Deutscher Bundestag
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Bundestagswahl 2021: Wer hat das Handwerk im Programm?

Antworten der regionalen Direktkandidaten

Im September kommt es drauf an: Bei der Bundestagswahl steht auch für das Handwerk viel auf dem Spiel. Wir haben die regionalen Direktkandidaten der aussichtsreichsten Parteien zu ihren Positionen hinsichtlich Nachhaltigkeit, Digitalisierung, der Zukunft des Handwerks und ihrem Ausbildungsengagement befragt.

Wahlkreis Konstanz

Ein wesentlicher Aspekt unserer Zukunft wird das Thema Nachhaltigkeit sein. Diese liegt quasi in der DNA des Handwerks: Generationsübergreifende Betriebsführung, Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft und die Umsetzung der Energiewende sind Begriffe, die eng mit dem Handwerk verknüpft sind. Die Potenziale des Handwerks bleiben in der Nachhaltigkeitsstrategie der Politik aber oft unberücksichtigt.

Unsere Frage an die Direktkandidaten des Wahlkreises Konstanz lautet:

Wie kann das Handwerk noch stärker in die Nachhaltigkeitswende einbezogen werden?



Andreas Jung (CDU)

„Das Handwerk steht für nachhaltige Wertschöpfung in der Region. Und es ist unverzichtbar: Klimaschutz braucht Klimawerker! Gebäudesanierung, Solardach, Ladebox - nichts geht ohne das Handwerk! Deshalb braucht es gute Bedingungen, die Freude am Beruf machen: Attraktive Lehre und gute Weiterbildung. Entlastung von der EEG-Umlage statt zusätzliche Steuerlast. Anreize für Investitionen statt bürokratische Hürden. Exzellente Infrastruktur, analog und digital. Das Handwerk IST der goldene Boden für eine erfolgreiche Nachhaltigkeitsstrategie.“

Andreas Jung (CDU)
CDU





Dr. Lina Seitzl (SPD)

„Ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit müssen unser Handeln bestimmen, um den Klimawandel zu stoppen. Das Handwerk und die im Handwerk Beschäftigten spielen hierfür eine zentrale Rolle. Deshalb muss der Aspekt der Nachhaltigkeit in der handwerklichen Ausbildung stärker beachtet werden. Es braucht flexiblere Ausbildungsverordnungen, die schnell an neueste Entwicklungen und Technologien angepasst werden können. Außerdem muss das Handwerk stärker von Investitionen in Forschung und Entwicklung profitieren. Dafür setze ich mich ein.“

Lina Seitzl (SPD)
SPD





Michael Hug (AfD)

„Steuerlichen Entlastung mittelständischer Handwerksbetriebe, Bezahlbarkeit von Energie und Praxistauglichkeit der Mobilität, Bildung für das Handwerk (Meisterlehrgänge) für Schüler kostenneutral. Das Image des Handwerks ist zu fördern (Nachwuchsmangel). Für die Übernahme von Handwerksbetrieben bedarf es Instrumente, die Interessenten zusammenbringt. Die Digitalisierung ist endlich konsequent umzusetzen. Der Abbau von Bürokratie muss endlich in die Tat umgesetzt werden. Bei der Organisation von Lieferketten ist der Schwerpunkt wieder auf kurze Wege zu legen.“

Michael Hug (AfD)
AfD





Dr. Ann-Veruschka Jurisch (FDP)

„Das Handwerk hält wichtige Schlüssel für den uns alle angehenden Strukturwandel in Richtung Klimaneutralität – und damit zu ökologischer, sozialer wie auch wirtschaftlicher Nachhaltigkeit – in der Hand. Als verantwortungsvolle, zukunftsoffene Lehrmeister, Dienstleister in der Kreislaufwirtschaft, Anbieter von Reparaturen (anstatt Wegwerfen), Umsetzer von klimaneutraler Innovation, Flächengeber z.B. für Solaranlagen, verlässliche und faire Arbeitgeber sowie am Gemeinwesen interessierte Unternehmen und Unternehmer – dafür brauchen wir das Handwerk gerade jetzt!“

Dr. Ann-Veruschka Jurisch (FDP)
Ulrike Sommer





Dr. Sibylle Röth (Die Linke)

