Nachhaltige Strategien zur Lehrergewinnung gefordert

Gotthard Reiner zur Lehrerversorgung an den Berufsschulen

Das Handwerk begrüßt die Bemühungen des Landes, durch Sofortmaßnahmen mehr Lehrer zu gewinnen, um die Versorgungsengpässe an Schulen zu lösen. Von besonderer Bedeutung für das Handwerk sind dabei die Berufsschulen als duale Partner in der Ausbildung. Laut Handwerkskammerpräsident Gotthard Reiner äußerten sich die regionalen Berufsschulleiter weitgehend zufrieden mit der aktuellen Situation und nennen einen Lehrerversorgungsgrad von in Einzelfällen bis zu 100 Prozent.

„Damit kann aus unserer Sicht allerdings lediglich der sogenannte Pflichtunterricht abgedeckt werden“, sagt Gotthard Reiner und fügt die Sorge einiger Unternehmer an, Vertretungen könnten im Krankheitsfall nicht abgedeckt werden. Zudem sei es unter diesen Voraussetzungen nicht möglich, schwächere, aber auch besonders leistungsstarke Schüler durch zusätzliche Angebote zu unterstützen.

Berufsschulen sollten Reiners Meinung nach darauf achten, dass die Lehrerversorgung sowohl bei den Vollzeitangeboten wie Berufsfachschulen, Berufsgymnasien, Berufskollegs oder Meisterschulen als auch beim Teilzeitunterricht im Rahmen der dualen Ausbildung ausgeglichen sei. „Uns ist wichtig, dass die Teilzeitklassen nicht benachteiligt werden, denn wenn von den wenigen Unterrichtsstunden ständig etwas ausfällt, ist das doppelt dramatisch. Darunter leidet die Ausbildungsqualität und letztendlich das Handwerk allgemein, denn die duale Ausbildung ist eng verknüpft mit dem wirtschaftlichen Erfolg unserer Unternehmen“, so Reiner.

In einigen Berufen seien die Ausbildungszahlen gestiegen, so dass es Zusatzklassen an den Berufsschulen geben musste. Dann zeigt sich, dass eine knapp gehaltene Versorgung schnell an ihre Grenzen gelangt: Aufgrund der knappen Lehrerversorgung komme es teilweise zu zeitlichen Unterrichtskonstrukten, die für die Betriebe schwierig seien, kritisiert Reiner.

„Für die Handwerksunternehmen ist es wichtig, einen starken, verlässlichen dualen Partner für den Theorieunterricht an seiner Seite zu haben. Daher fordern wir eine nachhaltige Strategie bei der Lehrerversorgung an Berufsschulen. Nur so hat unser bewährtes und über die Grenzen hinweg bewundertes Ausbildungssystem auch weiterhin Erfolg.“

Handwerkskammerpräsident Gotthard Reiner
Handwerkskammerpräsident Gotthard Reiner



gotthard.reiner@hwk-konstanz.de