Hanser

Meisterfeier 2017: Die Zukunft kann kommen!

Rund 300 junge Handwerksmeisterinnen und -meister haben in Donaueschingen ihre Meisterbriefe erhalten

Erhebend – so kann man die Feier zu Ehren der rund 300 neuen Meisterinnen und Meister in den Donauhallen Donaueschingen wohl zusammenfassend beschreiben. Statt langer Reden gab es von Martina Meisenberg kurzweilig moderierte Interviews mit den Jahrgangsbesten und den Repräsentanten der Handwerkskammer Konstanz, Präsident Gotthard Reiner und Hauptgeschäftsführer Georg Hiltner. Für ein wahres Late-Night-Show-Feeling sorgte die Band  „Take a Dance“ um Jürgen Waidele aus Konstanz. Was aus Meisterhand alles entstehen kann, zeigte die Ausstellung „handgemacht“, in der unter anderem hochwertige Uhren und Schmuck, ein maßgeschneidertes Kostüm, ein Holzfahrrad und ein Holz-E-Roller sowie Motorräder der Extraklasse und ein Jaguar XK 120 DHC zu bestaunen waren.

Rund 1000 Gäste füllten den feierlich ausgeleuchteten Saal, in dem die Meisterinnen und Meister in den Meisterstand erhoben wurden.  „Werden Sie Teil eines Handwerks, das sich seiner Tradition genauso bewusst ist wie der Notwendigkeit, technische und gesellschaftliche Veränderungen mitzugestalten und voranzubringen“, ermunterte Kammerpräsident Reiner die Meister in seiner Ansprache.

Zuvor hatte er im Interview auf seinen eigenen Werdegang zurückgeblickt und den Nachwuchshandwerkern Mut gemacht, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen: „Für mich ist die eigene Selbständigkeit ein hohes Gut, das ich für nichts in der Welt wieder aufgeben würde“, so Reiner, der auch auf die rund 2000 Betriebe hinwies, die in den kommenden Jahren zur Übergabe bereitstünden. „Bei der aktuellen Geschäftslage im Handwerk sind die Aussichten für Jungunternehmer sehr gut“, betonte Reiner.









Hauptgeschäftsführer Georg Hiltner wies auf Hilfestellungen der Handwerkskammer hin, die neben zahlreichen Beratungen auch Schulungen und Weiterbildungen für junge Unternehmerinnen und Unternehmer anbiete. „Das Handwerk steht vor großen Herausforderungen, die wir gemeinsam angehen müssen. Sehr gute handwerkliche Leistungen allein reichen in Zukunft nicht mehr aus. Kunden kommunizieren und bewerten heute auf allen Kanälen“, so Hiltner.

Herausforderung digitaler Wandel

Zahlreiche Maßnahmen für Unternehmen seien im Rahmen des Projekts Handwerk 2025, das die baden-württembergischen Handwerkskammern gemeinsam mit dem Land durchführen,  bereits in Planung. Diese zielten darauf ab,  Handwerksbetriebe in den Bereichen Strategieentwicklung,  Digitalisierung und Fachkräftesicherung fit für die Zukunft zu machen. Auch in den Bildungshäusern der Handwerkskammern werde kräftig an der Zukunft gebaut: „Dank der finanziellen Unterstützung von Land und Bund sind wir hinsichtlich der Digitalisierung schon gut aufgestellt, sowohl in der Ausstattung als auch im methodisch-didaktischen Bereich“, so Hiltner.

Dass der Meistertitel für das Handwerk unerlässlich und eine echte Marke ist, machte nicht nur Präsident Gotthard Reiner mehrfach deutlich. Via Skype schwärmte der junge Malermeister Oliver Arnold vor der Kulisse des Persischen Golfs und der Skyline von Dubai, wohin ihn seine eMisterausbildung an der Bildungsakademie Waldshut gebracht hat: Nach einem einjährigen Arbeitsaufenthalt in Australien ist er mittlerweile erfolgreich als Bauleiter auf Großbaustellen in Dubai tätig.

„Es hat sich überall herumgesprochen, dass deutsche Handwerker ihre Arbeit sehr gut machen“, berichtete er und beschrieb auch eindrücklich seinen Alltag in Dubai. „Auf den Baustellen hier geht’s meistens drunter und drüber, da ist viel Organisationstalent nötig. Die meisten hier sind ungelernte Arbeitskräfte, da mangelt es dann schon mal an Qualität“, so Arnold. Was er den jungen Meisterinnen und Meistern rät? „Man sollte offen sein für Neues, dann kann daraus Großes werden.“



Goldregen für die Meister

Mit einem Goldregen auf der Bühne wurden die 300 Meisterinnen und Meister am Ende in eine spannende Zukunft entlassen. Nach einem Ehrengang durch den Saal konnten sie im Ausstellungssaal nebenan, umrahmt von großformatigen Handwerkerfotos der Serie Herzland von ARTWOOD, den langersehnten Schmuckbrief entgegennehmen. Damit endete die offizielle Meisterfeier und die Meisterparty konnte starten.

Die Jahrgangsbesten

  • Eugen Moos aus Tuttlingen, Chirurgiemechaniker
  • Robin Noack aus Oppenau, Dachdecker
  • Tobias Lempp aus Stockach, Elektrotechniker
  • Philipp Lippold aus Herrischried, Feinwerkmechaniker
  • Cornelia Brammer-Mohr aus Fürstenfeldbruck, Friseurin
  • Johannes Wagner aus Talheim, Installateur und Heizungsbauer
  • Martin Cordes aus Gottmadingen, Klempner
  • Louise Fröhlich aus Mannheim, Konditorin
  • Christian Günzel aus Wutach, Kraftfahrzeugtechniker
  • Ralf Metzger aus Radolfzell, Maler und Lackierer
  • Dominik Ketterer aus Löffingen, Maurer und Betonbauer
  • Leon Leibold aus Albstadt, Metallbauer
  • Fabian Rashidi Heravi aus Albershausen, Metallbildner
  • Michael Muscheler aus Hilzingen, Schreiner
  • Katharina Schmitz aus Tettnang, Stuckateurin
  • Patrick Herrmann aus Bad Rippoldsau-Schapbach, Zimmerer
  • Claudia Haußmann, Verkaufsleiterin im Nahrungsmittelhandwerk