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Noch ist zumindest im Baugewerbe alles im Lot. Doch hier wie in allen übrigen Gewerken sind die Erwartungen an die künftige konjunkturelle Entwicklung wenig optimistisch.

Unsicherheit belastet das Handwerk

Geschäftslage in vielen Betrieben noch gut, aber sorgenvoller Blick in die Zukunft

Viele Handwerker in der Region sind bislang gut durch die Corona-Krise gekommen. Doch die anhaltenden Einschränkungen und insbesondere die ungewissen Zukunftsaussichten hinterlassen ihre Spuren. Laut Umfrage der Handwerkskammer Konstanz schätzen zwar immer noch mehr als drei Viertel der Handwerksbetriebe ihre Lage als gut oder zumindest befriedigend ein. Gleichzeitig stieg jedoch der Anteil der unzufriedenen Geschäftsinhaber auf 23,4 Prozent. Das ist fast eine Vervierfachung gegenüber 2019. Zudem befürchten 39,4 Prozent der Betriebe eine schlechtere Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten.

„Nach dem Einbruch im Frühjahr waren wir guten Mutes und konnten ja auch tatsächlich schnell wieder Fahrt aufnehmen. Jetzt allerdings wird es für manche Betriebe kritisch, weil die Reserven bei den vom Lockdown betroffenen Betrieben aufgebraucht sind und noch kein Ende in Sicht ist. Diese Unsicherheit belastet die Betriebe sehr. Wir benötigen also dringend schnellere Hilfen und eine klare Öffnungsstrategie“, sagt Handwerkskammerpräsident Werner Rottler.

Sichtbarstes Zeichen der angespannten Lage sind die geschlossenen Friseursalons. Doch auch viele andere Branchen spüren seit Herbst die Folgen der Krise: Die Auftragslage blieb am Jahresende unter dem Vorjahresniveau. Bei rund 40 Prozent der Betriebe waren die Auftragsbücher weniger gut gefüllt, ebenso viele rechnen auch künftig mit Auftragseinbußen. Die Auslastung ist im Vergleich zum Vorjahr insgesamt zurückgegangen, wobei nach wie vor mehr als die Hälfte der Betriebe mit guter oder sehr guter Auslastung arbeitet. Die Umsätze sind geringer als vor einem Jahr. Mit einer weiteren Verschlechterung der Umsatzentwicklung rechnen 58 Prozent der Betriebe.

Die wachsende Verunsicherung schlägt auch auf die Personal- und Investitionsplanungen durch: Die Zahl der Beschäftigten im Handwerk ist im letzten Quartal zwar weitgehend stabil geblieben, allerdings wollen die wenigsten Betriebe in den nächsten Monaten neue Mitarbeiter einstellen. Auch die Investitionsbereitschaft ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. „Die momentane Zurückhaltung ist nur zu verständlich. Sollte die Ungewissheit aber andauern, wird das Handwerk in seiner Entwicklung ausgebremst. Das gilt es unter allen Umständen zu verhindern. Fachkräftesicherung und Stärkung der Innovations- und Leistungsfähigkeit der kleinen und mittleren Betriebe müssen also weiter oben auf der Agenda stehen. Sonst wird man nach Corona mühsame Aufbauarbeit leisten müssen“, so Werner Rottler.

Die Entwicklung in den einzelnen Gewerken

In keiner Branche hat sich der Geschäftslage im letzten Quartal verbessert. Gute Stimmung herrschte dennoch beim Bauhauptgewerbe. Auch das Ausbauhandwerk blieb vergleichsweise stabil. In allen anderen Gewerken zeigte die Kurve teils sehr deutlich nach unten. Die Dienstleistungsbranche rutschte im zweiten Lockdown in den negativen Bereich. Die Erwartungen an die künftige konjunkturelle Entwicklung sind durchgängig wenig optimistisch und mussten teils deutlich nach unten korrigiert werden.

Alle Ergebnisse der Konjunkturumfrage finden Sie hier