Design Thinking im Handwerk Kreativraum in Tuttlingen eröffnet

PRESSE. Im neu eröffneten Kreativraum in Tuttlingen sollen künftig Auszubildende im Rahmen der ÜBA Design Thinking lernen.

Präsident und Hauptgeschäftsführer durchschneiden rotes Band im Kreativraum in Tuttlingen. Im Hintergrund weitere Personen siehe Bildunterschrift.
HWK KN / Stefanie Siegmeier. Feierliche Eröffnung durch Georg Hiltner (Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer Konstanz) und Werner Rottler (Präsident Handwerkskammer Konstanz). Hinten: Marc Schnitzer (Stabstelle Zukunft Handwerk bei der Handwerkskammer Aachen, von links), Maria Kreiner (Projektleiterin Handwerkskammer Konstanz), Ralf Rapp (Kreishandwerksmeister Donau-Neckar und stellvertretender Kammerpräsident), Klemens Strohm (Obermeister der Schreinerinnung Tuttlingen), Roland Aicheler (Leiter der BBT), Bernd Klaiber (Autohaus Klaiber).

Das Projekt „Design Thinking im Handwerk“ hat den nächsten Meilenstein erreicht. An der Beruflichen Bildungsstätte Tuttlingen (BBT) ist der neu entstandene Kreativraum fertig eingerichtet und wurde feierlich eröffnet. Künftig sollen in dem Raum Auszubildende im Rahmen der überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) gewerkeübergreifend arbeiten und mit Hilfe von Design Thinking Probleme lösen und innovative Ideen entwickeln.

In drei unterschiedliche Arbeitszonen eingeteilt finden die Auszubildenden künftig ein modernes Umfeld zum Entwickeln, Umsetzen und Präsentieren ihrer Ideen. In dem Kreativraum stehen dafür unter anderem 3-D-Drucker und eine Laserschneid- und Graviermaschine zur Verfügung. Die Teilnehmer analysieren Kundenaufträge, entwickeln Ideen und bauen Prototypen oder entwerfen neue Prozesse – ein Training, das direkt auf betriebliche Herausforderungen übertragbar ist.

Kundennutzen steht im Mittelpunkt

Portrait von Marc Schnitzler

Marc Schnitzler, Stabstelle Zukunft Handwerk bei der Handwerkskammer Aachen, machte in seinem Kurzvortrag zur Eröffnung deutlich, dass sich auch im Handwerk künftig jeder mit dem Design seiner Produkte und Prozesse beschäftigen müsse, damit er wirtschaftlich erfolgreich bleibe. Design Thinking stellt deswegen den Nutzen für die Kundinnen und Kunden in den Mittelpunkt.

Das Pilot-Projekt „Design Thinking als Methode in der überbetrieblichen Ausbildung im Handwerk“ soll den Auszubildenden Kompetenzen vermitteln, die sie später in die Betriebe transferieren, um dort Innovationsprozesse anzustoßen. Es wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) mit 1,3 Millionen Euro gefördert.

Kreativ-Training als Schlüssel für Innovationen

Im Kreativraum steht das gewerkeübergreifende Arbeiten im Fokus. „Mit dem gewerkeübergreifenden Ansatz brechen wir Grenzen auf und schaffen die Möglichkeit, auch andere Gewerke zu verstehen“, erklärte Schnitzler.

„Dieser Raum ist mehr als ein Seminarraum. Hier setzen Auszubildende Projekte gewerkeübergreifend um und lernen wichtige Schlüsselkompetenzen: Teamarbeit, Kreativität, lösungsorientiertes Denken und eine neue, konstruktive Fehlerkultur.“

Werner Rottler, Präsident der Handwerkskammer Konstanz

„Wenn das Handwerk stark bleiben soll, muss es sich weiterentwickeln. Und dieser Anspruch muss bereits in der Ausbildung sichtbar werden“, betonte Rottler den Innovationswillen der Kammer.

Neue Methoden für die überbetriebliche Ausbildung

„Innovation spielt für uns als Bildungsträger seit jeher eine zentrale Rolle. Wir haben früh VR-Anwendungen in die Ausbildung integriert und auch didaktisch oft neues Terrain betreten. Mit dem Projekt Design Thinking gehen wir diesen Weg konsequent weiter. Erfolgreiche Methoden aus anderen Branchen ins Handwerk zu übertragen, erfordert Mut, und manchmal auch Überzeugungsarbeit. Aber es ist genau der richtige Weg“, betonte Georg Hiltner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Konstanz.

Innovationskraft für Betriebe

Maria Kreiner, Projektleiterin bei der Handwerkskammer, ergänzte: „Design Thinking soll ein Impuls dafür sein, die überbetriebliche Ausbildung langfristig neu zu gestalten. Wir als Kammer gehen da mutig voran und unterstützen Betriebe Innovationskraft zu entwickeln.“

Roland Aicheler, Geschäftsführer der Beruflichen Bildungsstätte in Tuttlingen, freute sich über die Einrichtung des Kreativraums in der BBT. „Dieser Raum verknüpft Werkstatt und Theorieraum.“ Er sei eine ideale Umgebung für die Auszubildenden. „Das ist eine Weiterentwicklung für unser Haus.“

3-D-Druck im Kreativraum in Tuttlingen
3-D-Drucker und Laser- und Graviermaschine im Kreativraum in Tuttlingen

Schulung für Trainer

Im nächsten Schritt werden die Trainerinnen und Trainer geschult, die die Methode den Auszubildenden für einen späteren Einsatz im Betrieb vermitteln. In speziellen Train-the-Trainer-Formaten lernen sie im neuen Kreativraum die Methode kennen und können sie künftig selbst im Ausbildungsalltag einsetzen.

Das Projekt wird von der Handwerkskammer Konstanz, der Handwerkskammer Aachen und der Beruflichen Bildungsstätte Tuttlingen umgesetzt. Über drei Jahre hinweg soll Design Thinking für die überbetriebliche Ausbildung erprobt werden.

Wissenschaftlich-konzeptionell begleitet wird das Projekt von Prof. Dr. Jürgen Wagenmann vom Institut für KMU und Handwerk an der Allensbach Hochschule Konstanz. Laufende Evaluationen stellen sicher, dass die Methode zielgruppengerecht für die Auszubildenden im Handwerk konzipiert wird und den Bedarf der Handwerksbetriebe gewerkeübergreifend erfüllt. Ziel ist es, Design Thinking langfristig in die überbetriebliche Ausbildung zu integrieren.

Anmelden für Informationsveranstaltungen

Am 29. April und 1. Mai finden Informationsveranstaltungen in der BBT für interessierte Betriebe, Ausbildende und Multiplikatoren statt. Sie bieten einen praxisnahen Einblick in die Methode, ohne Theorieballast, dafür mit konkreten Anwendungsbeispielen aus dem Handwerk.

Weitere Informationen und Anmeldung

Hinweis

Das Projekt „DTM-Handwerk“ wird gefördert im Rahmen der „Initiative für eine exzellente überbetriebliche Ausbildung (INex-ÜBA)“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). INex-ÜBA wird durchgeführt vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Logo des BMBFSFJ
Logo des BiBB