„Nachhaltigkeit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Deshalb ist es wichtig, das regionale Handwerk einzubinden, statt auf einzelne Leuchtturmprojekte zu setzen. Denn nur so kommen Photovoltaikanlagen, Wärmedämmung und neue Heizungssysteme in der Fläche an. Die vorhandene Umweltkompetenz müssen wir weiter fördern: in der Aus- und durch Weiterbildung. Zudem müssen öffentliche Ausschreibungen so angepasst werden, dass regionale Handwerksbetriebe tatsächlich eine Chance haben: die Vermeidung von Wegstrecken etwa muss positiv angerechnet werden.“

Dr. Sibylle Röth (Die Linke)
Die Linke





Sebastian Lederer (Bündnis 90/Die Grünen)

„Das Handwerk ist schon jetzt eine wesentliche Säule der Nachhaltigkeitswende. Es geht vielmehr darum, die bremsenden Faktoren anzugehen. Den Fachkräftemangel. Ich bin Schreiner und habe die bundesweite Initiative HandwerksGrün gegründet. Es wird Zeit Handwerksberufe endlich wieder gesellschaftlich aufzuwerten und Menschen für die Berufe zu gewinnen. Warum viel geredet wird, aber nichts passiert liegt auch an den vielen Rechtsanwälten und wenig Handwerkern im Bundestag. Das möchte ich ändern und hoffe als Schreiner auf eure handwerkliche Unterstützung.“

Sebastian Lederer (Bündnis 90/Die Grünen)
Sophie Tichonenko



Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen

Auf die zunehmende Vernetzung und den Digitalisierungsdruck reagiert auch das Handwerk durch die Integration digitaler Prozesse und Technologien in ihren Geschäftsmodellen. Dabei ist es neben einer flächendeckenden Versorgung der digitalen Infrastruktur auch auf leistungsfähige Verwaltungen angewiesen.

Unsere Frage an die Direktkandidaten des Wahlkreises Rottweil-Tuttlingen lautet:

Wie wollen Sie den Digitalisierungsprozess mittelstandsfreundlich vorantreiben?





Maria-Lena Weiss (CDU)
Tobias Koch

Maria-Lena Weiss (CDU)

„Die fortschreitende Digitalisierung muss genutzt werden, um Bürokratie v.a. bei Melde- und Dokumentationspflichten abzubauen. Dafür sollte es ein elektronisches Portal als Anlaufstelle für Meldepflichten geben, damit die Daten mit Hilfe entsprechender Schnittstellen nicht mehrfach an verschiedene Behörden gemeldet werden müssen. Zudem müssen Handwerksbetriebe finanzielle und technische Unterstützung für Investition in digitale Anwendungen und die Umsetzung von digitalen Technologien erhalten. Grundlage dafür ist der Ausbau der digitalen Infrastruktur.“





Mirko Witkowski (SPD)
SPD

Mirko Witkowski (SPD)

„Die SPD strebt bis 2030 eine digitale Infrastruktur auf Weltniveau und eine durchgängig digitalisierte Verwaltung in Deutschland an. Das Kompetenzwirrwarr zwischen Bund und Ländern sowie verschiedenen Behörden muss beendet werden. Die bereits in den Blick genommene Vernetzung von Mittelstand, Verbänden und Kammern beim Thema Industrie 4.0 muss umgesetzt werden. Das Onlinezugangsgesetz (OZG), mit dem u.a. ein Bundesportal eingerichtet, Verwaltungsleistungen elektronisch über Verwaltungsportale angeboten und die Portale von Bund und Ländern verknüpft werden sollen, ist zeitnah umzusetzen.“





Joachim Bloch (AfD)
AfD

Joachim Bloch (AfD)

„Die Altparteien haben Mobilfunk, Internet und Kliniken profitgierigen Konzernen anvertraut. Dadurch entstandene Missstände lassen sich mit dem Druck einer echten Opposition beseitigen. Das Handwerk muss eine Fülle ständiger Wechsel organisatorisch beherrschen. Daran sind schon viele Digitalisierer gescheitert. Gerne vermittle ich den Kontakt zu einem aufs Bauhandwerk spezialisierten Profi, der analoge und digitale Organisationswerkzeuge sinnvoll kombiniert. Auch die ständigen Wechsel auf US-Flugzeugträgern werden mit analogen Planwerkzeugen koordiniert.“





Dr. Andreas Anton (FDP)
FDP

Dr. Andreas Anton (FDP)

