V.l.n.r.: Maria Grundler, Nachwuchswerberin bei der Handwerkskammer Konstanz, Facharbeiter Yannik Löffler, Auszubildender Kevin Klein und Ausbildungsleiter Herbert Aggeler von der J. Friedrich Storz Verkehrswegebau GmbH & Co. KG
Handwerkskammer Konstanz
V.l.n.r.: Maria Grundler, Nachwuchswerberin bei der Handwerkskammer Konstanz, Facharbeiter Yannik Löffler, Auszubildender Kevin Klein und Ausbildungsleiter Herbert Aggeler von der J. Friedrich Storz Verkehrswegebau GmbH & Co. KG

Nachwuchs für die Baustelle

An der B33 wirbt das Handwerk um Auszubildende

An der Baustelle auf der B33 zwischen Allensbach und Markelfingen lohnt ab jetzt ein Blick jenseits der Fahrbahn: „Ich mach ´ne Lehre. Mach mit!“, ruft dort eine junge Frau auf Plakatwänden den Vorüberfahrenden zu. Die Handwerkskammer Konstanz wirbt hier in Kooperation mit der Firma J. Friedrich Storz Verkehrswegebau GmbH & Co. KG um Nachwuchs fürs Handwerk – und das direkt am Ort des Geschehens: „Hier, an einer der wichtigsten Baustellen in unserer Region, treffen nicht nur tagtäglich zehntausende Augenpaare auf unsere Botschaft, hier kann man auch sehen, wie wichtig das Handwerk für das tägliche Leben und die Infrastruktur ist“, sagt Maria Grundler vom Team für Nachwuchswerbung der Handwerkskammer Konstanz. 

Betriebe wollen neue Zielgruppen erreichen

Leicht ist es für die Betriebe dennoch nicht, junge Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen: „Man merkt, dass viele Realschüler und auch Hauptschüler erst den schulischen Weg weitergehen wollen. Die klassische handwerkliche Ausbildung bleibt bei vielen erstmal auf der Strecke“, sagt Herbert Aggeler, Ausbildungsleiter bei Storz. Das Bauunternehmen mit Sitz in Tuttlingen setzt daher vor allem auf die direkte Kooperation mit Schulen, war aber auch gerne bereit, für die Plakataktion der Handwerkskammer Platz auf der Baustelle zur Verfügung zu stellen. Schließlich geht es darum, auch neue Zielgruppen, zum Beispiel Abiturienten, anzusprechen: „In der Ausbildung sind die schulischen Ansprüche gewachsen und wir brauchen Jugendliche, die sich nicht nur das handwerkliche Arbeiten zutrauen, sondern auch schulisch in der Lage sind, die Ausbildung mit Erfolg abzuschließen“, so Aggeler.

Viel frische Luft und Abwechslung

Beide Facetten der dualen Ausbildung weiß Kevin Klein, Auszubildender bei Storz im dritten Lehrjahr, zu schätzen: „Ich mag es, draußen zu arbeiten, an der frischen Luft. Und ich mag, dass man sieht, was man macht. Es ist körperliche Arbeit und das ist einwandfrei und gefällt mir. Am liebsten baue ich an Kanälen mit. Da kommt es auf millimetergenaues Arbeiten an und man baut die Kanäle vom Anfangsabschnitt bis zum Ende mit. Die handwerkliche Arbeit macht mir also richtig Spaß. Aber auch in der Schule ist es abwechslungsreich. Da lerne ich zum Beispiel Planungsgrundlagen, Baubetrieb oder auch Baukonstruktion. Das ist schon anspruchsvoll“, berichtet er. Für die Zukunft hat der 19-Jährige ebenfalls schon sehr konkrete Pläne: „Ich möchte meine Ausbildung erfolgreich abschließen, dann ein paar Jahre als Facharbeiter arbeiten und mich dann zum Vorabeiter weiterbilden.“

Karrierewege stehen offen

Yannik Löffler ist ihm auf diesem Weg bereits ein Stück voraus: 2015 hat er seine Ausbildung bei Storz erfolgreich abgeschlossen und wurde sofort übernommen: „Es war schnell klar, dass ich erst Facharbeiter und dann Vorarbeiter mache. Später dann noch den Polier. Da hat man mehr Verantwortung – auch für Mitarbeiter“, sagt er. Die Abwechslung schätzt auch er an seinem Beruf: „Es wird nie langweilig. An einem Tag legt man einen Kanal und setzt Schächte, am anderen Tag erstelle ich Planungen für Fahrbahnen oder Randsteine. Es ist körperlich zwar anspruchsvoll, aber macht Spaß. Und der Verdienst im Baugewerbe ist auch gut“, fasst er die Vorteile zusammen.

Ein Unternehmen müsse den Mitarbeitern Perspektiven bieten, findet Ausbildungsleiter Herbert Aggeler, und von Anfang an gute Bedingungen bieten. Qualität in der Ausbildung mache sich schließlich auch in der Nachwuchswerbung bezahlt: „Wenn sich jemand bei uns in der Ausbildung wohl fühlt, erzählt er das auch in seinem Freundes- und Bekanntenkreis. Etwas Besseres kann uns fast nicht passieren“, sagt er.

Handwerk als Hingucker

Das kann auch Nachwuchswerberin Maria Grundler nur unterschreiben: „Die Betriebe müssen heute wirklich sehr aktiv sein, um Auszubildende zu bekommen. Aber mit unseren Werbeaktionen und natürlich den vielen Infoveranstaltungen rund um die Berufsorientierung können wir sie dabei unterstützen und das Handwerk zumindest schon mal zum Hingucker machen.“ 

Lehrstellen auf dem Radar

Wer wissen will, wie es wirklich auf einer Baustelle oder in einem Handwerksbetrieb ist, findet unter www.hwk-konstanz.de/lehrstellenboerse freie Praktikumsplätze und offene Lehrstellen in vielen der rund 120 Ausbildungsberufen. Alle Stellen gibt es auch im Lehrstellenradar, der als App kostenfrei heruntergeladen werden kann.

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Maria Grundler

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