
Im Rahmen seiner Sommertour hat Staatssekretär Thomas Dörflinger die Schreinerei Huber in Gutmadingen besucht. Begleitet wurde er von Vertretern aus Politik und Handwerk, darunter der Landtagsabgeordnete Guido Wolf, Landrat Stefan Bär, Kommunalvertreter sowie Handwerkskammerpräsident Werner Rottler, Hauptgeschäftsführer Georg Hiltner, Kreishandwerksmeister Bernd Simon und Schreinerinnungsobermeister Klemens Strohm.
Mit der Schreinerei Huber stand ein Handwerksbetrieb im Mittelpunkt, der moderne Technologie und attraktive Arbeitsbedingungen erfolgreich miteinander verbindet.
Vom Drei-Mann-Betrieb zum großen Vorzeigeunternehmen
Dominic Huber übernahm den Familienbetrieb bereits mit 25 Jahren in dritter Generation. Damals beschäftigte die Schreinerei drei Mitarbeitende, heute sind es 44.
Wie konsequent Huber auf moderne Technik setzt, zeigte der Rundgang durch die neue Produktionshalle. Ein hochmoderner Maschinenpark, QR-Code-gestützte Bestellsysteme und digital vernetzte Fertigungsprozesse sorgen für reibungslose Abläufe. Bereits beim Bau der Halle holte sich Huber externe Experten ins Boot, um Maschinen, Materialflüsse und Arbeitsprozesse optimal aufeinander abzustimmen.
Wir können jedes Jahr aus 30 bis 40 Bewerbungen auswählen, darunter viele Abiturientinnen und Abiturienten. Die Hälfte unserer Auszubildenden sind Frauen.
Dominic Huber, Schreinermeister
Die Schreinerei arbeitet sowohl für Privatkunden als auch für gewerbliche Auftraggeber. Rund 80 Prozent der Aufträge entfallen auf individuelle Lösungen wie Küchen, Waschtische oder hochwertige Inneneinrichtungen. Daneben realisiert das Unternehmen auch größere Projekte, aktuell beispielsweise für das Schwarzwald-Baar-Klinikum.
Ausbildung mit Perspektive
Ein zentrales Thema des Besuchs war die Nachwuchsgewinnung im Handwerk. Die Schreinerei Huber trägt unter anderem das Ausbildungszertifikat VORAUS der Handwerkskammer Konstanz und bildet alljährlich zwei junge Menschen aus.
„Wir können jedes Jahr aus 30 bis 40 Bewerbungen auswählen, darunter viele Abiturientinnen und Abiturienten. Die Hälfte unserer Auszubildenden sind Frauen, das ist schon etwas Besonderes. Nach der Ausbildung übernehmen wir die meisten Auszubildenden direkt“, berichtet Dominic Huber.
Auch ungewöhnliche Lebensläufe sind im Betrieb keine Seltenheit. Unter anderem absolvierten bereits ein ehemaliger Architekt und ein früherer Jurastudent eine Ausbildung zum Schreiner. Andere Mitarbeiter haben sich über ein Studium oder die Meisterschule weiterqualifiziert und anschließend bewusst für die Rückkehr in den Betrieb entschieden.
Staatssekretär Thomas Dörflinger würdigte die Entwicklung des Unternehmens und die Leistungen des Handwerks insgesamt. Junge Menschen suchten zunehmend nach einer Arbeit mit Sinn und sichtbaren Ergebnissen. Genau das biete das Handwerk. Gleichzeitig sprach er sich dafür aus, die duale Ausbildung insbesondere an Gymnasien noch stärker bekannt zu machen. „Wer Abitur macht, soll selbstverständlich studieren können. Aber genauso selbstverständlich soll jede Abiturientin und jeder Abiturient wissen, welche Chancen eine Ausbildung bietet. Deshalb brauchen wir mehr Berufsorientierung, mehr Praktika, mehr Begegnungen mit Betrieben, mehr Ausbildungsbotschafter und mehr Information über Karrierewege“, so der Staatssekretär.
Wer Abitur macht, soll selbstverständlich studieren können. Aber genauso selbstverständlich soll jede Abiturientin und jeder Abiturient wissen, welche Chancen eine Ausbildung bietet.
Thomas Dörflinger, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus des Landes Baden-Württemberg
Moderne Arbeitswelt stärkt die Mitarbeiterbindung
Die Schreinerei Huber bietet neben der modernen Ausstattung auch flexible Arbeitszeitmodelle an. „Manche Mitarbeiter beginnen um halb sieben, andere erst um neun Uhr. Wir bieten verschiedene Arbeitszeitmodelle an und versuchen, auf vieles einzugehen“, sagt Huber. Urlaubsanträge und Krankmeldungen werden digital über eine App organisiert.
„Das zeigt doch eindrucksvoll, wie leistungsfähig und attraktiv das Handwerk heute sein kann“, lobte Handwerkskammerpräsident Werner Rottler. „Entscheidend ist letztendlich, dass die Menschen gerne in ihrem Betrieb arbeiten und dort gute Perspektiven finden. Das gelingt der Schreinerei Huber offensichtlich sehr gut.“