Mobilität der Zukunft
Handwerkskammer Konstanz
Nicht nur rechtlich und fahrtechnisch, sondern auch ökologisch auf der sicheren Seite: Beim E-Mobilitäts-Workshop im Rahmen von "Mobilität der Zukunft" ging es auf die Teststrecke. Verschiedene E-Autos durften selbst getestet werden.

Mobilität der Zukunft

Erlebnistag für Betriebe im Fahrdynamischen Zentrum am Bodensee

Plötzlich ist überall Wasser. Der graue Asphalt wandelt sich in Sekunden in eine große Pfütze. Ein kurzes Luftanhalten, dann drückt der Fahrer des weißen Kastenwagens das Bremspedal durch. Das Fahrzeug gleitet noch eine weite Strecke, bis es zum Stehen kommt. Eine Situation, vor der Handwerker, die viel unterwegs sind, Respekt haben. Doch das Reagieren im Ernstfall kann trainiert werden. Bei der Veranstaltung „Sicher, sauber, wirtschaftlich – Mobilität der Zukunft“ der Handwerkskammer Konstanz im Fahrdynamischen Zentrum in Steißlingen hieß es für den Fahrer des Kastenwagens, einmal durchatmen und ab in die nächste Runde.

In fünf Workshops erlebten die Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer das Thema Mobilität in Theorie und Praxis. „Es ist etwas, das jeden betrifft – Solo-Selbstständige oder Betriebe mit über 40 Mitarbeitern“, sagte Dennis Schäuble, Betriebsberater der Handwerkskammer Konstanz und traf damit den Nerv der Unternehmer. „Mit E-Fahrzeugen muss man sich irgendwann beschäftigen, da hier wahrscheinlich die Zukunft liegt, gerade im Kundendienstbereich“, so Gottfried Schacherer von der Firma Haustechnik Schacherer in Bad Dürrheim.

Hier fünf Tipps aus den Workshops, um auch in Zukunft nicht auf der Strecke zu bleiben.

1. Ladungssicherheit und Gefahrgut

Experten gehen davon aus, dass jährlich rund 2.500 Unfälle aufgrund von Ladungssicherungsfehlern in Deutschland passieren. Wichtig dabei ist zu wissen, dass die Verantwortung nicht allein der Fahrer trägt. Auch der Fahrzeughalter und der Absender/Verlader sind verantwortlich für die Ladungssicherung.

2. Fahrsicherheit

Jedes Auto reagiert anders in Gefahrensituationen. Wenn der junge Mitarbeiter von seinem privaten Kleinwagen in den großen Transporter steigt, kann es im Fall der Fälle gefährlich werden. Gut zu wissen: Viele Berufsgenossenschaften übernehmen einen erheblichen Teil der Kursgebühren für ein Fahrsicherheitstraining.

3. E-Mobilität erleben

2017 hat sich, laut des Center of Automotive Management, der Marktanteil von Elektrofahrzeugen in Deutschland von 0,8 auf 1,6 Prozent verdoppelt. Auf der Teststrecke im Fahrdynamischen Zentrum konnten die Mitgliedsbetriebe verschiedene E-Fahrzeugtypen testen – vom Lastendreirad bis zum Kastenwagen Kangoo. „Ich bin überzeugt, es ist der richtige Schritt in die Zukunft. Aber man muss den Leuten die Angst nehmen und die Begeisterung wecken. Das ist heute gelungen“, sagt Hansjörg Blender, Kreishandwerksmeister Westlicher Bodensee.

4. Zukunft Mobilität

Dieselskandal und drohende Fahrverbote in Ballungsräumen machen deutlich, dass man bei der Mobilität umdenken muss. Welcher Antrieb ist zukunftsfähig? Und welche Technologie passt zu meinen betrieblichen Belangen? Interessant zu wissen: Für alternative Konzepte gibt es Fördermittel, ein positives Unternehmensimage kann inklusive sein.

5. Alles, was recht ist

Nicht jeder Mitarbeiter hat die passende Fahrerlaubnis. Gerade jüngere Mitarbeiter dürfen so manches Gespann gar nicht bewegen. Hier ist der Chef mitverantwortlich. Das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz erfordert eine spezielle Schulung, es sei denn, der Betrieb unterliegt der Handwerkregelung zum Transport von Materialien, die er für seine Arbeit braucht. Dabei darf das Fahren nicht Haupttätigkeit sein. Und zusätzlich sind noch Tachografenpflichten zu beachten, die ab einem Radius vom 100 Kilometer zum Tragen kommen. Tipp: Etwaige notwendige Schulungen können teilweise auch durch das WeGebAUProgramm der Arbeitsagentur gefördert werden.