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So klappt es mit dem Handwerker

Sie machen Lärm, sind manchmal kurz angebunden, aber oft Retter in der Not. 10 praktische Tipps, wie Kunden einen guten Draht zu Handwerkern aufbauen.

Das gebrochene Wasserrohr im Keller oder neue Tapeten fürs Wohnzimmer ­- irgendwann braucht jeder einen Handwerker. Damit im Notfall und auch bei nicht so eiligen Renovierungsarbeiten der Fachmann gerne vorbeikommt, hilft ein guter Umgang mit den Betrieben - von der ersten Anfrage bis zur Zahlung. Mit diesen zehn Tipps bauen Verbraucher einen guten Kontakt zu Handwerkern auf und sichern sich Vorzugsbehandlung für alle Fälle.

1. Lieber E-Mail als Telefon

Viele Handwerker bevorzugen schriftliche Kontaktaufnahme per Mail. Gerade kleinere Betriebe werden so bei der Arbeit nicht unterbrochen und können sich zu einem günstigen Zeitpunkt zurückmelden. Je detaillierter die Anfrage formuliert ist, desto präziser kann auch der Handwerker antworten.

2. Offen und ehrlich sein

Wie die meisten Menschen arbeiten Handwerker lieber und motivierter mit Kunden, die ihnen ein gewisses Maß an Vertrauen entgegenbringen. Auftraggeber sparen daher am besten schon bei der Kontaktaufnahme nicht mit Informationen über sich: Neben Kontaktdaten wie E-Mail, Handynummer und Adresse erleichtern Angaben zu Beruf und auftragsrelevanten Besonderheiten das Miteinander. Wer ganz großes Vertrauen in einen Betrieb hat, verrät sein Budget für das Vorhaben. Mit diesen Angaben ist ein maßgeschneidertes Angebot bezüglich Ausstattung und Qualitätsniveau möglich. Weiterer Vorteil: Der Handwerker kann gleich darauf hinzuweisen, wenn das Budget für die Ansprüche zu klein oder zu üppig ist.

3. Aufträge schriftlich vergeben

Größere Aufträge, vor allem im Baubereich, sollte man nur schriftlich vergeben. Leistungsumfang und -inhalt sollten im Vertrag präzise geregelt und wichtige Termine, bei einem Bauvorhaben beispielsweise der Fertigstellungstermin, fixiert werden.

4. Umfang der Arbeiten vor Auftragsvergabe klären

„Es ist von großem Vorteil, wenn die Kunden im Vorfeld gut darüber nachgedacht haben, was sie eigentlich wollen“, sagt Malermeister Rainer Kenzler. Hierbei denkt der Handwerker aus Volkertshausen nicht an fachliche Details, sondern an verbindliche Absprachen beim Auftraggeber. „Es ist immer gut, wenn sich etwa Paare darüber einig sind, was und in welchem Umfang gearbeitet werden soll“, weiß Kenzler aus Erfahrung. 

5. Genaue Angaben machen

Im Vorfeld sämtlicher Aufträge sollten möglichst genaue Angaben über Art und Umfang der auszuführenden Arbeiten gemacht werden. Der Handwerker kann damit den Zeit-, Werkzeug-, Material- und Personalbedarf besser planen. Das erspart auch dem Kunden unnötige Kosten.

6. Nur einen Ansprechpartner bestimmen

Gerade bei komplexeren Aufträgen müssen Handwerker wissen, wer welche Entscheidungen trifft. Auftraggeber sollten daher möglichst nur einen Ansprechpartner benennen, vor allem, wenn noch ein Planer oder Architekt beteiligt ist. Dieser Ansprechpartner sollte zuverlässig auch per Telefon erreichbar sein.

7. Bei größeren Arbeiten gemeinsamen Termin organisieren

„Bei Bauarbeiten, an denen mehrere Gewerke beteiligt, bietet sich an, mit möglichst allen Handwerkern im Vorfeld einen gemeinsamen Termin zu vereinbaren“, rät Malermeister Kenzler. Dieses Treffen sollte gut vorbereitet sein, damit am Ende die Schnittstellen besprochen sind und alle Beteiligten sich auf einen Bauzeitenplan einigen.

8. Zufriedenheit zeigen

Während der Bauarbeiten motiviert es, wenn der Kunde den Handwerkern hin und wieder zeigt, dass er mit der sichtbaren Arbeit bislang zufrieden ist. 

9. Privatgespräche nach Feierabend führen

Gegen eine Unterhaltung mit dem Handwerker ist nichts einzuwenden. Schließlich verbessert ein guter Kontakt gegenseitiges Verständnis und Arbeitsklima. Doch auch diese Zeit ist Arbeitszeit und muss bezahlt werden. Gespräche über gemeinsame Hobbys führen Auftraggeber deshalb besser außerhalb der Arbeitszeit.

10. Probleme sofort ansprechen

Auftraggeber sollten sofort auf vermutete Mängel oder Ärgernisse hinweisen. Ernsthafte Probleme räumt man am besten in einem offenen Gespräch aus dem Weg. Ist das nicht möglich, können Kunden die Vermittlungsstelle der Handwerkskammer einschalten.