Wir gratulieren! Drei Betriebe auf der IHM ausgezeichnet

PRESSE. Ein erfolgreicher Tag für das Handwerk im Südwesten: Auf der Internationalen Handwerksmesse (IHM) gab es Preise und Anerkennungen für die innovativen Ideen von drei Betrieben aus dem Bezirk der Handwerkskammer Konstanz. Lesen Sie hier mehr über die Auszeichnungen.

Gruppenbild mit Marius Krösser (Clight), Jan Benz (Berater für Innovation und Technologie, Handwerkskammer Konstanz) und Siegfried Schmid (Flexomobil) auf der IHM in München.
HWK KN / Petra Schlitt-Kuhnt. Marius Krösser (Clight), Jan Benz (Berater für Innovation und Technologie, Handwerkskammer Konstanz) und Siegfried Schmid (Flexomobil) auf der IHM in München (von links).

Starke Leistung! Gleich zweimal geht der Bundesinnovationspreis 2026 an Betriebe aus dem Bezirk der Handwerkskammer Konstanz. Sowohl Flexomobil aus Gottmadingen als auch Clight aus Konstanz wurden auf der Internationalen Handwerksmesse (IHM) für ihre Entwicklungen ausgezeichnet.

Einen weiteren Preis gab es für den Elektro-, Heizungs- und Sanitär-Betrieb Dietenmeier+Harsch aus Konstanz. Er gewann den „Pitch im Handwerk“ auf dem parallel zur IHM stattfindenden Kongress „Zukunft Handwerk“.

Georg Hiltner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Konstanz, hob auf der IHM die besondere Leistung der Betriebe hervor. „Es ist herausragend, was diese Handwerker geleistet haben. Ein Produkt von der Idee über die Entwicklung bis zur Marktreife zu führen, das erfordert Durchhaltevermögen, Optimismus und einen starken Willen“, sagte er bei seinem Besuch an den Messeständen. „Baden-Württemberg ist die Region mit der höchsten Innovationskraft in Europa. Das zeigen auch unsere Betriebe mit diesen Auszeichnungen. Sie erkennen Probleme und schaffen die benötigten Lösungen selbst. Sie sind die Basis für einen starken Mittelstand, der unsere Wirtschaft stützt.“

Auch Jan Benz, Berater für Innovation und Technologie bei der Handwerkskammer Konstanz, freut sich über den Erfolg der Betriebe. „Die Auszeichnung haben sich alle verdient. Sie erhöht nicht nur die Sichtbarkeit der einzelnen Betriebe, sondern die des Handwerks allgemein“, sagt Benz, der die Betriebe in der Bewerbungsphase begleitet hat. „Und sie zeigt: Unsere Betriebe können Innovation. Ideen sind da, aber auch der Nährboden muss passen, damit diese wachsen und reifen können. Stärkere Förderungen für Handwerksbetriebe und mehr Kooperationen zwischen Hochschulen und Handwerk sind wichtige Bausteine, damit das ganze Potential genutzt wird.“

Flexomobil aus Gottmadingen

Für die marktreife Entwicklung eines senkrechten Hauslifts bekam Flexomobil aus Gottmadingen den „Bundespreis 2026 für hervorragende innovatorische Leistungen für das Handwerk“ verliehen. Das Produkt zeichnet dadurch aus, dass es sich laut Hersteller in nahezu jeder Immobilie installieren lässt. Seine Installation ist durch das modulare System einfach und lässt sich auch durch geschulte Schreiner durchführen. Das Baukastensystem ist in der Höhe und Breite variabel. Durch den Antrieb oben nimmt er wenig Platz ein.

Der 77-jährige Geschäftsführer Siegfried Schmid war mehr als gerührt, als er von seiner Auszeichnung erfuhr: „Ganz ehrlich, ich bin richtig glücklich. Der Lift ist einfach die letzte Stufe, wenn man vorher mit Treppenbau anfängt. Wir hatten zusammen mit der Hochschule ein tolles Team. Ideal war die Zusammenarbeit mit einem Schreinermeister. Und da habe ich mit Matthias Hug einen jungen, leidenschaftlich engagierten Schreinermeister gefunden,“ erläutert Schmid begeistert.