„Das Ziel muss eine echte virtuelle Verwaltung sein, die alle üblichen Behördengänge digital anbietet und nach dem ‚Once-Only-Prinzip‘ Daten von Bürgern nur einmal abfragt – und nicht bei jeder Behörde einzeln. Die Vermittlung digitaler Fertigungsprozesse muss in die berufsbildenden Schulen Einzug halten. Dadurch machen wir unsere duale Ausbildung attraktiver und bereiten junge Menschen auch adäquat auf die Zukunft vor. Die FDP fordert ein Bundesministerium für digitale Transformation, damit es im Ausbau der digitalen Infrastruktur endlich vorangeht!“





Aynur Karliki (Die Linke)
Die Linke

Aynur Karikli (Die Linke)

„Mit einem Plattformstrukturgesetz wollen wir Datenschutz sicherstellen und alle Dienste verpflichten, den Im- und Export persönlicher Inhalte in offenen Formaten anzubieten. Dies bedeutet, weniger Lizenzkosten, weniger Bürokratie und mehr Wahlfreiheit für den Mittelstand. Telekommunikationsnetzt müssen wieder in öffentliches Eigentum und jährlich mit 10 Mrd. Euro gefördert und ausgebaut werden. Auch dies verringert Investitionskosten des Mittelstandes massiv.“





Annette Reif (Bündis 90/Die Grünen)
Bündnis 90/Die Grünen

Annette Reif (Bündnis 90/Die Grünen)

„Digitalisierung ist Herausforderung und Chance. Dabei darf sie kein Selbstzweck sein, sondern soll der Wettbewerbsfähigkeit, dem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen, der Arbeitsplatzqualität und somit dem Mittelstand dienen. Dabei hat die Datensicherheit hohe Priorität.  Ich werde mich dafür einsetzten, dass bewährte Anreizprogramme (z.B. L-Bank Digi-Prämie) ausgebaut und verlängert werden. Mir als Fachfrau aus der Wirtschaft ist klar: Digitalisierung kostet Zeit, aber die gemeinsame Kraftanstrengung von Mittelstand und Politik wird sich auszahlen.“



Wahlkreis Schwarzwald-Baar

Die Corona-Pandemie hat eine langanhaltende Wachstumsphase innerhalb vieler Wirtschaftssparten ausgebremst und auch zahlreiche Handwerksbetriebe hart getroffen.

Unsere Frage an die Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Schwarzwald-Baar lautet:

Was werden Sie dafür tun, damit das Handwerk auch in Zukunft leistungsstark und wettbewerbsfähig bleibt?



Thorsten Frei (CDU)

„Wir wissen um die große gesellschaftliche Bedeutung des Handwerks als Arbeitgeber, Ausbilder und Steuerzahler. Wir wollen die Rahmenbedingungen der Branche so verbessern, so dass sich die Unternehmen wieder stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren können. Beispielsweise wollen wir unnötige Bürokratie abbauen, die Abgabenlast senken, Lohnnebenkosten begrenzen, behördliche Prozesse beschleunigen, das Ansehen der Ausbildung stärken, Betriebsübergaben erleichtern und auch Investitionen in klimafreundliche Technik und die Digitalisierung finanziell fördern.“

Thorsten Frei (CDU)
Tobias Koch





Derya Türk-Nachbaur (SPD)

„Im Jahr 2020 waren in den insgesamt über 1 Mio Handwerksbetrieben mehr als 5,6 Mio Personen beschäftigt. Die Zahlen zeigen uns, welch wichtige Säule das Handwerk ist und die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung betont werden muss. Wir werden die Gebühren für Techniker*innen- und Meister*innenkurse abschaffen und uns für die Tarifbindung im Handwerk einsetzen. Mit neuen Ausbildungskonzepten unterstützen wir das Handwerk dem Fachkräftemangel zu begegnen und berufliche Ausbildung praxisnah mit Schule und Hochschule zu verknüpfen.“

Derya Türk-Neubaur (SPD)
SPD





Martin Rothweiler (AfD)

„Angebotsseitig gilt es den Fachkräftebedarf zu sichern, durch Abkehr vom Akademisierungswahn, Förderung von Aus- und Weiterbildung sowie gezielte Umschulungsmaßnahmen aus den über 3 Millionen Arbeitslosen in Deutschland bzw. 14 Millionen in der EU. Nachfrageseitig muss Deutschland seinen Binnenmarkt stärken und die Durchschnittsverdiener und Familien deutlich entlasten. Wer mit den höchsten Strompreisen, der höchsten Steuerlast und den irrsinnigsten Ideologischen Experimenten belastet wird, der kann sich als Konsument keine Handwerker mehr leisten.“

