Ausbildung
Falk Heller/argum

Ausbildungsumfrage der Handwerkskammer

Motivierte Bewerber auch in Corona-Zeiten gesucht

Laut aktueller Ausbildungsstatistik wurden in diesem Juni zwölf Prozent weniger neue Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Vorjahresmonat. Um die Gründe für diesen Rückgang zu beleuchten hat die Handwerkskammer Konstanz eine Online-Kurzumfrage unter den ausbildungsberechtigten Betrieben der Region durchgeführt.

Ergebnis der Kurzumfrage

Immerhin zwei Drittel der Betriebe und damit gleich viele wie im letzten Jahr geben an, in diesem Jahr ausbilden zu wollen. Teilweise stellen sie jedoch weniger Ausbildungsplätze als vor einem Jahr zur Verfügung.

Die Unsicherheiten der Corona-Krise sind für rund 21 Prozent der Unternehmen durchaus ein Grund, in diesem Jahr Zurückhaltung bei der Ausbildung zu üben – aber bei weitem nicht der einzige. Vielmehr nennen rund jeweils ein Viertel der Betriebe als Grund auch, dass sie keine passenden Bewerber gefunden hätten, die zeitlichen und personellen Ressourcen für die Betreuung nicht vorhanden seien, oder der Betrieb zu klein bzw. zu spezialisiert sei. 35 Prozent der antwortenden Unternehmen geben an, einfach keinen Bedarf zu haben.

Würde jedoch ein motivierter Bewerber auftauchen, könnten sich immerhin über 60 Prozent vorstellen, in diesem Jahr doch noch auszubilden. „Das zeigt, dass wir die Berufsorientierung weiterhin verstärken und das Handwerk für die Besten noch attraktiver darstellen müssen“, deutet Georg Hiltner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Konstanz, das Ergebnis. Auch die Ausbildungsprämie wird immerhin von über der Hälfte der Befragten als Anreiz gesehen, doch auszubilden. „Umso wichtiger ist es nun, dass diese auch schnell und unbürokratisch umgesetzt wird“, sagt Hiltner.

Könnte es bis September also noch ein Umdenken bei den zögerlichen Ausbildungsbetrieben geben? „Der Fachkräftemangel in einigen Teilen des Handwerks ist durch Corona ja nicht vom Tisch und das Handwerk findet seine gut qualifizierten Mitarbeiter traditionell über die eigene Ausbildung.  Daher werden die Zahlen sicher noch steigen“, sagt Hiltner.

Bewerbersuche

Auf die Suche nach passenden Bewerbern gehen knapp die Hälfte der befragten Unternehmen über Stellenausschreibungen in Zeitungen, aber auch online. 37 Prozent nutzt trotz eingeschränktem Schulalltag die schon bestehenden Schulkontakte, um Auszubildende zu finden. „Auch wenn es gerade schwieriger ist, an die Schüler und Lehrer zu kommen, sollte man den Kanal nutzen. Viele Schulabgänger sind völlig orientierungslos und dankbar, wenn man ihnen in diesem besonderen Jahr Angebote macht“, empfiehlt Hiltner. Über 400 freie Lehrstellen im Handwerk finden Interessierte derzeit noch in der Online-Ausbildungsplatzbörse der Handwerkskammer Konstanz.

Die Ergebnisse der Kurzumfrage zur Ausbildung stehen unter Downloads bereit.