Ausbildung neu denken Design Thinking kommt ins Handwerk

PRESSE. Die Methode Design Thinking wird in der überbetrieblichen Ausbildung im Handwerk erprobt: Das gemeinsame Projekt der Handwerkskammer Konstanz, der Handwerkskammer Aachen und der Beruflichen Bildungsstätte Tuttlingen unterstützt systematisches, gewerkeübergreifendes Denken, das sich auf das Lösen von Problemstellungen konzentriert – ganz ergebnisoffen.

Kreativraum in Tuttlingen mit Holztischen, zwei Personen vor Smartboard und diversen 3D-Druckern auf einem Sideboard vor einer Wand.
BBT / Carmen Kaupp. In dem Kreativraum, der Machbar, können Auszubildende künftig an drei Stationen („Denk-Mach-Zeig“) gewerkeübergreifend kreative Lösungen für Fragestellungen aus dem Arbeitsalltag finden.

Das Handwerk steht vor großen Herausforderungen: Fachkräftemangel, steigende Kundenanforderungen, Digitalisierung und immer komplexere Aufträge. Wer als Betrieb zukunftsfähig bleiben will, muss nicht nur gut arbeiten, sondern auch anders denken lernen. Genau hier setzt das vom Bundesbildungsministerium geförderte Projekt DTM-Handwerk an, das die Design Thinking Methode schon in die Ausbildung im Handwerk bringen will.

Ziel des Projekts ist es, den angehenden Fachkräften in der überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) eine zusätzliche Kompetenz zu vermitteln, die in modernen Betrieben immer wichtiger wird: systematisches, gewerkeübergreifendes, kreatives Problemlösen. Design Thinking ist dafür eine international bewährte Methode, die nun auch in der Ausbildung im Handwerk erprobt werden soll.

Neue Methoden für die überbetriebliche Ausbildung

„Das Handwerk war schon immer ein Motor für Innovation. Aber heute reicht Erfahrung allein nicht mehr aus. Wir müssen junge Menschen gezielt befähigen, neue Lösungen zu entwickeln“, sagt Dr. Maria Kreiner, Projektleiterin von der Handwerkskammer Konstanz. „Design Thinking stärkt genau diese Kompetenz und soll ein Impuls dafür sein, die überbetriebliche Ausbildung langfristig neu zu gestalten.“

In einem Kreativraum, der derzeit in der Beruflichen Bildungsstätte in Tuttlingen (BBT) entsteht, sollen künftig Auszubildende gewerkeübergreifend an realen Fragestellungen aus dem Berufsalltag arbeiten. Sie analysieren Kundenaufträge, entwickeln Ideen und bauen Prototypen oder entwerfen neue Prozesse – ein Training, das direkt auf betriebliche Herausforderungen übertragbar ist.

Doch zunächst geht es im Projekt darum, Ausbilderinnen und Ausbilder für das Thema Design Thinking zu begeistern. In speziellen Train-the-Trainer-Formaten lernen sie im neuen Kreativraum die Methode kennen und können sie künftig selbst im Ausbildungsalltag einsetzen.

Innovationskraft für Betriebe

Bautagebuch Machbar Tuttlingen: Roland Aicheler mit Kollege vor Schriftzug Machbar

„Betriebe profitieren doppelt“, erklärt Roland Aicheler, Geschäftsführer der Beruflichen Bildungsstätte in Tuttlingen.

„Die Auszubildenden gewinnen zusätzliche Kompetenzen, und Ausbildende erweitern ihr methodisches Repertoire. Das stärkt die Innovationskraft des gesamten Unternehmens.“

Das Projekt wird von der Handwerkskammer Konstanz, der Handwerkskammer Aachen und der Beruflichen Bildungsstätte Tuttlingen umgesetzt und mit 1,3 Millionen Euro Bundesmitteln gefördert. Über drei Jahre hinweg soll Design Thinking für die überbetriebliche Ausbildung erprobt werden.

Wissenschaftlich-konzeptionell begleitet wird das Projekt von Prof. Dr. Jürgen Wagenmann vom Institut für KMU und Handwerk an der Allensbach Hochschule Konstanz. Laufende Evaluationen stellen sicher, dass die Methode zielgruppengerecht für die Auszubildenden im Handwerk konzipiert wird und den Bedarf der Handwerksbetriebe gewerkeübergreifend erfüllt. Ziel ist es, Design Thinking langfristig in die überbetriebliche Ausbildung zu integrieren.

Im April starten die ersten Informationsveranstaltungen für interessierte Betriebe, Ausbildende und Multiplikatoren. Sie bieten einen praxisnahen Einblick in die Methode, ohne Theorieballast, dafür mit konkreten Anwendungsbeispielen aus dem Handwerk.

Hinweis

Das Projekt „Design Thinking als Methode in der überbetrieblichen Ausbildung im Handwerk (DTM-Handwerk)“ wird gefördert im Rahmen der „Initiative für eine exzellente überbetriebliche Ausbildung (INex-ÜBA)“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). INex-ÜBA wird durchgeführt vom Bundesinstitut für Berufliche Bildung (BIBB).

Logo des BMBFSFJ
Logo des BiBB

Weitere Informationen

Handwerk neu denken: Design Thinking in der überbetrieblichen Ausbildung


Kontakt bei der Handwerkskammer Konstanz



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78462 Konstanz

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maria.kreiner@hwk-konstanz.de