
Volker Sichler zählt zur Weltspitze der Motorrad-Designer. Die „Phantom“, von ihm designt und entwickelt, sorgte 2002 international für Aufsehen und wurde neben vielen anderen Auszeichnungen bei der Daytona Bike Week in Florida zum „Schönsten Motorrad der Welt“ gekürt.
Die Erfolgsstory der ersten deutschen Motorradmanufaktur begann im Jahr 1986 – vor 40 Jahren – mit dem Umbau einer gebrauchten Harley. Bereits zwei Jahre später gründete der gelernte Maschinenbauelektroniker Sichler in Dauchingen Hollister’s MotorCycles mit eigener Fertigung, Werkstatt und Showroom. In seiner Werkstatt im Schwarzwald-Baar-Kreis baut er überwiegend Motorräder der Marke Indian zu Designerstücken um. Jedes für sich ist ein Unikat.
Kundenanfragen erhält Volker Sichler aus aller Welt. Er lieferte schon nach Monaco, Nizza, Saint Tropez, Indien und Singapur. Und einzigartige Kreationen entstanden auch für Kunden und Sammler im Orient, in Russland, Australien, Frankreich, Deutschland und in der Schweiz. Trotz der angespannten Weltlage und der US-Zölle läuft es für den Motorraddesigner gut.
„Wir bekommen von dem Krieg zum Glück nicht viel mit. Für die ‚Indian‘ werden die Teile von Indian Motor Cycles in den USA nach Europa geliefert und in Europa montiert. Damit sind die Maschinen als EU-Fahrzeuge deklariert, und die horrenden Zölle fallen nicht an“, sagt Sichler sichtlich erleichtert. „So sind wir aus dem Gröbsten raus, aber man weiß nie, wie schnell sich etwas ändert.“ Er freut sich, dass die Saison wieder startet, und das Interesse an seinen Maschinen nahezu ungebrochen hoch ist.
Nachfrage ungebrochen hoch
Zu seinem Kundenkreis zählen Könige, Prinzen und die High Society aus aller Welt. Der Krieg im Iran beeinflusst ihre Nachfrage nicht – auch nicht jener aus Dubai. „Diese Kunden haben oft Wohnsitze in der Schweiz oder Frankreich und nutzen die Maschinen in Europa“, so Sichler. Er hofft, dass das so bleibt, denn er sei auf die Kaufkraft seiner Kunden angewiesen. „Die wirtschaftliche Lage ist nicht gut. Da haben vor allem viele Leute hierzulande anderes zu tun, als teure Motorräder zu kaufen“, weiß er. Andere wiederum würden gerade wegen der Wirtschaftslage kaufen. Kurzum: „Das vergangene Jahr war stabil“, sagt Sichler.
Mit großer Sorge sieht er jedoch dem Verbrenner-Aus entgegen. „Dann sind wir erledigt“, befürchtet Volker Sichler.
Motorräder haben Volker Sichler schon immer fasziniert. Schon als Jugendlicher habe er Mofas umgebaut. Als er dann ein Motorrad für sich gesuchte habe, habe ihm keines am Markt richtig gefallen. So habe er begonnen, die Maschinen nach seinem Geschmack umzubauen und machte sein Hobby zum Beruf.
Auch nach 40 Jahren steht Volker Sichler täglich in seiner Werkstatt, schraubt, werkelt und tüftelt Ideen aus, um seinen Kunden immer Neues zu bieten. Für seine Motorräder erhielt er viele Auszeichnungen, wie den Internationalen Designpreis Balance in Silber des Landes Baden-Württemberg, oder den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland und den internationale Designpreis reddot.