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Es läuft rund im Handwerk

Handwerksbetriebe des Kammerbezirks Konstanz starten gut in die zweite Jahreshälfte

Die Handwerksbetriebe des Kammerbezirks Konstanz starten gut in die zweite Jahreshälfte. Das Baugewerbe ist mit dem zurückliegenden Quartal hoch zufrieden. Die Erwartungen sind insgesamt aber verhaltener.

„Die Unternehmen sind mit der derzeitigen Auslastung mehrheitlich zufrieden, vor allem auf dem Bau läuft es rund,“ berichtet Handwerkskammerpräsident Gotthard Reiner. Die aktuelle Konjunkturumfrage der Kammer zeige aber auch, dass viele Unternehmen mit gemischten Gefühlen auf das kommende Quartal blicken. „Fehlende Fachkräfte können in einigen Bereichen zu Wachstumsbremsen werden. Daher sind viele Unternehmen in ihren Prognosen vorsichtiger geworden,“ so Reiner weiter. 

Drei Viertel bewerten Geschäftslage als gut

Die Handwerkskonjunktur im Kammerbezirk Konstanz hat im zweiten Quartal diesen Jahres einen leichten Dämpfer bekommen. Als gut bewerteten 76,5 Prozent der Befragten ihre aktuelle Geschäftslage (Vorjahresquartal: 79,9 Prozent), während 6,8 Prozent mit ihrer Geschäftslage unzufrieden waren (Vorjahresquartal: 3,5 Prozent).

Vier von fünf der befragten Handwerksunternehmen im Kammerbezirk Konstanz (80,4 Prozent) gehen davon aus, dass sich ihre Geschäftslage auch im nächsten Quartal weiterhin vergleichbar gut entwickelt. 12,2 Prozent rechnen sogar mit einer weiteren Verbesserung der aktuell guten Geschäftslage. Dass sich die Geschäftsentwicklung verschlechtert, befürchten 7,4 Prozent der Befragten.

Mit Auftragslage zufrieden

Die Auftragslage ist für viele Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Konstanz noch besser als im Vorjahresquartal. Nur 6,5 Prozent der befragten Unternehmen klagten über Auftragsrückgänge (Vorjahr: 8,8 Prozent), während 44 Prozent vollere Auftragsbücher hatten als im zweiten Quartal 2017 (Vorjahr: 44,4 Prozent). Damit liegt die Auftragsentwicklung der Region zwischen Bodensee, Hochrhein und Schwarzwald-Baar-Heuberg über dem Landesdurchschnitt des Handwerks in Baden-Württemberg (37,5 Prozent Auftragsplus; 8,1 Prozent Auftragsminus).

Allerdings sind die Erwartungen im Kammerbezirk verhaltener als im Vergleichsquartal 2017. Steigende Aufträge erwarten jetzt noch 23,4 Prozent (Vorjahr: 26,1 Prozent), mit einem Rückgang rechnen hingegen 14,7 Prozent (Vorjahr: 13,2 Prozent). 

Beschäftigung mit leichtem Plus

Trotz der guten Auftragslage haben nur 8,2 Prozent der Betriebe neue Mitarbeiter eingestellt, während zugleich 7,2 Prozent ihr Personal verringert haben. In den nächsten Wochen dürfte die Beschäftigung im regionalen Handwerk allerdings leicht zunehmen. So planen 14,0 Prozent der Befragten (Vorjahr: 18,5 Prozent), Personal aufzubauen, während 9,7 Prozent der Handwerker im Kammerbezirk Konstanz davon ausgehen, dass sich die Zahl ihrer Mitarbeiter verringern wird (Vorjahr: 3,2 Prozent). Zum Vergleich: In Baden-Württemberg wollen 96,6 Prozent den Personalstand konstant halten oder erhöhen.

Noch gute Stimmung auf dem Bau

Der Branchenvergleich zeigt, dass drei von acht Handwerksgruppen mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufriedener sind als vor einem Jahr. Hier sticht das Bauhauptgewerbe – Maurer und Betonbauer, Zimmerer, Dachdecker, Straßenbauer, Gerüstbauer – hervor, dessen Stimmung sich um 9,2 Zähler auf 84,2 Punkte verbesserte. Mit Ausnahme der Branchen Gesundheit (z. B. Augenoptiker und Hörakustiker) und personenbezogene Dienstleistung (u. a. Friseure, Fotografen, Textilreiniger) bewerteten alle anderen Gruppen ihre Geschäftslage etwas schlechter als im zweiten Quartal 2017.

Die meisten der befragten Handwerksbetriebe in der Region schauen mit leichter Skepsis auf die künftige Geschäftslage. Am zuversichtlichsten sind die Bäcker, Konditoren und Fleischer (Erwartungsindex plus 26,3 Punkte) und die Dienstleistungsbranche (plus 16,7 Punkte). Die übrigen fünf Handwerksgruppen – Bauhauptgewerbe, Ausbaugewerbe, Handwerke für den gewerblichen Bedarf, Kfz-Gewerbe, Gesundheitsgewerbe – erreichen lediglich einen Erwartungsindex von 0,0 Punkten.

Schlaglichter 

  • Auslastung: Eine 81- bis 100-prozentige Auslastung hatte in den letzten drei Monaten jedes zweite befragte Unternehmen (51,3 Prozent; Vorjahr: 57,8 Prozent). 22,9 Prozent arbeiten sogar jenseits ihrer Kapazitätsgrenzen (Vorjahr: 13,9 Prozent). 
  • Auftragslage: Aufträge für mehr als drei Monate haben 36,4 Prozent der Befragten aller Branchen. 
  • Investitionen: Die meisten Handwerker (80,8 Prozent) wollen auch im dritten Quartal 2018 genauso viel investieren wie zuletzt. 12,5 Prozent wollen die Investitionssumme noch steigern.  
  • Umsatz: Für die kommenden drei Monate rechnen 22,0 Prozent der Handwerker mit einem Umsatzplus (Vorjahr: 28,1 Prozent) und 9,6 Prozent mit einem Umsatzminus (Vorjahr: 9,5 Prozent).

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Petra Schlitt-Kuhnt

Kommunikation und Marketing
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