Angeregte Gespräche, tiefe Einblicke in das Handwerk: Wirtschaftsstaatsekretärin Katrin Schütz (Mitte) zu Besuch bei Holzbau Muffler. Im Bild (v.l.: Christine Merath, Wirtschaftsförderung des Landkreises Konstanz, Georg Hiltner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Konstanz, Staatssekretärin Kartrin, MdL Dorothea Wehinger (Grüne), Rose Köpf-Schuler, Referatsleiterin Berufliche Ausbildung im Wirtschaftsministerium sowie Firmenchef Karl Muffler.
Handwerkskammer Konstanz
Angeregte Gespräche, tiefe Einblicke in das Handwerk: Wirtschaftsstaatsekretärin Katrin Schütz (Mitte) zu Besuch bei Holzbau Muffler. Im Bild (v.l.: Christine Merath, Wirtschaftsförderung des Landkreises Konstanz, Georg Hiltner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Konstanz, Staatssekretärin Kartrin, MdL Dorothea Wehinger (Grüne), Rose Köpf-Schuler, Referatsleiterin Berufliche Ausbildung im Wirtschaftsministerium sowie Firmenchef Karl Muffler.

"Ich will keinen ohne Praktikum"

Wirtschaftsstaatsekretärin Katrin Schütz besucht auf ihrer Ausbildungsreise Muffler Holzbau in Orsingen

Das Wetter meint es gut an diesem Tag - das ist derzeit nicht immer so. Manchmal muss Zimmerermeister Karl Muffler wegen plötzlich einsetzenden Starkregens innerhalb von zehn Minuten sein Team für eine andere Baustelle zusammenstellen und dabei einiges beachten: Ist einer dabei, der mit dem Hänger fahren kann? Ist der Asbest-Experte verfügbar? „Da rattert’s ganz schön am Morgen“ erzählt der Firmenchef  den anwesenden Gästen, darunter Wirtschaftsstaatsekretärin Katrin Schütz, die im Rahmen ihrer dreitägigen Ausbildungsreise  den  Holzbaubetrieb in Orsingen besuchte.

„Die Gewinnung von Auszubildenden stellt für einige Unternehmen eine große Herausforderung dar, zahlreiche Betriebe haben hier sehr kreative Lösungsansätze entwickelt“, so die Staatsekretärin, die mit ihrer Reise auch die enorme Leistung kleiner und mittelständischer Betriebe würdigen möchte.

Ausgebildet wurden bei Muffler schon rund 50 Nachwuchskräfte, nur einer ist in den vielen Jahren durch die Prüfung gefallen – eine gute Bilanz. „Ich hatte immer das Glück, Lehrlinge mit Köpfchen zu kriegen“, erzählt Muffler bescheiden. Die Auszubildenden kommen in der Regel aus der näheren Umgebung: „Da ist ganz viel Mund-zu-Mund-Propaganda im Spiel“, so der Zimmerermeister. Motivierend sei es, den jungen Menschen schon früh eigene Projekte zu übertragen, wie beispielsweise Planung und Bau einer kompletten Doppelgarage. „Da fährt der junge Mann dann am Wochenende mit seiner Freundin vorbei und kann voller Stolz sagen: Das habe ich selbst gemacht!“

Ausgezeichnete Ausbildung

Für seine engagierte und vorbildliche Ausbildung erhält Holzbau Muffler in Kürze auch das neue Ausbildungszertifikat VorAus der Handwerkskammer Konstanz. “Wir wären froh, wenn noch viel mehr Unternehmen sich so für die Qualität der Ausbildung einsetzen würden wie Sie. Mit dem Zertifikat wollen wir das würdigen und gleichzeitig jungen Menschen den Weg zu Spitzenausbildungsbetrieben weisen,“ erläuterte Georg Hiltner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Konstanz, der sich den Besuch mit der Staatssekretärin nicht entgehen ließ.

Die Auswahl der Auszubildenden überlässt Muffler nicht dem Zufall: „Ich will keinen ohne Praktikum – das funktioniert sonst einfach nicht“, so der Meister sehr bestimmt. Beide Seiten müssten vor der Ausbildung wissen, was auf sie zukomme. So war das auch bei Tochter Christiane. Eigentlich wollte sie eine Banklehre starten, aber nach zwei Tagen Praktikum auf dem Bau war klar, dass sie im Handwerk landen würde. Mittlerweile ist Christiane Muffler gestandene Zimmerermeisterin und die rechte Hand des Vaters. Das Büro hat Mufflers  Ehefrau Maria fest im Griff. „Wir sind ein klassischer Familienbetrieb, und das schon seit  über 100 Jahren“, so Karl Muffler. Noch nie musste der Betrieb einen Mitarbeiter wegen fehlender Aufträge entlassen, nicht zuletzt, weil Muffler auf mehrere Standbeine setzt. Das Angebot des Unternehmens reicht vom Holzhausneubau über die Sanierung von Dachstühlen bis hin zum Innenausbau und Treppenbau.  Über 90 Prozent der Kunden kommen aus dem privaten Bereich. Eine gute Quelle, um zukünftige Fachkräfte zu finden. Muffler: „Wenn die Kunden zufrieden mit unserer Arbeit sind, fragen sie eben auch mal nach einem Praktikumsplatz für das eigene Kind.“