Simon Baumann
Handwerkskammer Konstanz
Kein Karriereschnitt, sondern eine perfekt auf ihn zugeschnittene Zukunft: Simon Baumann hat nach seinem Studium eine Ausbildung als Fliesenleger absolviert.

Vom Maschinenbau-Ingenieur zum Fliesenleger

Simon Baumann aus Eggingen hat sich für einen Neustart im Handwerk entschieden

Mit 21 Jahren stand Simon Baumann die ganze Welt offen. Die Jobangebote aus der Industrie lockten den frischgebackenen Maschinenbauingenieur – und auch die nahegelegene Schweiz. Doch Simon Baumann hatte andere Pläne. „Außergewöhnlich“ nennt er selbst seinen Werdegang: die Absage an eine Welt, die vorgezeichnet war, und die Entscheidung für einen Neustart im Handwerk.

Karriereleiter Handwerk

Die Phasen im Betrieb während seines dualen Maschinenbaustudiums hatten ihm die Augen geöffnet. „Ich bin jeden Tag nur noch im Büro gesessen – gleicher Platz, gleicher Bildschirm, gleiche Leute. Das war mir dann zu langweilig“, so Baumann. Im Herbst 2016 begann der inzwischen 23-Jährige aus Eggingen deshalb seine Ausbildung zum Fliesen-, Platten- und Mosaikleger. Zwei Jahre später darf sich Simon Baumann frisch ausgelernter Geselle nennen.

Für den ambitionierten Fliesenleger ist es nur der erste Karriereschritt: „Ich habe die Möglichkeit bekommen, mich für ein Weiterbildungsstipendium zu bewerben. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Ich möchte auf jeden Fall weitermachen und Richtung Meister gehen. Und vielleicht irgendwann noch den Fachwirt draufsetzen.“ Das übergeordnete Ziel von Simon Baumann ist jedoch das Führen eines eigenen Betriebs. Es ist ein naheliegendes Ziel, denn sein Vater Markus Baumann hat einen Meisterbetrieb für Fliesen, Platten und Naturstein in Eggingen im Landkreis Waldshut.

Traumjob Fliesenleger

„Mein eigener Chef zu sein, reizt mich. Ich möchte Verantwortung übernehmen. Als Fliesenleger hat man ein vielfältiges Arbeitsfeld. Man hat Kundenkontakt. Man ist auf der Baustelle. Auch Planung, Angebot und Rechnungsstellung sind mit dabei. Es ist vielseitig und abwechslungsreich“, beschreibt Baumann seinen Job, den er als „Traumberuf“ bezeichnet. Denn im Gegensatz zu seinem Studium kann er als Fliesenleger seine theoretischen Planungen auch selbst handwerklich umsetzen. „Man hat sich nicht nur etwas gedacht, sondern es wird auch wirklich umgesetzt und da kann man ein bisschen drauf stolz sein“, so Baumann.



 Ausbildung mit Abitur

4.381 junge Menschen waren Ende 2017 im Bezirk der Handwerkskammer Konstanz in einer handwerklichen Ausbildung. Die meisten Berufsanfänger kommen aus der Realschule und der Haupt- bzw. Werkrealschule. Allmählich entdecken aber auch immer mehr Abiturienten das Handwerk für sich. Zum Stichtag hatten 11,5 Prozent der Auszubildenden als schulische Vorbildung die Hochschulreife zu Buche stehen. Ein Vorteil für Abiturienten: Sie haben die Möglichkeit, die Ausbildung in verkürzter Form zu absolvieren. Zusätzlich zur potenziellen Ausbildungsverkürzung um bis zu zwölf Monate, besteht bei guten Leistungen auch die Aussicht, die Abschluss- bzw. Gesellenprüfung um ein halbes Jahr vorzuziehen.

grundler

Maria Grundler

Bildung und Ausbildungsberatung
Beratung / Projekt MeisterPOWER

Webersteig 3
78462 Konstanz
Tel. 07531 205-252
Fax 07531 205-6252
maria.grundler--at--hwk-konstanz.de