
Die Anforderungen an Planung, Ausführung und Bewertung von Bauleistungen nehmen zu und werden zunehmend komplexer. Umso wichtiger sind unabhängige Sachverständige, die technische Sachverhalte fachkundig, objektiv und nachvollziehbar beurteilen.
Gerhard Schmidt, Diplom-Ingenieur (FH) aus Bad Dürrheim, wurde von der Handwerkskammer Konstanz als Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk öffentlich bestellt und vereidigt. Schmidt vereint langjährige Praxiserfahrung mit fachlicher Expertise. Seit vielen Jahren begutachtet er bereits Bauschäden, berät Bauherren, Handwerksbetriebe, Unternehmen und Gerichte und kennt die wachsenden Herausforderungen sowie die steigende Komplexität im Bauwesen.
Kammerpräsident Werner Rottler überreichte Schmidt die Bestellungsurkunde und den Sachverständigenstempel. Mit seiner Vereidigung steigt die Zahl der öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen bei der Handwerkskammer Konstanz auf 72 in 32 Gewerken.
Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige stehen für besondere Sachkunde, Unabhängigkeit und Verlässlichkeit.
Werner Rottler, Präsident der Handwerkskammer Konstanz
Die Aufgabe von Sachverständigen sei es, technische Sachverhalte neutral und objektiv zu bewerten. „Am besten schon dann, wenn Konflikte auf Baustellen entstehen und sich noch außergerichtlich lösen lassen“, so der Kammerpräsident, der selbst lange als Sachverständiger im Schornsteinfegerhandwerk tätig war.
Schmidt bringt umfangreiche Erfahrung mit. Der Diplom-Ingenieur (FH) ist seit vielen Jahren als zertifizierter Sachverständiger für Schäden an Gebäuden tätig. Außerdem engagiert er sich als Dozent an der Bildungsakademie der Handwerkskammer Konstanz und als Vorsitzender des Meisterprüfungsausschusses für das Maurer- und Betonbauerhandwerk.
„Die Regelwerke werden immer komplexer. Man muss fachlich am Ball bleiben“, sagt Schmidt. Gerade das reizt ihn an der Aufgabe. Der Austausch mit anderen Fachleuten sei dabei ebenso wichtig wie die regelmäßige Weiterbildung. Kein Gutachter könne alle Themenbereiche allein abdecken.
Für Sandra Sorg, Ansprechpartnerin für das Sachverständigenwesen bei der Handwerkskammer Konstanz, ist die Arbeit der Experten von großer Bedeutung: „Sie helfen dabei, Streitigkeiten zu klären, Vertrauen zu schaffen und die Qualität im Handwerk zu sichern.“
Mit Blick auf die Zukunft der Baubranche sieht Schmidt vor allem die zunehmende Vorfertigung von Bauteilen als wichtiges Thema. „Da kann viel saisonunabhängiger gearbeitet werden“, sagt Schmidt. Gleichzeitig spricht Schmidt sich für einen realistischeren Blick auf das Baugeschehen aus. So sei bei der Bewertung von Bauleistungen zwischen tatsächlichen Mängeln und technisch zulässigen Toleranzen zu unterscheiden. Maßgeblich sind dabei die anerkannten Regeln der Technik sowie die einschlägigen Normen und Richtlinien.
Hintergrund: Sachverständige im Handwerk
Wenn Kunden und Handwerksbetriebe unterschiedliche Auffassungen über die Ausführung einer Leistung haben, können öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige helfen. Sie beurteilen Sachverhalte fachlich fundiert, objektiv und unabhängig sowohl außergerichtlich als auch vor Gericht.
Geprüfte Qualität
Die Bezeichnung „Sachverständiger“ ist nicht geschützt. Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige hingegen müssen ihre besondere Fachkunde, persönliche Eignung und Unabhängigkeit in einem anspruchsvollen Prüfverfahren nachweisen. Die öffentliche Bestellung gilt daher als besonderes Qualitätsmerkmal.
Kosten
Die Vergütung von Sachverständigen richtet sich nach Art und Umfang des Auftrags. Bei gerichtlichen Gutachten erfolgt die Vergütung nach dem Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz (JVEG). Für privat beauftragte Gutachten werden die Kosten individuell mit dem Sachverständigen vereinbart.