Euro-Geldscheine aufgefächert
pixabay
Wirtschaftshilfe in der Corona-Krise

Überbrückungshilfe Corona

Was Sie zum neuen Förderprogramm wissen müssen

Die Corona-Soforthilfe von Bund und Land ist zum 31. Mai 2020 ausgelaufen. Da trotz zunehmenden Lockerungen viele Unternehmen ihren Geschäftsbetrieb noch nicht oder nur eingeschränkt aufnehmen können, bietet die Bundesregierung seit Juli 2020 als Nachfolgeprogramm eine Überbrückungshilfe an.

Mittlerweile wurde eine Verlängerung der Überbrückungshilfe beschlossen. 

Die zweite Phase der Überbrückungshilfe umfasst die Fördermonate September bis Dezember 2020. Anträge für die zweite Phase können voraussichtlich ab Oktober gestellt werden.

Das Land Baden-Württemberg ergänzt das Programm des Bundes durch die Förderung eines fiktiven Unternehmerlohns: Der Bund schließt Lebenshaltungskosten oder einen Unternehmerlohn bei den förderfähigen Kosten explizit aus. Wie schon bei der Soforthilfe stockt das Land einen fiktiven Unternehmerlohn in Höhe von bis zu 1.180 Euro pro Monat in Abhängigkeit vom individuellen Umsatzrückgang daher auch bei der Überbrückungshilfe aus Landesmitteln auf.

Weitere Informationen zur Überbrückungshilfe finden Sie auf den Webseiten der Landesregierung und der Bundesregierung.

Wer darf einen Antrag auf Überbrückungshilfe stellen?

Antragsberechtigt sind kleine und mittelständische Unternehmen, Soloselbständige (auch aus den Freien Berufen) aus allen Wirtschaftsbereichen, die coronabedingt ganz oder teilweise schließen mussten oder durch die gesetzlichen Auflagen erhebliche Umsatzausfälle erleiden.

Anträge für die erste Phase der Überbrückungshilfe (Fördermonate Juni bis August 2020) müssen spätestens bis zum 30. September 2020 gestellt werden. Es ist nicht möglich, nach dem 30. September 2020 rückwirkend einen Antrag für die erste Phase zu stellen.

Wie wird der Antrag gestellt?

Anders als bei der Corona-Soforthilfe sind die Handwerkskammern an der Abwicklung der Überbrückungshilfe nicht beteiligt.

Das Antragsverfahren erfolgt in zwei Stufen:

1. Kontaktieren Sie einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer
Sie können Anträge nur in Zusammenarbeit mit diesen Dienstleisterinnen und Dienstleistern stellen. Gemeinsam besprechen Sie dann das weitere Vorgehen zur Antragstellung. 

2. Ihr Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigter Buchprüfer registriert sich auf der bundesweiten Online-Plattform.
Alles ist digital: die Antragstellung und das Einreichen der Unterlagen. Außerdem kann sich Ihr Dienstleister hier jederzeit über den Bearbeitungsstand Ihres Antrages informieren. Sobald der Bescheid vorliegt, wird er benachrichtigt.

Weitere Informationen, FAQ , eine Checkliste sowie Hinweise auf weitere Fördermöglichkeiten finden Sie auf www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de.

Was sind „erhebliche Umsatzausfälle“?

Der Umsatz muss in den Monaten April und Mai 2020 zusammengenommen um mindestens 60 % gegenüber den Vorjahresmonaten April und Mai 2019 eingebrochen sein. Wer sein Unternehmen erst nach April 2019 gegründet hat, zieht als Vergleich die Monate November und Dezember 2019 heran.

Um die eigenen Antragsvoraussetzungen zu prüfen, können Betriebe bzw. deren Steuerberater folgende Rechner benutzen:

Welche Ausgaben können geltend gemacht werden?

Förderfähig sind fortlaufende Kosten, die im Förderzeitraum (erste Phase: Juni bis August, zweite Phase: September bis Dezember 2020) anfallen und vertraglich begründet, behördlich festgesetzt und einseitig nicht veränderbar sind. Dazu zählen etwa

  • Mieten und Pachten für Gebäude
  • Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen
  • Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen
  • Grundsteuern
  • Versicherungen und Abonnements
  • Kosten für Auszubildende und Personalaufwendungen
Die vollständige Liste finden Sie in den Eckpunkten der Überbrückungshilfe des Wirtschaftsministeriums.

Wie hoch fällt die Förderung aus?

Die Überbrückungshilfe erstattet einen Anteil in Höhe von

  • 80 % der Fixkosten bei mehr als 70 % Umsatzeinbruch im Vergleich zum Vorjahresmonat
  • 50 % der Fixkosten, wenn der Umsatzeinbruch zwischen 50 % und 70 % im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt
  • 40 % der Fixkosten, wenn der Umsatzeinbruch zwischen 40 % und unter 50 % im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt

Die maximale Fördersumme für drei Monate beträgt für

  • Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten: 9.000 Euro
  • Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten: 15.000 Euro

Als Beschäftigtenzahl wird die Zahl der Mitarbeiter in Vollzeitäquivalenten zum Stichtag 29. Februar 2020 zugrunde gelegt.