
Wie wollen Sie gerade kleinere Handwerksbetriebe bei der Weiterentwicklung digitaler Prozesse und beim Einsatz von KI-Anwendungen unterstützen?

Christoph Stetter (CDU)
Das Fundament im Handwerk wird analog wie digital in der Ausbildung gelegt. Die Weiterentwicklung beruflicher Bildungsstätten zu Kompetenzzentren für Weiterbildung und Technologietransfer bietet Chancen für kleine und mittlere Betriebe. Zudem bleibt das Programm „Horizont Handwerk“, eine gemeinsame Initiative des Landes und von Handwerk BW, ein zentrales Instrument. Das Programm unterstützt schon heute in vielfältiger Weise dabei, das Handwerk bei der Digitalisierung zukunftsfest zu machen, und soll gemeinsam weiterentwickelt werden.
Foto: medienlove
Giuliana Ioannidis (SPD)
Die Zuschussvariante der Digitalisierungsprämie Plus wurde vom Land gestrichen, was vielen kleinen Handwerksbetrieben den Zugang zu unkomplizierter Förderung entzieht. Programme wie InvestBW und „Horizont Handwerk“ müssen stärker auf den Betriebsalltag zugeschnitten, vereinfacht und verlässlich ausgestaltet werden. Überbordende Bürokratie, insbesondere durch Berichtspflichten, muss abgebaut werden. Wissenstransfer auf Augenhöhe, wie etwa beim Seifriz-Preis, muss gestärkt werden. Weiterbildung sollte regional
und bezahlbar sein.
Foto: Felix Fuchs


Saskia Frank (Grüne)
Kleinere Handwerksbetriebe unterstützen wir über „Horizont Handwerk“ mit Beratungen, Werkstattformaten und Erfahrungsaustausch praxisnah bei den Themen Digitalisierung und KI. Die Innovationsallianz BW und KI-Allianz BW erleichtern den Zugang zu anwendungsnaher Forschung und Tools. Ergänzend bieten Digital Hubs und regionale KI-Labs konkrete Anwendungsbeispiele und Testmöglichkeiten für den Handwerksbereich. Hochwertige Weiterbildungen für Handwerker sichern wir durch modernisierte Bildungsstätten und gezielte
Fortbildungsprogramme.
Foto: Lena Lux
Nico-Gabriel Klemann (FDP)
Ich sehe eine Unterstützung in drei Schritten: erstens, Förderung und Ausbau des Glasfasernetzes, besonders in ländlichen Räumen, inklusive Anbindung bis in den Betrieb, für eine effektive Digitalisierung. Diese bringt aber nichts, wenn sie nur Bürokratiezwecke erfüllt. Zweitens sollen Betriebe mit weniger als 20 Mitarbeitern von statistischen Meldepflichten entlastet werden. Drittens soll ein KI-Budget im Landeshaushalt Pilotprojekte von KI-Anwendungen fördern. Erfolgreiche Projekte sollen dann ausgerollt und den Betrieben zugänglich gemacht werden.
Foto: Stephanie Trenz


John-Eric Löser (Die Linke)
Als Betriebsrat und Rettungssanitäter weiß ich, dass Digitalisierung entlasten und nicht zusätzlich stressen muss. Ich will gezielte Förderung für kleine Handwerksbetriebe, kostenlose Beratung, Open Source statt teurer Software. Weiterbildung als
bezahlte Arbeitszeit. KI nur dort, wo sie Arbeit erleichtert – mit Mitbestimmung, Tarifbindung und starkem Datenschutz. Keine Technik gegen Beschäftigte, sondern für gute Arbeit.
Foto: Alexander Somogyi
Bernhard Eisenhut (AfD)
Voraussetzung für die Nutzung digitaler Prozesse ist zunächst eine funktionierende digitale Infrastruktur. Dies kann als staatliche Aufgabe im Sinne der Grundversorgung betrachtet werden. Inwiefern Digitalisierung und die Nutzung von KI-Anwendungen im Bereich kleinerer Handwerksbetriebe überhaupt sinnvoll und erwünscht ist, muss von diesen selbst entschieden werden können. Die Politik sollte vor allem dafür Sorge tragen, dass unnötige Bürokratie abgebaut wird und somit die Betriebe vielmehr von Verfahren entlastet werden.
Foto: Pressestelle AfD-Fraktion Landtag Baden-Württemberg
