Weiterbildung KI im Handwerk: Was sie wirklich bringt

NEWS. Die Bildungsakademie Waldshut bietet KI-Seminar an vier Terminen an. Dozent Wolfgang Duttlinger will Künstliche Intelligenz für alle greifbar machen.

Bauarbeiter mit Tablet in der Hand auf einer Baustelle
Peter Bernik / shutterstock.com

Der Informatiker und KI-Beauftragte Wolfgang Duttlinger hält in der Bildungsakademie Waldshut ein Seminar zum Thema „KI im Handwerk: Was sie wirklich bringt“. Im Interview verrät er, was Betriebe erwartet und was sie mit nach Hause nehmen.

Herr Duttlinger, wie ist der Kurs aufgebaut?

Die Grundidee ist: Ein Tag vor Ort zum Mitmachen. Wir richten alles gemeinsam ein, niemand muss etwas vorbereiten. Dann geht es durch den Betriebsalltag: Kundenmails, Angebote, Baustellenberichte per Diktat, eine Packliste, die aus Fehlern lernt, dazu Stellenanzeigen, Social-Media-Beiträge und die Live-Vorführung eines KI-Telefonassistenten. Zum Schluss die Spielregeln: welche Daten nie in so ein Programm gehören und wie man erkennt, wenn die KI etwas Falsches behauptet. Das Wichtigste ist mir das Üben direkt im Kurs, damit die Teilnehmenden nicht nur mit Wissen nach Hause gehen, sondern mit Können und Erfahrung.

Portrait von Wolfgang Duttlinger

Wer den Umgang mit der Technologie jetzt lernt, profitiert sofort und vermeidet es, später überrollt zu werden.

Wolfgang Duttlinger, Informatiker und KI-Beauftragter

Warum sollten Handwerker den Kurs besuchen?

Im Kurs lernen Handwerker, KI sicher und produktiv einzusetzen: lästige Büroaufgaben automatisieren, den Fachkräftemangel besser bewältigen, die Qualität der Abläufe dauerhaft erhöhen, Kosten senken. Ein Beispiel: Ein Handwerker spricht nach der Reparatur einfach ins Handy, was er gemacht hat, ruhig durcheinander, und schreibt in ChatGPT dazu: „Mach daraus einen kurzen Regiebericht mit Tätigkeit, Material und Zeit.“ Was zurückkommt, kann er oft fast unverändert verschicken. Eine Regel gilt dabei immer: Der Chef bleibt Chef, nichts geht raus, bevor er es geprüft hat. Wer den Umgang mit der Technologie jetzt lernt, profitiert sofort und vermeidet es, später überrollt zu werden.

Die Teilnehmenden erhalten eine Bescheinigung als KI-Kompetenznachweis. Warum ist das so wichtig?

Die EU-KI-Verordnung verlangt seit Februar 2025 von jedem Betrieb, der KI einsetzt, dass die Mitarbeitenden ausreichend Wissen im Umgang damit haben. Seit August 2026 gibt es dafür eine behördliche Aufsicht. Ein bestimmtes Zertifikat schreibt die Verordnung nicht vor, üblich ist eine Schulung, die zur täglichen Arbeit passt. Genau das leistet unsere Teilnahmebescheinigung.

Was hat es mit der persönlichen Vorlagenmappe auf sich?

Bei unseren Kursen ist umfangreiches Begleitmaterial zum Mitnehmen inklusive. So können die Teilnehmenden entspannt zuhören und mitmachen und haben hinterher alles Wichtige zur Hand. Die im Kurs getesteten KI-Anweisungen sind angepasst an die Betriebe und direkt einsatzbereit, beispielsweise um am nächsten Tag mit KI-Unterstützung Angebote zu erstellen.

Veranstaltung: KI im Handwerk – Was sie wirklich bringt

Termine: 2. und 24. Oktober sowie 19. und 28. November 2026, jeweils 9 bis 16:30 Uhr

Bildungsakademie Waldshut, Friedrichstraße 3, 79761 Waldshut-Tiengen

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