
Über eine besondere Ehrung konnte sich der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Konstanz Georg Hiltner freuen. Auf der 118. Vollversammlung der Kammer bekam er das Handwerkszeichen in Gold verliehen, die höchste Auszeichnung im Handwerk. Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), überreichte Hiltner in der Bildungsakademie Singen die Ehrennadel für sein Engagement ums Handwerk und die berufliche Bildung.
Einsatz für die berufliche Bildung
„Es braucht Menschen, die sich für die berufliche Bildung einsetzen“, richtete sich Schwannecke an den Geehrten. Hiltner sei so jemand, der sich mit Haltung und Ausdauer für eine gute Ausbildung einsetze. In seinen 15 Jahren als Hauptgeschäftsführer sei es ihm immer darum gegangen, junge Handwerker zu fördern und Betriebe zu stützen. Dass er dafür Veränderungen vorantreibe und neue Möglichkeiten erschließe, sei in Berlin nicht verborgen geblieben.
Optimismus heißt nicht, Schwierigkeiten auszublenden. Optimismus heißt, trotz aller Belastungen handlungsfähig zu bleiben und an die eigene Gestaltungskraft zu glauben. Genau das tun wir im Handwerk jeden Tag. Und genau das verdient Respekt.
Werner Rottler, Präsident der Handwerkskammer Konstanz
„Handwerk bleibt handlungsfähig“
Zu Beginn begrüßte Kammerpräsident Werner Rottler ZDH-Generalsekretär Schwannecke sowie die Mitglieder der Vollversammlung. Handwerk – das ist auch immer Zuversicht. Er betonte, dass das Handwerk auch in aktuell schwierigen Zeiten Verantwortung übernehme und Stärke zeige. „Optimismus heißt nicht, Schwierigkeiten auszublenden. Optimismus heißt, trotz aller Belastungen handlungsfähig zu bleiben und an die eigene Gestaltungskraft zu glauben. Genau das tun wir im Handwerk jeden Tag. Und genau das verdient Respekt.“
Rottler sagte, dass er sich auf die Zusammenarbeit mit der neuen Landesregierung freue und hoffe, dass genügend Mut für Veränderungen aufgebracht werden würde. Mit der geringen Arbeitslosenquote von 2,3 Prozent in Baden-Württemberg (insgesamt 4,7 Prozent) setze das Handwerk ein starkes Zeichen der Verlässlichkeit. Für die Arbeitnehmer begrüßte Vorstandsmitglied Sandra Schneider die Anwesenden, die die positive Entwicklung bei den Ausbildungszahlen hervorhob.
Reformen im Schulsystem gefordert
In seinem Impulsvortrag ging ZDH-Generalsekretär Schwannecke auf die politischen Entwicklungen in Berlin ein. Die Betriebe seien verunsichert – ein Zeichen von fehlendem Vertrauen, dass die Politik handlungsfähig sei und die Probleme löse. Reformen müssten auch in der Masse ankommen und nicht nur Einzelgruppen entlasten.
Er warnte, dass bei den Entscheidungen, die getroffen werden müssten, die Solidarität untereinander nicht zu kurz kommen dürfe, und zwar für Menschen, die auf Unterstützung angewiesen seien, jene, die sie in Zukunft brauchen würden, und jene, die sie finanziell ermöglichten. Dringend reformiert gehöre das Schulsystem, das strukturell versage und nicht die nötigen Kompetenzen vermittle. „Die Betriebe können nicht die Mängel des Schulsystems ausgleichen.“
Hohe Kosten und weniger Einnahmen
Einen Überblick über die Lage der Handwerkskammer gab Georg Hiltner anschließend. Mit ihren vier Bildungshäusern leiste die Kammer einen großen Beitrag zur beruflichen Bildung. Herausfordernd seien allerdings die anfallenden Investitionen und steigenden Betriebskosten der Liegenschaften in Singen, Waldshut, Rottweil und Tuttlingen, die notwendig sind, um weiterhin eine Ausbildung auf dem neuesten technischen Stand gewährleisten zu können.
Er betonte die Notwendigkeit, Synergien sinnvoll zu nutzen und Kompetenzen zu bündeln. Dafür gelte es, die vorhandenen Strukturen zu prüfen. Eine Strukturanalyse, die aktuell von den Handwerkskammern und 15 Fachverbänden in ganz Baden-Württemberg durchgeführt wird, werde zusätzlich Potenziale und Optionen aufzeigen. Die allgemeine wirtschaftliche Lage führe auch zu weniger Beiträgen der Mitgliedsbetriebe.