"Wenn Sie attraktive Mitarbeiter wollen, müssen Sie Ihr Unternehmen zu einem attraktiven Ort machen." Agentur-Chef Theo Eißler gab den Zuhörern in Singen und Rottweil sieben Ideen für eine motivierende Arbeitsatmosphäre mit auf den Weg.
Handwerkskammer Konstanz
"Wenn Sie attraktive Mitarbeiter wollen, müssen Sie Ihr Unternehmen zu einem attraktiven Ort machen." Agentur-Chef Theo Eißler gab den Zuhörern in Singen und Rottweil sieben Ideen für eine motivierende Arbeitsatmosphäre mit auf den Weg.

Wenn Mitarbeiter ihre Arbeit lieben

Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital und zugleich Aushängeschild einer Firma

Der Graben zwischen Wunsch und Wirklichkeit ist breit. Die meisten Arbeitnehmer wünschen sich eine Arbeit, die ihnen Freude macht - in einem Unternehmen, bei dem sie sich wohlfühlen. Die Wirklichkeit sieht für viele anders aus. Sie machen ihren Job zwar ordentlich, aber ohne Leidenschaft. Im schlimmsten Fall heißt die Devise: Dienst nach Vorschrift.  

Natürlich wollen auch Handwerksunternehmer, dass ihre aufwendig ausgebildeten oder angeworbenen Fachleute ihre Arbeit gerne erledigen. Schließlich sind die Mitarbeiter das wichtigste Kapital und Aushängeschild der Firma.

Tipps für motivierte Mitarbeiter

Aber wie bekommt man motivierte Mitarbeiter? Sein persönliches Rezept für eine inspirierte Mannschaft verriet Theo Eißler, Geschäftsführer der Tübinger Kommunikationsagentur „Bär Tiger Wolf“, bei dem Vortrag „Motivierte Mitarbeiter“ in Singen und Rottweil. Der Informationsabend war Teil der aktuellen Reihe „Erfolg durch Strategie“ der Handwerkskammer Konstanz, die Handwerksbetrieben konkrete Tipps für wichtige unternehmerische Fragestellungen gibt.

Eißlers wichtigste Botschaft zur Mitarbeitermotivation: „Wer attraktive Mitarbeiter will, muss den Raum dafür schaffen.“ In diesem Raum müssten sich Mitarbeiter so wohlfühlen, dass sie jeden Tag gerne zur Arbeit kommen. Dafür zu sorgen, sei reine Chefsache.

Eißler packte sieben Ideenpakete aus, mit denen Führungskräfte bei Mitarbeitern positive Grundstimmung und damit echte Motivation erzeugen können.

1. Raum für Wertschätzung

Jeder will Lob, Anerkennung, Wertschätzung. Wer echtes Interesse an seinen Mitarbeitern hat, nimmt sich Zeit für sie. „Loben Sie, wenn Sie einen Mitarbeiter bei guter Arbeit erwischen“, rät Eißler. Wertschätzung geht aber auch ohne Lob. Es reicht schon, den Mitarbeitern nach Abschluss eines Auftrags Rückmeldung über gute und schlechte Punkte zu geben. „Ohne dieses Feedback nehme ich dem Mitarbeiter die Chance, sich zu verbessern“, betont Eißler. Sein Tipp: viel „bitte“ und „danke“, vor allem bei zusätzlichen Aufgaben.

2. Raum für Vision

Ein Unternehmen braucht von sich ein Bild von der Zukunft, das Begeisterung auslöst. Denn: „Menschen brauchen Ziele. Wir alle wollen uns als Teil einer Gruppe für etwas Lohnendes einsetzen“, ist Eißler überzeugt. Eine Firma, die dieses begeisternde Ziel bietet, müsse Mitarbeiter gar nicht mehr motivieren. Teil der Mannschaft zu sein, ist dann schon Ansporn genug.  

3. Raum für Werte

Als Handwerker brennt man im Normalfall für sein Spezialgebiet. Die größte Gefahr ist, dass dieses Feuer unter der Last der Aufgaben erlischt. Eißler nennt den Wert für die kritische Schwelle: „Sie brauchen mindestens 20 Prozent Ihrer Zeit für etwas, wofür Sie wirklich brennen.“ Die Mitarbeiter spürten, ob der Chef noch Feuer und Flamme für sein Thema ist oder ob er schon auf Sparflamme läuft.  „Wenn Sie das Feuer in sich tragen, werden Sie auch Ihre Mitarbeiter anstecken“, ist Eißler überzeugt. Auch das motiviert die Mannschaft.

