hgf und präsident
FOTO WÖHRSTEIN OHG

Wie geht es nach dem 14. Februar weiter?

Handwerk legt Exitstrategie mit Stufenplan vor

Bis 14. Februar gilt die aktuelle Corona-Verordnung des Landes. Was dann folgt, ist noch ungewiss und führt auf vielen Ebenen zu Verunsicherungen. Das Handwerk fordert daher von der Politik eine klare Aussage darüber, wie die Einschränkungen für Wirtschaft und Bevölkerung weiter gestaltet werden sollen. Als Vorschlag haben die Handwerksorganisationen in Baden-Württemberg ein Exitstrategie-Papier aufgelegt, in dessen Mittelpunkt ein Stufenplan für die Öffnung von Handwerksbetrieben und Bildungseinrichtungen steht.

„Die Situation für Betriebe, die schließen mussten oder anderweitig von den Einschränkungen betroffen sind, spitzt sich zu –  zumal die staatlichen Hilfen auf sich warten lassen. Wenn wir jetzt keine klare Strategie vorlegen, kippt die Stimmung im Land ganz schnell. Und auch das Thema Ausbildung darf jetzt nicht einer allgemeinen Verunsicherung zum Opfer fallen“, warnt Werner Rottler, Präsident der Handwerkskammer Konstanz.

Stufenplan der baden-württembergischen Handwerkskammern

Die Handwerkskammern in Baden-Württemberg haben nun ein gemeinsames Exitstrategie-Papier erarbeitet, das heute als Vorschlag der Politik vorgelegt wird. Mitautor ist Georg Hiltner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Konstanz, der die einzelnen Maßnahmen näher erläutert. 

„Die Vorschläge sind sehr konkret. Unser Stufenplan sieht beispielsweise vor, dass bei einer Inzidenz unter 100 alle Gewerke im Handwerk, also auch körpernahe Dienstleistungen wie Friseure und Kosmetiker, ihrer Tätigkeit uneingeschränkt nachgehen dürfen. Dabei müssen natürlich die notwendigen Hygienekonzepte umgesetzt werden,“ erläutert Hiltner.

Als Betreiber von vier regionalen Bildungseinrichtungen zur handwerklichen Aus- und Weiterbildung war es Hiltner ein Anliegen, auch den Bildungsbereich in das Strategiepapier mit aufzunehmen, um für mehr Planungssicherheit zu sorgen. „Im Handwerk ist vieles nicht im Online-Unterricht möglich, Inhalte müssen in Lehrwerkstätten vermittelt werden, sonst leidet die Qualität. Unser Stufenplan sieht daher vor, dass Auszubildende und Meisterschüler bei einem inzidenzwert unter 100 wieder in gewissem Umfang in Präsenz unterrichtet werden können. Ab einem Wert von 50 sollte eine komplette Öffnung unserer Bildungseinrichtungen unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen möglich sein“, so Hiltner.

Schnelltests würden die Sicherheit vor Ort erhöhen. Allerdings bedürfe es noch der schnellen Genehmigung des Bundesgesundheitsministeriums, dass die Tests auch von außermedizinischem, aber dafür geschultem Fachpersonal durchgeführt werden dürfen.

Flankierend zum Stufenplan haben die baden-württembergischen Handwerkskammern weitere Maßnahmen vorgeschlagen. Diese sowie die Details des Stufenplans sind auf der Website des Baden-Württembergischen Handwerktags nachzulesen.