
© Berufliche Bildungsstätte Tuttlingen
Design Thinking im Handwerk (DTM)
Worum geht es im Projekt?
Die Handwerkskammern Konstanz und Aachen sowie die Berufliche Bildungsstätte Tuttlingen (BBT) haben für ein gemeinsames Verbundprojekt rund 1,3 Millionen Euro Fördergelder vom Bund bekommen, um in der überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) im Handwerk kreatives, gewerkübergreifendes Denken zu fördern. Gemeinsam mit der Handwerkskammer Aachen wird die Methode „Design Thinking“ erstmals systematisch in der handwerklichen Ausbildung in freiwilligen Zusatzkursen ausprobiert.
Herzstücke des Pilotprojekts sind die Einrichtung moderner Kreativräume an der Beruflichen Bildungsstätte Tuttlingen und im Bildungszentrum BGZ Simmerath der Handwerkskammer Aachen. Diese Kreativräume sind in unterschiedliche Zonen unterteilt, die den gesamten Prozess von der ersten Idee über das handwerkliche Ausprobieren bis hin zur Präsentation abbilden. So können Auszubildende erleben, wie aus einem vagen Gedanken Schritt für Schritt ein funktionierendes Konzept und schließlich ein greifbares Ergebnis wird.
Schon im März 2026 finden erste Informationsveranstaltungen für interessierte Betriebe, Ausbilder und Azubis im Bezirk der Handwerkskammer Konstanz statt.
Sobald sich genügend Interessenten gemeldet haben, starten im Kreativraum in Tuttlingen die ersten Schulungen, zunächst mit professionellen Trainerinnen und Trainern der Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg der Handwerkskammer Aachen. Im weiteren Verlauf werden im Rahmen eines Train-the-Trainer-Programms Ausbilderinnen und Ausbilder qualifiziert, die die Methode selbständig mit ihren Azubis anwenden können.
Das langfristige Ziel besteht darin, Design Thinking dauerhaft und gewerkeübergreifend in der überbetrieblichen Ausbildung zu verankern.
Was haben Betriebe davon?
Handwerkliche Azubis aus verschiedenen Gewerken arbeiten gemeinsam an echten Praxisproblemen, entwickeln Lösungen, bauen Modelle und präsentieren diese. Sie lernen, strukturiert zu denken, kreativ zu handeln und gewerkeübergreifend zu arbeiten – Fähigkeiten, die im Betrieb sofort wirken.
Betriebe bekommen also Azubis, die nicht nur abarbeiten, sondern mitdenken, Probleme selbst erkennen und Lösungen vorschlagen.