Martin Rothweiler (AfD)
AfD





Dr. Marcel Klinge (FDP)

„Wir Liberale wollen Handwerksbetriebe in Zeiten des Fachkräftemangels, der Digitalisierung und des Klimawandels fit für die Zukunft machen. Die Anforderungen an Handwerker haben überhandgenommen, daher setzen wir uns für einfachere Regeln für kleine und mittlere Unternehmen und eine Begrenzung bei Abgaben und Bürokratie ein. Die Reform der Unternehmenssteuern muss dringend angegangen und die Strom- und Energiekosten gesenkt werden. Wir wollen die berufliche Fort- und Weiterbildung finanziell stärken und ausbauen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.“

Dr. Marcel Klinge (FDP)
Dr. Marcel Klinge





Heinrich Alexandra Herrmann (Die Linke)

„Wir wollen das arbeitsintensive Handwerk mit ermäßigten Mehrwertsteuersätzen entlasten und die Gewerbemieten endlich deckeln. Außerdem fordert DIE LINKE ein Ende der „Schulden-“ bzw. Investitionsbremse und ein umfangreiches Investitionsprogramm der öffentlichen Hand für Klimaschutz, Soziales und Infrastruktur, von dem vor allem das Handwerk profitieren würde. Damit das Handwerk auch für junge Menschen attraktiv ist, will DIE LINKE die Ausbildungsqualität verbessern und durch eine solidarische Umlagefinanzierung ausreichend Ausbildungsplätze sichern.“

Heinrich Alexandra Hermann (Die Linke)
Die Linke





Thomas Bleile (Bündnis 90/Die Grünen)

„Das Handwerk ist eine der großen Säulen der deutschen Wirtschaft. Gerade über sie läuft jetzt schon ein wichtiger Teil der Nachhaltigkeitswende und das wird noch mehr werden. Durch Bürokratieabbau und die Unterstützung bei Nachfolgen wollen wir die Rahmenbedingungen verbessern. Außerdem wollen wir dem Fachkräftemangel mit einer gezielten Förderung der Ausbildung im Handwerk entgegenwirken. Dazu streben wir eine Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Ausbildung an, um das Handwerk aufzuwerten.“

Thomas Bleile (Bündnis 90/Die Grünen)
Thomas Bleile





Marius Maier (Freie Wähler)

„Wir als Partei (und ich als Person) stehen insbesondere dafür, dass wir regionale Wirtschaftskreisläufe ausbauen wollen. Dazu gehört auch, dass bei öffentlichen Ausschreibungen Kriterien wie Regionalität stärker berücksichtigt werden. Des Weiteren stehen wir dafür, dass Ausbildungsberufe deutlich attraktiver werden und flächendeckende Berufsschulen beibehalten werden. Abbau der Bürokratie (insbesondere in Genehmigungsverfahren) sowie eine praxistaugliche DSGVO sind ebenfalls unsere Ziele.“

Marius Maier (Freie Wähler)
Marius Maier





Wahlkreis Waldshut

Der Fachkräftemangel stellt viele Bereiche des Handwerks vor große Herausforderungen, die Ausbildungsleistung ist daher von überragender Bedeutung. Betriebe, gewerbliche Schulen und Bildungseinrichtungen der Handwerkskammern als Partner der dualen Ausbildung übernehmen hier seit jeher eine große Verantwortung. 

Unsere Frage an die Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Waldshut lautet:

Wie kann dieses Ausbildungsengagement noch stärker gewürdigt und unterstützt werden?





Felix Schreiner (CDU)
CDU

Felix Schreiner (CDU)

„Wir werden noch mehr Gewicht auf die Ausbildung junger Menschen als Facharbeiter und Handwerker legen müssen, um dem Fachkräftemangel wirksam zu begegnen. Eine Karriere in der beruflichen Bildung muss als gleichwertige Alternative zum Studium erkennbar sein. Das möchte ich auch den Jugendlichen in meinem Wahlkreis vermitteln und aufzeigen, dass eine Karriere im handwerklichen Bereich attraktiv ist. Dazu gehören auch exzellente Bildungseinrichtungen sowie eine gut ausgebaute Infrastruktur in unserer Region, damit die jungen Menschen hier bleiben.“





Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD)
Maximilian König

Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD)

