabhängig von seinem Alter. Zuvor war dies nur bis zum 21. Lebensjahr möglich und musste von Jahr zu Jahr neu beantragt werden, sodass immer das Risiko einer Abschiebung bestand. Aber aufgepasst: Der Betrieb muss bei Abbruch oder Wechsel der Ausbildung innerhalb einer Woche die zuständige Behörde informieren, sonst droht ein Bußgeld.



Beschäftigung von geflüchteten Menschen im Überblick
Handwerkskammer Konstanz (Stand August 2016)

Flüchtlinge und Handwerk im Kammerbezirk Konstanz

Ahmad Bagheri lernt bei Schreiber's Top von der Auszubildenden Corina Berger.
Handwerkskammer Konstanz
Ahmad Bagheri lernt bei Schreiber's Top von der Auszubildenden Corina Berger.





Zum Abschluss des Projekts PerjuF absolvieren Flüchtlinge Praktika in Handwerksbetrieben der Region. Das neue Integrationsgesetz erleichtert eine anschließende Ausbildung und Beschäftigung.

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Kann wieder optimistisch in die Zukunft schauen: In Syrien hat Basel Alabdullah neben dem Studium an Autos gebastelt, jetzt wird er bei der VAZ GmbH in Villingen zum Kfz-Mechatroniker ausgebildet.
Handwerkskammer Konstanz
Kann wieder optimistisch in die Zukunft schauen: In Syrien hat Basel Alabdullah neben dem Studium an Autos gebastelt, jetzt wird er bei der VAZ GmbH in Villingen zum Kfz-Mechatroniker ausgebildet.



Die Handwerkskammerspitze erhält im Schwarzwald-Baar-Kreis Einblick in den Betriebsalltag von Flüchtlingen, die eine Handwerksausbildung begonnen haben.

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Momodou Saye (links) und Sanna York (3. von links) ins Team einzubinden, ist Dagmar und Christoph Rixen wichtig. In dem Dachdecker- und Zimmereibetrieb absolvieren die beiden Flüchtlinge aus Gambia ein Einstiegs-Qualifizierungsjahr als Vorbereitung zur Ausbildung.
Gaby Hotz
Momodou Saye (links) und Sanna York (3. von links) ins Team einzubinden, ist Dagmar und Christoph Rixen wichtig. In dem Dachdecker- und Zimmereibetrieb absolvieren die beiden Flüchtlinge aus Gambia ein Einstiegs-Qualifizierungsjahr als Vorbereitung zur Ausbildung.



Der Dachdeckerbetrieb Rixen in Moos bietet zwei Flüchtlingen die Chance, über das Einstiegsqualifizierungsjahr die Grundlage für eine Ausbildung im Handwerk zu schaffen.

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Marina Mauch

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