Sie sind VORAUS gegangen und hundert weitere Ausbildungsbetriebe folgten: Handwerkskammerpräsident Gotthard Reiner (links) und Hauptgeschäftsführer Georg Hiltner (rechts) mit Vertretern der Pilotbetriebe bei der VORAUS-Zertifikatsverleihung in der Bildungsakademie Singen. Zu den Vorreitern gehörten (v.l.) Uwe Kitzlinger, Kitzlinger Haus GmbH & Co. KG in Sulz, Ulrike Sauter-Steidle, Sauter GmbH in Singen, Dirk Gläschig, Gläschig GmbH & Co. KG in Villingen-Schwenningen, Volker Schlesiger, Gebrüder Bantle GmbH & Co. KG in Bösingen, Eric Stadelhofer, Bäckerei Stadelhofer in Singen und Franz Götte, Firma Götte Feinwerkmechanik in Dachsberg.
Oliver Hanser
Sie sind VORAUS gegangen und hundert weitere Ausbildungsbetriebe folgten: Handwerkskammerpräsident Gotthard Reiner (links) und Hauptgeschäftsführer Georg Hiltner (rechts) mit Vertretern der Pilotbetriebe bei der VORAUS-Zertifikatsverleihung in der Bildungsakademie Singen. Zu den Vorreitern gehörten (v.l.) Uwe Kitzlinger, Kitzlinger Haus GmbH & Co. KG in Sulz, Ulrike Sauter-Steidle, Sauter GmbH in Singen, Dirk Gläschig, Gläschig GmbH & Co. KG in Villingen-Schwenningen, Volker Schlesiger, Gebrüder Bantle GmbH & Co. KG in Bösingen, Eric Stadelhofer, Bäckerei Stadelhofer in Singen und Franz Götte, Firma Götte Feinwerkmechanik in Dachsberg.

Leuchttürme in der Ausbildung

Handwerkskammer Konstanz verleiht erstmals Zertifikat VORAUS für vorbildliche Ausbildung

Kammerpräsident Gotthard Reiner sprach von einem Freudentag, als am Samstag in der Bildungsakademie Singen rund 100 Handwerksbetriebe mit dem neuen Ausbildungszertifikat VORAUS der Handwerkskammer Konstanz ausgezeichnet wurden. „Wir waren uns in unseren Gremien schon lange einig, dass es höchste Zeit ist, gute Ausbildung zu belohnen“, so Reiner. Durch das Zertifikat wolle man zukünftig noch mehr hochmotivierten Schülern den Weg in die handwerkliche Ausbildung weisen, gleichzeitig aber auch den Betrieben neue Denkanstöße und Impulse für die Ausbildung geben.

Nicht leicht gemacht habe man es sich bei der Ausarbeitung der zu beantwortenden Fragebögen für Betriebe und Auszubildende, führte Georg Hiltner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Konstanz, aus. Leistungen sollten so objektiv wie möglich bewertet werden, daher habe man sich wissenschaftlichen Sachverstand eingeholt. „Das Qualitäts-Zertifikat soll vor allem für Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit und Transparenz stehen“, so Hiltner weiter. Eine Pilotgruppe aus sechs Betrieben hatte die Fragebögen in einem ersten Durchgang geprüft und wichtigen, ergänzenden Input geliefert. Ihnen dankte die Kammerspitze im Rahmen der Feier ganz besonders.

Alle Betriebe erhielten nicht nur die VORAUS-Urkunde, sondern auch ein Werbepaket mit Metallplakette, Aufklebern sowie einem USB-Stick mit Logovarianten des Vorauszertifikats für die eigene Kommunikation. „Machen Sie Ihr Engagement sichtbar“, forderte Kammerpräsident Reiner die zertifizierten Betriebe auf.

Musikalisch begleitete die A-Capella-Gruppe „baff!“ die Zertifikatsverleihung. Die vier noch jungen Sängerinnen und Sängern überzeugten mit fein abgestimmten Harmonien und schauspielerischem Talent auf höchstem Niveau – passend zu diesem besonderen Tag.

STIMMEN

Ralf und Ute Rapp
Oliver Hanser
Ralf und Ute Rapp

Ralf Rapp, Inhaber des Unternehmens Elektro Bayer in Rottweil und Vorstandmitglied der Handwerkskammer, betonte im Rahmen der Verleihung, wie wichtig VORAUS als Analyseinstrument im eigenen Unternehmen sei. „Im Bewertungsbogen steht bei uns auch nicht überall 100 Prozent. Es ist gut zu sehen, wo wir noch ein bisschen besser werden können.“ VORAUS sei für ihn nun eine starke Marke, mit der er um Nachwuchs werben könne. Generell müssten Ausbilder mehr Vertrauen in ihre Auszubildenden haben, so sein Appell.



