Berufsorientierung 12 Schulen erhalten BoriS Berufswahl-Siegel

PRESSE. Für ihr besonders hohes Engagement in der Berufsorientierung wurden Schulen aus den Landkreisen Konstanz und Waldshut ausgezeichnet.

Eine Ansammlung von Menschen steht auf den Stufen der Handwerkskammer und lächelt in die Kamera. Sie halten jeweils ihre Auszeichnung, auf der Boris steht, in den Händen.
HWK KN / Julia Kipping. Schulleiter und Berufsorientierungslehrer der 12 ausgezeichneten Schulen aus den Landkreisen Konstanz und Waldshut bekamen das BoriS-Siegel verliehen.

Der Weg in die Arbeitswelt ist nicht immer einfach. Einige Schulen engagieren sich über den Lehrplan hinaus, um Schülerinnen und Schülern die Entscheidung zu erleichtern und sie vorzubereiten. Dafür wurden zwölf Schulen in den Landkreisen Konstanz und Waldshut mit dem Boris-Siegel ausgezeichnet. Das Siegel wird jährlich von der Handwerkskammer Konstanz sowie der IHK Hochrhein-Bodensee vergeben.

Klemens Dörfflinger begrüßte die Lehrer und Schulleiter sowie die Juroren im Präsidentenzimmer der Handwerkskammer am Seerhein in Konstanz. Dörfflinger, Leiter der Nachwuchswerbung bei der Handwerkskammer Konstanz und regionaler BoriS-Projektleiter für die Landkreise Konstanz und Waldshut, hob das besondere Engagement der Schulen hervor. Einige erhielten zum vierten Mal eine Rezertifizierung. „Damit stellen Sie unter Beweis, dass Berufsorientierung für Sie keine Eintagsfliege ist, sondern sie diese dauerhaft und systematisch betreiben, wodurch Ihre Schülerinnen und Schüler stark für einen gelingenden Übergang in das Berufsleben profitieren“, so Dörfflinger.

Berufswahlsiegel BoriS für nachhaltigen Erfolg

Guiliana Kiefer, stellvertretende Landeskoordinatorin des Boris-Projektes, hob hervor, dass die Zertifizierung eine Team-Leistung sei. An den ausgezeichneten Schulen bringen die Lehrkräfte viel Zeit und Ideen ein, etwa tragfähige Konzepte entwickeln, die die Schüler stufenweise auf das Berufsleben vorbereiten, Netzwerke mit regionalen Betrieben und Unternehmen knüpfen, individuell die Interessen der Schüler entwickeln.

Eine Strukturanalyse habe den nachhaltigen Erfolg von BoriS bestätigt, berichtete Kiefer: „Das Ergebnis ist nicht nur, dass Schulen, die das Berufswahlsiegel tragen, eine gute Berufsorientierung machen, sondern auch, dass das Siegel die Berufsorientierung an den zertifizierten Schulen besser macht.“ Um die erneute Zertifizierung zu erlangen, verbessern Schulen ihre Konzepte, bauen sie aus, setzen die Verbesserungsvorschläge der Jury um und gehen auch mal ungewöhnliche Wege.

„Berufsorientierung als Kompass“

Als Schulen, die in der beruflichen Orientierung einen Schritt weitergehen, bezeichnete Nadja Hennes vom Staatlichen Schulamt Konstanz die zertifizierten Einrichtungen. In einer Welt voller Möglichkeiten aber auch Unsicherheiten, sei es die Aufgabe von Schulen nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch Brücken in das Leben danach zu bauen. „Die Berufsorientierung gibt dafür einen Kompass in die Hand“, so Hennes. Sie bedankte sich bei den Lehrkräften im Namen des Schulamts für das Engagement, das weit über den Lehrplan hinausgehe und immer die Jugendlichen im Fokus habe. „Machen Sie weiter so – für die Zukunft unserer Demokratie und vor allem unserer Kinder“, schloss sie.

Projekt läuft seit 2008

Nacheinander erhielten die Schulen die Plakette für das Schulgebäude und die Urkunde überreicht – darunter vier, die seit Beginn des Projektes 2008 dabei sind und zum vierten Mal rezertifiziert wurden. Um das Boris Berufswahl-Siegel zu erhalten, unterziehen sich die Schulen einem Audit. Eine Jury bewertet dann anhand eines Kriterienkatalogs. Bei der Vergabefeier hielt je ein Mitglied der Jury die Laudation für die ausgezeichnete Schule.

Deutlich wurde dabei die Vielfalt der Inhalte zur Berufsorientierung, die teilweise tief im Unterricht verankert sind und oft schon in niedrigen Klassenstufen ansetzen. Nicht nur auf Kontakte zu Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen wird Wert gelegt, sondern auch auf das Erlangen sozialer Kompetenzen. Zu den Angeboten zählen langfristige Praktika, Schülerfirmen oder intensive Vorbereitungen auf Bewerbungsgespräche.

Die 12 zertifizierten Schulen

Erstzertifizierung 

Eichendorff-Realschule Gottmadingen (Landkreis Konstanz)

Radolfzeller Hausherren Schule (Landkreis Konstanz)

1. Rezertifizierung 

Hans-Thoma-Schule Laufenburg (Landkreis Waldshut)

Ratoldus Gemeinschaftsschule, Radolfzell (Landkreis Konstanz)

2. Rezertifizierung 

Realschule Stühlingen (Landkreis Waldshut)

Zeppelin-Realschule, Singen (Landkreis Konstanz)

3. Rezertifizierung 

Gemeinschaftsschule Albbruck (Landkreis Waldshut)

Teggingerschule, Radolfzell (Landkreis Konstanz)

4. Rezertifizierung 

Realschule Klettgau (Landkreis Waldshut)

Schule am Buchenberg, Konstanz (Landkreis Konstanz)

Friedrich-Hecker-Gymnasium, Radolfzell (Landkreis Konstanz)

Realschule Tiengen (Landkreis Waldshut)

Auch vier Schulen in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg ausgezeichnet

Rund 20 Menschen stehen vor einem grauen Gebäude und lächeln in die Kamer, die vorderen halten ein Schild mit "Boris"-Aufschrift in den Händen.
IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg sowie die Handwerkskammer Konstanz haben die Realschule St. Georgen, die Realschule Rottweil, die Realschule Triberg sowie die GRS Villingendorf mit dem BoriS-Berufswahlsiegel ausgezeichnet.


Hintergrund BoriS Berufswahl-Siegel Baden-Württemberg

Das BoriS Berufswahl-Siegel Baden-Württemberg ist ein landesweites Netzwerk, das sich der Qualitätssicherung und -entwicklung der Berufs- und Studienorientierung an weiterführenden Schulen widmet. Ziel ist es, Schulen in dieser Aufgabe zu stärken und die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern – insbesondere aus Handwerk, Industrie und Dienstleistung – zu fördern und dauerhaft zu etablieren. Getragen wird das Projekt vom Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag, dem Handwerkstag Baden-Württemberg sowie der Landesvereinigung der Arbeitgeberverbände (UVBW). Gemeinsam setzen sich diese Partner dafür ein, dass gute Berufsorientierung sichtbar gemacht, gewürdigt und weiterentwickelt wird.

Alle weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg sind jährlich zur Teilnahme am BoriS-Wettbewerb aufgerufen. Eine unabhängige Jury bewertet die Bewerbungen anhand eines einheitlichen Kriterienkatalogs. Nach drei Jahren kann sich jede zertifizierte Schule für eine Rezertifizierung bewerben. Die Rezertifizierung besitzt eine Gültigkeit von fünf Jahren.