„Unser Produkt baut Barrieren ab und unterstützt Menschen darin, auch mit Beeinträchtigungen weiter aktiv am Leben teilzuhaben. Sie können länger ohne fremde Hilfe in ihrem Haus bleiben“, erklärt Siegfried Schmid, Firmenchef von Flexomobil seinen Antrieb. Er sieht großes Potenzial in dem Bereich. „Die wenigsten Häuser sind altersgerecht“, sagt er. Durch den demografischen Wandel werde der Bedarf immer größer. Der Vertrieb soll künftig bundesweit und in der Schweiz über das Schreinerhandwerk erfolgen.

Clight aus Konstanz

Als Idee wurde Clight aus Konstanz mit dem Bundesinnovationspreis ausgezeichnet. Clight hat eine multifunktionale Deckenlampe entwickelt, die neben der Beleuchtung von Räumen auch das Heizen und Kühlen übernehmen kann. In der Lampe sind Heiz-, Kühl- und Entfeuchtungsfunktion integriert. Sie lässt sich außerdem an eine Wärmepumpe anschließen und somit ressourcenschonend nutzen. Marius Krösser, Meister der Kälte- und Klimatechnik und Wirtschaftsingenieur, stellt das System in schlichtem Design auf der Sonderschau Innovation gewinnt! aus.

„Für uns ist das eine supergroße Ehre, dass wir den Bundesinnovationspreis erhalten haben. Das ist wie ein Ritterschlag, eine sehr große Wertschätzung“, sagt Krösser. Die multifunktionale Deckenlampe entwickelte er während seines Studiums nach der Meisterausbildung. „Wir wollten Heizung und Klimaanlage aus den Wohnräumen verschwinden lassen. Jetzt läuft alles über die Deckenlampe, die sowieso im Raum hängt.“

Für seine Entwicklung hat Krösser bereits eine lobende Erwähnung beim Seifriz-Preis erhalten. Die Jury hob hervor, dass Weiterqualifizierungen ins Akademische auch im Handwerk selbstverständlich seien. „In diesem Projekt sind Handwerker und Wissenschaftspartner HTWG Konstanz ein und dieselbe Person“, heißt in der Jurybegründung.

Dietenmeier+Harsch aus Konstanz

Der Elektro-, Heizungs- und Sanitär-Betrieb Dietenmeier+Harsch aus Konstanz stellte seine Idee mit fünf anderen Betrieben beim „Pitch im Handwerk“ auf dem parallel zur IHM stattfindenden Kongress Zukunft Handwerk vor.

Lukas Kopp und Thomas Dietenmeier verschafften den Mitarbeitern im Betrieb durch den Einsatz einer Robotic Process Automation (RPA) mehr Luft für die eigentlichen Aufträge. Das Programm übernimmt eigenständig Aufgaben wie die Materialbeschaffung. Dafür erhielten sie den Jurypreis in Höhe von 4.000 Euro.

Metallbau Aigeldinger aus Zimmern ob Rottweil

Der Metallbaubetrieb hat im vergangenen Jahr an der Digitalisierungswerkstatt von Mittelstand Digital teilgenommen. „Als ich aus anfing, im Betrieb mitzuarbeiten, habe ich gemerkt, wie viel Zeit für die individuelle Angebotserstellung aufgebracht werden muss. Das zahlt einem keiner. Für mich war klar: Das muss automatisiert werden“, erklärte Regine Aigeldinger auf Nachfrage die Beweggründe.

In Zusammenarbeit mit dem Softwarehersteller Nortal entwickelte der Betrieb einen KI-Chatbot, der Kunden eigenständig eine erste Angebotsschätzung erstellen kann. Den KI-Chatbot stellten Martin und Regine Aigeldinger auf der IHM vor. In Zusammenarbeit mit dem Softwarehersteller Nortal entwickelte der Betrieb einen KI-Chatbot, der Kunden eigenständig eine erste Angebotsschätzung erstellen kann. Am 21. April ist der Chatbot Thema bei der neuen Online-Serie Tech Talk Handwerk.


Weitere Informationen

Ausführlicher Bericht zum Hauslift von Flexomobil

Ausführlicher Bericht zum RPA von Dietenmeier+Harsch

Serie: Aufbruch im Handwerk