4. Raum für Transparenz

Wo immer es geht, sollten Führungskräfte Wissen und Informationen teilen, um so die Mitarbeiter ins Boot zu holen. Das schafft laut Eißler Vertrauen. Der Agenturleiter geht sogar so weit, die Geschäftszahlen in der Mannschaft offen zu legen. Transparenz heiße im Falle von Quertreibern in der Firma aber auch: mit klaren Regeln dafür sorgen, dass niemand in der Mannschaft schlechte Stimmung verbreitet. „Es ist Ihr Job als Chef, Fouls zu pfeifen“, sagt Eißler.

5. Raum für Austausch

Die Mannschaftsleistung zählt. Wichtig ist nach Eißlers Erfahrung daher, dass sich die einzelnen Mitarbeiter regelmäßig ihre Stärken und die der Kollegen bewusst machen, etwa an einem Klausurtag. Eißler: „Das schafft einen vertrauensvollen Raum und führt allen das große Potenzial im Unternehmen vor Augen.“  

6. Raum für Wachstum

Wie können Mitarbeiter im Unternehmen wachsen und ihr Potenzial entfalten? Bei „Bär Tiger Wolf“ hat jeder Mitarbeiter zwei Stunden pro Woche zur persönlichen Weiterentwicklung, etwa durch Tutorials, Fachbeiträge, Podcasts. „In diesen Zeiten bekommen die Mitarbeiter viel Inspiration, die dem ganzen Team gut tut“, berichtet Eißler.

7. Raum für Atmosphäre

Wenn man in ein Unternehmen kommt, spürt man den Geist und Stil des Hauses. Eißler rät Handwerksunternehmern, ein besonderes Augenmerk auf diese Betriebsatmosphäre zu legen: „Fragen Sie sich: Was ist der Geist und Stil Ihres Unternehmens? Ist es hell da? Zieht es? Ist es frisch gelüftet?“ Für die Mitarbeitermotivation sei das entscheidend. „Denn diese Atmosphäre spüren Ihre Mitarbeiter den ganzen Tag.“



Die wichtigsten Zitate von Theo Eißler auf einen Blick:

„Im Terminkalender kann ich nachlesen, was mir wichtig ist. Wenn ich hier keine Einträge für Besprechungen, Auszeiten oder Mitarbeitergespräche habe, zeigt das, dass mir Mitarbeiter anscheinend nicht so wichtig sind.“

„Wenn ich keine Zeit für meine wichtigste Ressource, die Mitarbeiter, habe, muss ich mich nicht wundern, wenn die Zeit kommt, dass ich Zeit habe, aber keine Mitarbeiter.“

„Die Atmosphäre im Unternehmen wird geprägt durch die Führungskraft. Es ist vor allem eine Frage der Haltung. Mitarbeiter spüren, wie jemand ihnen gegenübertritt. Partnerschaftlich, offen, zugewandt? Oder lässt derjenige den Chef raushängen und vermittelt den Eindruck, er habe keine Zeit, sich um die Fragen der Mitarbeiter zu kümmern?“

„Viele Unternehmer haben keine Antennen für die Arbeitsatmosphäre im eigenen Haus. Sie denken, die Unternehmenskultur bei ihnen sei bestens. Dabei ist der Ton furchtbar und die Menschenführung ist katastrophal.“

„Mitarbeitermotivation kennt keine Branchen. Für das Handwerk gelten folglich keine besonderen Regeln. Aber je größer eine Firma ist, desto schwieriger ist es, Menschen zu führen. Und Handwerk hat hier allein aufgrund der vorherrschenden Unternehmensgrößen ideale Voraussetzungen.“

„Der Wettbewerb der Zukunft wird sich um außergewöhnliche Menschen abspielen, nicht um außergewöhnliche Produkte.“

 Alle Themen und Termine der folgenden Vorträge der Reihe „Erfolg durch Strategie“ unter www.hwk-konstanz.de/strategie

Dr. jur. Sonja Zeiger-Heizmann

Wirtschaftsförderung und Unternehmensservice
Fachbereichsleitung

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