„Die SPD will die Ausbildungsgarantie. Berufsanfänger*innen und auch Umsteiger*innen verdienen echte Chancen auf ein gutes Berufsleben. Die duale Ausbildung ist ein Erfolgsmodell. Wir unterstützen das Handwerk, wenn über den Bedarf hinaus ausgebildet wird. Für alle ohne betrieblichen Ausbildungsplatz ermöglichen wir eine praxisnahe Ausbildung in der Berufsschule. Im Handwerk schaffen wir Gebühren für Techniker*innen- und Meister*innenkurse ab. Wir fördern Ausbildungskonzepte, die berufliche Ausbildung eng mit Schulen und Hochschulen verknüpfen.“





Andrea Zürcher (AfD)
AfD

Andrea Zürcher (AfD)

„Bereits vor dem Beginn der eigentlichen Berufsausbildung und damit im Schulsystem wird hierfür die Grundlage gelegt. Dementsprechend wichtig ist eine Aufwertung der Schulen unterhalb des Gymnasiums, sodass deren Absolventen wieder weit mehrheitlich das nötige Rüstzeug für die Ausbildung besitzen. Ebenfalls sind insbesondere bei diesen Schultypen Pflichtpraktika und Vorstellungsmöglichkeiten für Handwerksbetriebe auszudehnen. Auch die Ausdünnung gewerblicher Schulen in einigen Bereichen wie dem Lebensmittelhandwerk ist zu korrigieren.“





Jareem Khawaja (FDP)
FDP

Jareem Khawaja (FDP)

„Wir müssen es schaffen, das Ansehen des Ausbildungsberufs gesellschaftlich zu stärken. Es ist nicht richtig, dass ein akademischer Abschluss weniger Wert ist als ein vergleichbarer beruflicher Abschluss. Die Sichtbarkeit des Handwerks muss schon früher in der Schule gefördert und Angebote geschaffen werden. Das bedeutet gleichzeitig aber auch, dass nach dem Schulabschluss die gleichen Bedingungen für die Ausbildung und das Studium gelten müssen. Beispielsweise durch eine elternunabhängige Ausbildungsförderung bzw. BAföG.“





Robert Kuhlmann (Die Linke)
Die Linke

Robert Kuhlmann (Die Linke)

„Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz ist nur Teil der Lösung. Nur Fachkräfteeinwanderung zu präferieren, gute Arbeits- und Entlohnungsbedingungen für alle Beschäftigten aber über-gehen. Der tatsächliche Fachkräftemangel in nur 7 von 144 Berufen ist hausgemacht in Fol-ge von Arbeitsverdichtung in ungeregelten Arbeitszeiten und niedriger Bezahlung. Ein Drittel der Azubis als Ausbildungsabbrecher und eine Mehrzahl der Beschäftigten nur in Teilzeit muss sich eine echte Reform zu starker Tarifbindung und einem regulierten Arbeitsmarkt gefallen lassen.“





Jan-Lukas Schmitt (Bündnis 90/Die Grünen)
Bündnis 90/Die Grünen

Jan-Lukas Schmitt (Bündnis 90/Die Grünen)

„In meinem Wahlkreis übersteigen die Ausbildungsstellen die Bewerberzahlen um mehr als das Dreifache. Wir Grüne wollen mehr Auszubildende fürs Handwerk gewinnen, indem wir vergleichbare Perspektiven für Menschen mit beruflichen und akademischen Ausbildungen am Arbeitsmarkt schaffen. Für einen erfolgreichen Abschluss sind die ausbildungsbegleitenden Hilfen der Handwerkskammern essenziell. Es braucht eine angemessene Förderung, damit sie ihr Angebot aufrechterhalten können und eine unterstützende Umlagefinanzierung für Unternehmen, die ausbilden.“





Dominik Brox (Freie Wähler)
Dominik Brox

Dominik Brox (Freie Wähler)

„Ich sehe hier zwei Punkte, die wir anpacken können und müssen: Erstens gilt es, gleichwertige Lebensverhältnisse in der Stadt und auf dem Land zu schaffen, sodass für angehende Fachkräfte heimatnahe Ausbildungs- und Arbeitsplätze garantiert werden, ohne einen „Stadtzuzug“ vorauszusetzen. Zweitens müssen Flüchtlinge sowie Fachkräfte aus dem Ausland besser integriert werden. Dies gelingt uns zum einen mittels intensiver und maßgeschneiderter Deutschkurse und zum anderen mit einer Neubewertung des Aufenthaltsstatus nach (!) der absolvierten Praxiszeit.“