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Ende gut, Ausgang offen

Konjunktur im Kammerbezirk Konstanz läuft hervorragend, trotzdem sind Betriebe skeptisch

Mehr Aufträge, eine noch höhere Auslastung, weiter gestiegene Umsätze: Das Jahr 2016 ging für das Handwerk im Kammerbezirk Konstanz äußerst erfolgreich zu Ende. „Unsere Betriebe haben einen tollen Endspurt hingelegt“, freut sich Handwerkskammerpräsident Gotthard Reiner. Dass es sich gelohnt hat, zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der Handwerkskammer: Demnach geben drei von vier Betrieben ihrer Geschäftslage die Note gut. Der Geschäftslageindex konnte sich im Jahresverlauf von plus 71,5 Punkte auf plus 74,6 Punkte verbessern. Spitzenwerte erzielten vor allem der Gewerbliche Bedarf, das Ausbau- und das Bauhauptgewerbe.

"Handwerk krisensicher und stabil"

Lange hielt die Freude darüber allerdings nicht an, denn trotz der guten Konjunkturentwicklung sind die Betriebe etwas skeptischer geworden. Mit einer positiven Geschäftsentwicklung rechnen 69,2 Prozent der Befragten, vor einem Jahr waren es noch 74,0 Prozent. Schlechtere Geschäfte befürchten 4,7 Prozent der Handwerksfirmen (Vorjahr: 3,5 Prozent). „Darin macht sich eine gewisse Verunsicherung bemerkbar. Doch trotz Trump und Brexit sollten wir auf unsere Stärken vertrauen. Das Handwerk hat sich schon früher als sehr krisensicher und stabil erwiesen“, sagt Präsident Reiner. Man dürfe also jetzt nicht in Schockstarre verfallen, sondern müsse zunächst die eigenen Hausaufgaben erledigen: „Und die heißen bei uns in einer emsigen Region und in einem boomenden Wirtschaftszweig: Fachkräftesicherung und Ausbildungsqualität.“



Aufgrund der guten Auftragslage ist der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern nämlich nach wie vor groß. Im vierten Quartal 2016 haben Handwerksbetriebe in der Region wieder neue Arbeitsplätze geschaffen. Der Beschäftigungssaldo ist mit plus 4,4 Prozentpunkten doppelt so hoch wie im Vorjahr. Im Unterschied zum Vorjahr melden die Betriebe auch für die kommenden Monate einen höheren Personalbedarf an. So möchten 8,7 Prozent der befragten Betriebe neue Mitarbeiter einstellen, nur 5,5 Prozent wollen ihre Personaldecke verringern.

Anders sieht es bei den Investitionen aus: Die zuletzt gestiegene Investitionsbereitschaft der Betriebe dürfte demnach in den kommenden Wochen wieder deutlich abflauen. Derzeit geben 50,5 Prozent der befragten Betriebe an, ein Investitionsvorhaben umsetzen zu wollen, vor einem Jahr waren es noch 60,9 Prozent.