Martin Huber
Oliver Hanser
Martin Huber

Bäckermeister Martin Huber vom Café Ell in St. Blasien war neugierig, wie er wohl in der VORAUS-Bewertung abschneiden würde. „Wir haben den Fragebogen kopiert und ihn dann auch unserem ausbildenden Konditor zum Ausfüllen gegeben. 90 Prozent der Bewertungen haben bei uns übereingestimmt, das war schon mal gut.“ Insgesamt gebe es durchaus zwei bis drei Punkte, in denen das Café als Ausbilder noch besser werden könne, so Huber. Das Wichtigste ist für Huber, die Auszubildenden zu motivieren. „Wir ermuntern sie dazu, sich brancheneigenen Wettbewerben zu stellen, um zu erkennen, wo sie im Vergleich stehen“, berichtete Huber den Gästen der Zertifikatsfeier. Als Bonbon halte das Café Ell Einzelzimmer mit Kabelfernsehen und freies WLan für seine Azubis bereit.



Sven Schreijäck
Oliver Hanser
Sven Schreijäck

Serviceleiter Sven Schreijäck von Autohaus Gohm-Graf Hardenberg in Singen berichtete von den im Betrieb bereits hohen Vorgaben seitens der Hersteller – auch für die Ausbildung. „Die Teilnahme an der VORAUS-Zertifizierung hat uns gezeigt, dass wir alles richtiggemacht haben und zu den besten Ausbildern der Region gehören.“ Das Zertifikat erhalte nun einen Ehrenplatz im Servicezentrum, wo die Kundenfrequenz besonders hoch sei. „Ich hoffe, es kommen noch viele Betriebe hinzu“, so Schreijäck.



 Hier sehen Sie alle VORAUS-zertifizierten Betriebe auf einen Blick.

Das VORAUS-Zertifikat

Das VORAUS-Zertifikat zeichnet Betriebe für ihr besonderes Engagement und ihre vorbildlichen Leistungen in der Ausbildung aus und wird am Ende eines mehrstufigen Prozesses verliehen.

 Bewerbung:

Bewerben können sich alle Ausbildungsbetriebe der Handwerkskammer Konstanz, die folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • In dem Betrieb wird zum Zeitpunkt der Antragstellung ausgebildet.
  • Der Anteil an vorzeitigen Lösungen von Ausbildungsverträgen nach der Probezeit innerhalb der letzten sieben Jahre beträgt maximal 25 Prozent.
  • In den letzten sieben Jahren sind mindestens zwei Auszubildende des Betriebes erstmalig zur Gesellen- oder Abschlussprüfung angetreten und haben diese bestanden.
  • Bei Ausbildungsbetrieben mit mehreren Auszubildenden darf der Anteil nicht bestandener Abschlussprüfungen maximal 25 Prozent betragen. Wenn innerhalb der sieben Jahre nur zwei bis vier Auszubildende zur Abschlussprüfung angetreten sind, darf nur eine der Abschlussprüfungen nicht bestanden sein.
  • Falls das Unternehmen mehrere Ausbildungsstandorte im Kammerbezirk der Handwerkskammer Konstanz hat, muss für jeden Standort ein eigener Antrag gestellt werden.

Ob die Zulassungsvoraussetzungen von einem Betrieb erfüllt werden, prüft die Handwerkskammer Konstanz. Ausnahmen – etwa bei neugegründeten Betrieben – sind nach individueller Prüfung durch die Handwerkskammer Konstanz möglich.

Verfahren

 Nach der Bewerbung wird die Ausbildungssituation im Betrieb evaluiert. Dazu erhalten Betriebe Fragebögen, die von den Ausbildungsverantwortlichen und allen Auszubildenden auszufüllen sind. Die Befragung der Auszubildenden erfolgt anonym. Nach der Auswertung der Fragebögen wird sich die Handwerkskammer Konstanz in einem persönlichen Gespräch vor Ort selbst ein Bild von der Ausbildungssituation machen und anschließend über die Zertifizierung entscheiden. Die Handwerkskammer Konstanz verpflichtet sich, mit den erhobenen Daten vertraulich umzugehen.

Gültigkeit

Das Zertifikat wird für drei Jahre verliehen. In dieser Zeit können Betriebe mit der Zertifizierung werben und das Logo im Geschäftsverkehr verwenden.

Nach Ablauf der drei Jahre können sich Betriebe erneut bewerben. Im Fall einer Betriebsnachfolge ist die Auszeichnung neu zu beantragen. Dabei werden die Ausbildungszeiten im Vorbetrieb angerechnet.

Ute Dinort

Prüfung
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