
Für Konditorin Lara Merkt steht der nächste Schritt bereits fest: Am 21. September beginnt sie in Waldshut ihre Meisterausbildung. Die 23-Jährige hat ihre Ausbildung mit einem Notendurchschnitt von 1,8 abgeschlossen und war Kammersiegerin. Dass es das Weiterbildungsstipendium gibt, erfuhr sie von ihrem Lehrer. „Daraufhin habe ich mich gleich beworben“, erzählt sie. Rund fünf Monate später kam die Zusage.
Für ihren Meisterkurs erhält die Konditorin aus Rheinfelden dank des Weiterbildungsstipendiums rund 9.000 Euro. Teil III und IV absolviert sie in Waldshut, Teil I und II in Köln. Für die Zeit in Köln sucht sie sich eine WG. Die Meisterausbildung hätte sie auch ohne Stipendium begonnen. „Aber ich bin froh, dass ich das Stipendium bekommen habe. Es ist schon eine Erleichterung.“ Ohne die Förderung hätte sie zunächst ihre Eltern um einen Vorschuss gebeten und diesen später zurückgezahlt.
Zuschüsse für Wohnung
Auch für Nick Baumann aus Eggingen hat das Stipendium den Weg zum Meister erleichtert. Der 26-jährige Fliesen-, Platten- und Mosaikleger aus Eggingen schloss seine Ausbildung mit der Note 1,0 ab. Seine Meisterausbildung absolvierte er in Vollzeit in Waldshut und Rottweil. Dafür musste er in Rottweil eine Wohnung anmieten.
Das Weiterbildungsstipendium war eine enorme Unterstützung für mich. Während ich auf der Meisterschule war, habe ich eine Förderung von 7.500 Euro ausgezahlt bekommen. Da ich den Meister in Vollzeit gemacht habe, ist mein normales Einkommen in dieser Zeit weggefallen.
Nick Baumann, Meister im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk
Mit dem Geld, das er durch das Stipendium erhalten hat, konnte Nick Baumann die Miete bezahlen. Aber auch die Kosten für Bücher und Fahrtwege wurden übernommen.
Weiterbildungsstipendium für Meisterkurs
Die Beispiele von Lara Merkt und Nick Baumann zeigen, wie unterschiedlich die Förderung eingesetzt werden kann. Das Weiterbildungsstipendium unterstützt junge Fachkräfte bei ihrem nächsten beruflichen Schritt – von der fachlichen Qualifikation über die Vorbereitung auf eine Aufstiegsfortbildung bis hin zu Seminaren etwa zu KI, IT, Rhetorik oder Mitarbeiterführung. Auch Weiterbildungen zum Techniker, Betriebswirt oder Fachwirt sowie berufsbegleitende Studiengänge können gefördert werden.
Innerhalb des dreijährigen Förderzeitraums können Stipendiaten Zuschüsse von bis zu 9.135 Euro für beliebig viele förderfähige Weiterbildungen beantragen. Pro Förderung übernehmen sie einen Eigenanteil von zehn Prozent.
Aktuell profitieren 72 junge Handwerker im Kammerbezirk von der Förderung. Darunter sind 21 Frauen und 51 Männer.
Wer kann sich bewerben?
Das Weiterbildungsstipendium richtet sich an Gesellen, die unter 25 Jahren sind und die ihre Ausbildung mindestens mit 87 Punkten oder der Note „gut“ abgeschlossen haben. Alternativ ist eine Aufnahme möglich, wenn ein Platz unter den ersten drei bei einem überregionalen Leistungswettbewerb erreicht wurde oder eine begründete Empfehlung des Arbeitgebers oder der Berufsschule vorliegt.
Wie funktioniert die Bewerbung?
Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann sich über das Online-Formular der Handwerkskammer registrieren. Nach der Prüfung der Registrierung erhalten Bewerber per E-Mail die Zugangsdaten für das Bewerberportal. Dort wird der Antrag vollständig ausgefüllt und die erforderlichen Unterlagen hochgeladen.
Die Bewerbungsfrist für die nächste Auswahlrunde endet am 31. Oktober 2026.
Weitere Informationen
Das Weiterbildungsstipendium – mit Online-Registrierungsformular