Leerer Friseursalon
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Wann dürfen Friseursalons und Kosmektikstudios wieder öffnen? Präsident Werner Rottler und Hauptgeschäftsführer Georg Hiltner fordern klare Perspektiven für die gebeutelte Branche.

"Einige stehen vor dem Abgrund"

Handwerkskammer Konstanz fordert klare Strategie zur Wiedereröffnung von Friseur- und Kosmetiksalons

Im Bezirk der Handwerkskammer Konstanz sind über 1.000 Friseurbetriebe und rund 900 Kosmetiksalons vom zweiten Lockdown und seinen Folgen betroffen. Dieser gilt zunächst bis 14. Februar. Doch was danach kommt, ist noch ungewiss. Die Handwerkskammer Konstanz fordert daher klare Perspektiven für die bereits durch den ersten Lockdown im Frühjahr 2020 stark gebeutelte Branche.

„Einige Betriebe stehen jetzt wirklich am Abgrund, zumal die aufwändig zu beantragenden Überbrückungshilfen vom November und Dezember bei vielen immer noch nicht angekommen sind. Und für den Januar erfolgen die regulären Auszahlungen gar erst im März. Dabei brauchen die Betriebe die Gelder jetzt sofort, um zu überleben“, sagt Kammerpräsident Werner Rottler.

„Der Gesundheitsschutz geht über alles, das steht für uns außer Frage. Aber wir können diesen Schlingerkurs nicht weiter fortsetzen, sondern brauchen endlich klare Perspektiven und eine nachvollziehbare Strategie, auf die sich die Unternehmerinnen und Unternehmer verlassen können – auch im Sinne ihrer Angestellten“, so Rottler.

Wie diese Strategie aussehen könnte, beschreibt Georg Hiltner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Konstanz:

„Zunächst einmal hat die Branche bewiesen, wie zuverlässig und verantwortungsbewusst sie Hygienekonzepte umsetzen kann“, so Hiltner. Er plädiert dafür, alles zu tun, um die mittelständische Wirtschaft wieder anzukurbeln – bei gleichzeitiger Anpassung der Kontaktbeschränkungen innerhalb der Bevölkerung an die jeweilige Situation.

Auch Homeoffice-Angebote, eine höhere Taktzahl des öffentlichen Nahverkehrs sowie die Maskenpflicht sollten seiner Meinung nach noch bis Sommer aufrechterhalten werden, um die Corona-Fallzahlen weiter zu senken.

„Wir brauchen vor allem mehr regionale Lösungen, die sich am tatsächlichen Inzidenzwert vor Ort orientieren. Sollten die Inzidenzwerte weiter sinken, könnten Maßnahmen gelockert und die Wirtschaft wieder hochgefahren werden, insofern die Unternehmen ein qualifiziertes Hygienekonzept nachweisen können“, so Hiltner.