
Das Handwerk in den Landkreisen Konstanz, Waldshut, Rottweil, Tuttlingen und im schwarzwald-Baar-Kreis startet mit deutlich mehr Auszubildenden ins neue Ausbildungsjahr. Die Zahl der neuen Lehrverträge ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15,5 Prozent gestiegen. Aktuell zählt die Handwerkskammer Konstanz 1.549 neue Ausbildungsverhältnisse. Wegen einer Umstellung im Eintragungsverfahren kann es noch zu kleineren Verschiebungen kommen.
Etwas fürs Leben lernen
Auch bei Abiturientinnen und Abiturienten gewinnt das Handwerk an Attraktivität. Knapp 17 Prozent der neuen Auszubildenden verfügen über Abitur oder Fachhochschulreife. Das ist ein neuer Höchststand.
Besonders beliebt sind insgesamt die Berufe Kfz-Mechatroniker (216 neue Auszubildende), Elektroniker (173), Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (155) sowie Zimmerer (143).
Das Handwerk erlebt einen deutlichen Imagewandel. Viele junge Menschen sehen darin heute eine moderne Branche, in der man etwas bewegen kann und etwas fürs Leben lernt.
Werner Rottler, Präsident der Handwerkskammer Konstanz
Handwerk punktet mit guten Zukunftsperspektiven
Als Gründe für das gestiegene Interesse nennt Werner Rottler außerdem die verhaltene Lage in Teilen der Industrie und die Nachfrage nach Berufen, die nicht einfach automatisiert werden können. „Die beste KI wird auch künftig keine Wärmepumpe installieren, keine Solaranlage aufs Dach montieren und keine Haare schneiden können“, sagt er.
Wer sich für eine Ausbildung im Handwerk entscheidet, habe gute Perspektiven. Die Chancen auf eine Übernahme seien hoch, die Beschäftigungsaussichten stabil.
Berufswahl nicht aufschieben
Rottler rät dazu, die Berufswahl nicht auf die lange Bank zu schieben. „Wer nach dem Schulabschluss dauerhaft in Helferjobs hängenbleibt, riskiert später geringere Verdienst- und Entwicklungsmöglichkeiten.“
Daher fordert die Handwerkskammer mehr praktische Berufsorientierung an allen Schulformen. Große Chancen sieht Kammerpräsident Werner Rottler auch im geplanten Freiwilligen Handwerksjahr. „Junge Menschen können Berufe kennenlernen, Erfahrungen sammeln und eine fundierte Entscheidung für ihre Zukunft treffen.“
Auch nach dem 1. September können Interessierte noch mit einer Ausbildung im Handwerk beginnen. Der schnellste Weg führt meist über eine direkte Anfrage bei einem Handwerksbetrieb.
Informationen und eine Ausbildungsplatzbörse bietet die Handwerkskammer auf ihrer Website an.
Betriebe, die vom Imagewandel im Handwerk profitieren möchten und noch Auszubildende suchen, können ihre freien Stellen jederzeit in der Ausbildungsplatzbörse veröffentlichen.