Meisterfeier 2018
Roland Sigwart
Goldregen für eine goldende Zukunft: Rund 300 Meister wurden bei der Meisterfeier in Donaueschingen in den Meisterstand erhoben.

"Helden des Abends - Macher mit Zukunft"

Handwerksmeisterinnen und -meister erhalten in Donaueschingen ihre Meisterbriefe

Rund 300 echte Macher erhob Handwerkskammerpräsident Gotthard Reiner am vergangenen Samstag in den Meisterstand. Die Meisterfeier in den mit annähernd 1.000 Gästen gefüllten Donauhallen stellte die Leistungen und guten Zukunftsaussichten der Handwerker mit Meistertitel in den Mittelpunkt.

„Der Abend gehört Ihnen – den frisch gebackenen Meisterinnen und Meistern des Handwerks! Sie sind die Helden des Abends! Die Macher mit Zukunft!“, startete Moderatorin Martina Meisenberg in den Abend. Kammerpräsident Gotthard Reiner und Hauptgeschäftsführer Georg Hiltner sagten den jungen Meistern eine rosige Zukunft voraus. Eine besondere Ehrung erhielten die Jahrgangsbesten, die in Kurzinterviews so einiges zu erzählen hatten.

Graveurmeisterin Gisela Verbeek beispielsweise hatte sich nach einer anderen Erstausbildung ganz bewusst fürs Handwerk entschieden: „Ich mag es, wenn man sich ausprobieren kann. Handwerk ist kreativ. es passt nicht in eine Excel-Tabelle“, so die Meisterin. Und Fabian Emminger, Kraftfahrzeugtechnikermeister, berichtete von mehr Verantwortung und mehr Einkommen als Meister. Der Weg zum Meistertitel sei dank „geselliger“ Lerngruppe nicht ganz so hart gewesen, so Emminger.

Ein 3-D-Parcours zeigte, wie die Zukunft in der Aus- und Weiterbildung aussieht und für viel Groove sorgte die Band Ms. Spectra & The Gentlemen.

Meisterfeier 2018

Meistererhebung

Wertschätzung für den Meistertitel

 Der Meisterbrief sei eine sichere Eintrittskarte in eine erfolgreiche Selbständigkeit, versprach Kammerpräsident Gotthard Reiner: „Rund 6000 Betriebe stehen in den kommenden zehn Jahren zur Übergabe bereit. Das sind in Zeiten voller Auftragsbücher 6000 spannende Chancen für Sie alle.“

Dass der Meisterbrief von hohem Wert sei, zeigten die von der Politik unterstützten Pläne der Handwerksorganisationen, die Meisterpflicht für Berufe wiedereinzuführen, in denen diese 2004 abgeschafft wurde.

Reiner forderte die Einführung einer Meisterprämie von mind. 1.500 Euro: „Ein Student muss nichts für sein Studium zahlen, der Meisterkurs kostet hingegen einiges. Hier muss die Politik ein Zeichen setzen und die berufliche Bildung der akademischen gleichstellen.“ Auch ein Meisterticket in Anlehnung an ein Studiticket für den Bus sei sinnvoll.

Herausforderung digitaler Wandel

Hauptgeschäftsführer Georg Hiltner berichtete im Interview von der fortschreitenden Digitalisierung in den Bildungshäusern der Handwerkskammer. „Eine Lernplattform wie unsere Ilias-Plattform mit Onlinetests und Webtutorials gehört mittlerweile zum Standard. Wir wollen weitergehen und testen derzeit 3-D-Anwendungen in der Aus- und Weiterbildung, wie sie auch heute im 3-D-Parcours zu erleben sind“, so Hiltner.

Den jungen Meistern legte er nahe, sich nicht auf ihren Lorbeeren auszuruhen, sondern sich ständig weiterzubilden: „Wer als Unternehmer die Nase vorn haben will, muss langfristig denken und planen. Ein gutes strategisches Management und eine durchdachte Personalführung sind aus meiner Sicht die wichtigsten Stellschrauben für eine erfolgreiche Zukunft.“

Blick in die Zukunft im 3-D-Parcours

Auf die Gäste der Meisterfeier wartete als Bonbon ein aus sieben Stationen bestehender 3-D-Parcours. Fahrsimulation, Schweißnahtsimulator, aber auch Arbeiten auf der Baustelle via VR-Brille oder Unterricht im Cyber-Classroom konnten ausprobiert und erlebt und damit die derzeitigen Fortschritte in der Digitalisierung der Bildungs- und Arbeitswelt kennengelernt werden.

YouTuber mit Meistertitel fertigt Superhelden-Ausrüstung

Welche besonderen Karrieren im Handwerk denkbar sind, veranschaulichte der YouTuber und Zimmermann Paul Robben alias Nerdy Timber, der per Video in den Festsaal geschaltet wurde. Robben stellt Superhelden-Accessoires wie Schwerter, Helme oder Schilder her. „Ich habe im Internet nichts Gescheites gefunden, deshalb habe ich mir selbst was gebaut“, so Robben. Wie das geht, zeigt er regelmäßig seiner mittlerweile großen YouTube-Fangemeinde. „Seid als Handwerker kreativ und leidenschaftlich und nutzt die neuen Medien für euren Erfolg“, riet er den jungen Meistern.

Mit einer symbolträchtigen Verlosung von Superheldenfiguren wurden die 300 Meisterinnen und Meister am Ende in eine spannende Zukunft entlassen. Nach einem Ehrengang mit Goldregen durch den Saal konnten sie im Ausstellungssaal nebenan, den langersehnten Schmuckbrief entgegennehmen. Damit endete die offizielle Meisterfeier und die Meisterparty konnte starten.

Die Jahrgangsbesten:

  • Pumple, Steffen, Chirurgiemechaniker, 79331 Teningen
  • Kreis, Stephan, Dachdecker, 63599 Biebergemünd
  • Hauser, Andreas, Elektrotechniker, 79802 Dettighofen
  • Janusch, Philipp, Feinwerkmechaniker, 12247 Berlin
  • Krüger, Saskia, Friseurin, 78315 Radolfzell
  • Berger, Nicolas, Klempner, 79862 Höchenschwand
  • Deißler, Moritz, Konditor, 76137 Karlsruhe
  • Emminger, Fabian , Kraftfahrzeugtechniker, 78652 Deißlingen
  • Caronna, Vincenzo , Maler und Lackierer, 79725 Laufenburg
  • Beck, Stefan , Maurer und Betonbauer, 72362 Nusplingen
  • Böhler, Patrick, Metallbauer, 79875 Dachsberg
  • Huber, Adrian, Schreiner , 79725 Laufenburg
  • Böhler, Timo, Stuckateur, 78479 Reichenau
  • Dehnen, Sönke, Uhrmacher, 79379 Müllheim
  • Eble, Christian, Zimmerer, 78713 Schramberg
  • Verbeek, Gisela, Graveurin, 75179 Pforzheim
  • Polat, Hasim, Metallbildner, 73329 Kuchen
  • Rau, Tobias, Installateur und Heizungsbauer, 86381 Krumbach

Interview Emminger

Interview Verbeek