Maximilian Weber (links) von der Firma Weber in Bodman treibt die Digitalisierung in seinem Betrieb kontinuierlich voran. Die Firma Weber GmbH & Co. KG ist ein klassisches Familienunternehmen mit 20 Mitarbeitern, das Nutzfahrzeuge für den landwirtschaft-lichen Bereich und für die Bootslogistik herstellt. Im Gespräch mit Jan Benz (rechts), Beauftragter für Innovation und Technologie von der Handwerkskammer Konstanz, erläutert Maximilian Weber, worauf es bei der Umstellung eines Betriebs auf digitale Kanäle zu achten gilt.
Handwerkskammer Konstanz
Maximilian Weber (links) von der Firma Weber in Bodman treibt die Digitalisierung in seinem Betrieb kontinuierlich voran. Die Firma Weber GmbH & Co. KG ist ein klassisches Familienunternehmen mit 20 Mitarbeitern, das Nutzfahrzeuge für den landwirtschaft-lichen Bereich und für die Bootslogistik herstellt. Im Gespräch mit Jan Benz (rechts), Beauftragter für Innovation und Technologie von der Handwerkskammer Konstanz, erläutert Maximilian Weber, worauf es bei der Umstellung eines Betriebs auf digitale Kanäle zu achten gilt.

Schritt für Schritt in die digitale Zukunft

Juniorchef der Firma Weber gibt Tipps für Digitalisierung in Handwerksbetrieben

Der Weg, den Maximilian Weber vor knapp zehn Jahren eingeschlagen hat, war kein einfacher: Da waren die vielen gewachsenen Prozesse, die sich nur schwer nachvollziehen ließen, skeptische Mitarbeiter, die ihre Bedenken äußerten, und zugleich die Verantwortung für ein Familienunternehmen, das vor über 60 Jahren gegründet wurde und sich mit Sitz in Bodman-Ludwigshafen zum deutschen Marktführer für Hafentrailer entwickelt hatte.

„Letztlich wurde die Idee, mit der Digitalisierung zu starten, aus der Not heraus geboren“, erzählt Maximilian Weber. „Da wir unsere Rechnungen immer händisch mit Copy-Paste erstellt haben, schlichen sich regelmäßig Fehler ein.“ Um das zu vermeiden, hatte Maximilian Weber, damals noch IT-Student in München, die Dokumentenerstellung automatisiert.

Digitale Kundenkommunikation

Auf einen Schlag lief die Kundenkommunikation deutlich reibungsloser und auch schneller. Die Mitarbeiter waren begeistert. Selbst Berthold Weber, heute Seniorchef, ließ sich von dem digitalen System überzeugen: „Zugegeben – die Umstellung auf das neue System war anstrengend. Anfangs habe ich zu meinem Sohn sogar gesagt, ,vergiss es, da mache ich nicht mit‘. Aber dann war ich doch schnell von der Einfachheit des Systems begeistert und davon, dass es all meinen Anforderungen gerecht wurde.“



Intuitives System überzeugt

Damit Geschäftsführung und Mitarbeiter eines Betriebs bei der Digitalisierung an einem Strang ziehen, sei es wichtig, dass jeder Mitarbeiter sich in dem System wiederfindet, betont Maximilian Weber. Dazu müsse das System intuitiv benutzbar und die Vorteile für alle nachvollziehbar sein.

Bei der Firma Weber läuft mittlerweile fast alles digital: Von der Kundenanfrage über die Dokumentation bis hin zur Produktions- und Ressourcenplanung von Arbeitszeit und Material. „Seitdem wir uns neu aufgestellt haben, gibt es viel weniger Nachfragen, weniger Post-its an den Monitoren und auch das Klopfen an Bürotüren hat deutlich abgenommen“, sagt Maximilian Weber. Stattdessen sei der Stresslevel gesunken und die Mitarbeiter erhielten dank der digitalen Transparenz einen besseren Einblick in den Geschäftsalltag. Zudem müsse die Produktion nicht mehr angehalten werden, weil Material fehlt. „Es läuft einfach“, resümiert Maximilian Weber.

Der 30-Jährige hat das digitale System, das auf Open-Source-Komponenten basiert, selbst programmiert. Seitdem treibt er die Weiterentwicklung gemeinsam mit seinen Mitarbeitern stetig voran. „Unser Ansatz ist sehr pragmatisch: Wir digitalisieren dort, wo es hakt“, sagt Maximilian Weber. „Meist sind das Schnittstellen, die entweder zu Verzögerungen in der Produktion oder zu Konflikten unter den Mitarbeitern führen.“

Pragmatischer Ansatz

Man müsse sich bewusstmachen, dass der Computer nichts anderes darstelle als ein Werkzeug – wie eine Bohrmaschine oder ein Schraubschlüssel. „Je mehr ich damit arbeite, desto besser weiß ich, wie ich das Werkzeug einsetzen kann“, ist Maximilian Weber überzeugt. Und so verwundert es wenig, dass der Juniorchef schon eine genaue Vorstellung von den nächsten Schritten hat: „In den kommenden Jahren möchten wir auch die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz ausschöpfen, um damit eventuelle Probleme in der Produktion schon im Vorfeld zu erkennen.“ Gleichzeitig möchte Maximilian Weber sein browserbasiertes System für andere Handwerksbetriebe aus der Region zugänglich machen, um den Weg in die Digitalisierung gemeinsam zu meistern.