Nachfolge
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Der Nächste, bitte!

Serie "Fachkräfte? Sicher!" - Folge 11: So gelingt die Betriebsübergabe

Den Schreibtisch leerräumen und den Hut nehmen? Ganz so einfach ist der Wechsel in den Ruhestand für einen Unternehmer nicht. Eine Betriebsübergabe ist ein Prozess, der mehrere Jahre in Anspruch nehmen kann, sämtliche Unternehmensbereiche berührt und nicht zuletzt bei der Personalführung viel Fingerspitzengefühl verlangt.

„In vielen Handwerksbetrieben ist das Knowhow des Chefs und in den heutigen Zeiten des Fachkräftemangels gerade das Knowhow der Mitarbeiter das eigentliche Kapital. Das weiterzugeben ist viel schwieriger als bloß Maschinen und Gebäude zu verkaufen“, sagt Personalberaterin Fabienne Gehrig von der Handwerkskammer Konstanz. Zum Abschluss unserer Serie gibt sie Tipps für eine der heikelsten Phasen in jeder Unternehmensgeschichte.

1. Den Wandel verhandeln

Nachfolge heißt Veränderung für alle, egal ob Inhaber, Übernehmer, Familie oder Mitarbeiter. Nur wenn alle Beteiligten in den Prozess involviert sind und mitgenommen werden, wird der Nachfolgeprozess ein Erfolg, weiß Fabienne Gehrig.

Also müssen alle Interessen und Ideen auf den Tisch. Nur so können Kompromisse ausgehandelt und Konflikte vermieden werden. Schon in dieser frühen Klärungsphase bietet die Diplom-Psychologin ihre Unterstützung an: „Je gründlicher man hier nachdenkt und je genauer man hinschaut, desto leichter wird der weitere Weg“, sagt sie.

2. Das Chefsein lernen

Chef ist natürlich nicht gleich Chef: Der eine hat jahrzehntelange Erfahrung, kennt seine Leute mindestens so gut wie die eigene Familie und weiß von jedem Kunden, wohin der letzte Urlaub ging. Der andere hat vielleicht gerade die Meisterschule hinter sich und den Kopf voller neuer Ideen. Was hilft? Erst einmal ein nüchterner Abgleich.

Was also muss der neue Chef mindestens so gut können wie der alte? Worüber sollte er unbedingt Bescheid wissen?

Mit Hilfe eines individuellen Entwicklungsplans kann sich der Übernehmer schrittweise auf die neue Aufgabe vorbereiten. Dort können notwendige Schulungen, eine Vorstellungsrunde bei wichtigen Geschäftspartner und Kunden, das Kennenlernen anderer Aufgabenbereiche im Betrieb oder die Übernahme von Führungstätigkeiten vermerkt und zeitlich eingeplant werden. So kommt keine Überforderung auf - und das Unvorhergesehene kann eingeschoben werden, ohne dass anderes untergeht.

3. Die Belegschaft mitnehmen

Der nächste Punkt ist der Einbezug der Mitarbeiter – und der ist äußerst wichtig. Schließlich wäre es fatal, einen Betrieb zu übernehmen und ohne Mannschaft dazustehen, weil sich die Mitarbeiter übergangen fühlen und einer nach dem anderen kündigt. Um dem entgegenzuwirken, kann ein Kommunikationsplan erstellt werden, der festhält, wann welche Information bekannt gegeben wird.

„Am besten ist es, die Mitarbeiter von Anfang an ins Boot zu holen und auch ihre Wünsche miteinzubeziehen“, empfiehlt Personalberaterin Fabienne Gehrig. Denn nur Transparenz und Mitbestimmung sorgen für Akzeptanz und Vertrauen. Eine zu späte oder fehlende Kommunikation dagegen kann dazu führen, dass sich die Mitarbeiter bereits auf Stellensuche begeben und den Betrieb wechseln, da sie ihre Arbeitsstelle für nicht mehr sicher erachten.

4. Die Korken knallen lassen

Wichtig in der Nachfolgeplanung ist, dass alles auf eine „Veranstaltung“ mit konkretem Datum hinausläuft, bei der der Übergeber ganz offiziell übergibt und aus dem Betrieb ausscheidet, was wiederum dem Übernehmer die Chance gibt, seinen Einstand zu feiern. Dies sorgt für klare Verhältnisse und hilft bei der zeitlichen Planung vorab.

5. Den Neuen machen lassen

Nach der großen Feier ist die Übergabe geschafft. Allerdings ist das noch kein Grund, in der Aufmerksamkeit nachzulassen. Denn jetzt beginnt die eigentliche Übernahme. Nun geht es darum, den Übernehmer zum neuen Chef zu machen. Das bedeutet, dass er sich Zeit nehmen sollte für seine neuen Mitarbeiter und jede Menge Gespräche führen. Hierbei stehen vor allem Vertrauensaufbau, Wertschätzung und Kennenlernen im Vordergrund. Der frühere Chef kann natürlich beratend zur Seite stehen, sollte sich aber aus den aktiven Geschäften raushalten. In dieser Zeit wird der Grundstein für eine gute Zusammenarbeit gelegt und damit für den Erfolg des ganzen Unternehmens – bis dann wieder die nächste Generation am Zug ist.

Ansprechpartnerin bei der Handwerkskammer Konstanz: Personalberaterin Fabienne Gehrig.
Weitere Informationen zum Thema Personal unter www.personal.handwerk2025.de

 Übergabeberatung der Handwerkskammer Konstanz

Der passende Nachfolger könnte in der Familie, der Belegschaft, im Bekanntenkreis oder über ein Portal zu finden sein. Die Handwerkskammer unterstützt bei der Eintragung in die kostenfreie deutschlandweite Betriebsbörse Nexxt Change und bietet unter www.hwk-konstanz.de/betriebsboerse auch eine eigene Betriebsbörse für die regionale Suche an.

Die Betriebsberater helfen bei der Firmenwertermittlung und unterstützen Betriebsinhaber in allen Phasen des Übergabeprozesses.

Ansprechpartner: Thomas Rieger, Dennis Schäuble und Walter Schulz.

Gehrig Fabienne

Fabienne Gehrig

Wirtschaftsförderung und Unternehmensservice
Personalberatung

Webersteig 3
78462 Konstanz
Tel. 07531 205-377
Fax 07531 205-6377 sein
fabienne.gehrig--at--hwk-konstanz.de

rieger

Thomas Rieger

Wirtschaftsförderung und Unternehmensservice
Betriebswirtschaftliche Beratung TUT, RW, KN

Webersteig 3
78462 Konstanz
Tel. 07531 205-373
Fax 07531 205-6373
thomas.rieger--at--hwk-konstanz.de

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Dennis Schäuble

Wirtschaftsförderung und Unternehmensservice
Betriebsbörse

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Fax 07531 205-6374
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schulz

Walter Schulz

Wirtschaftsförderung und Unternehmensservice
Betriebswirtschaftliche Beratung KN, WT, SB

Webersteig 3
78462 Konstanz
Tel. 07531 205-370
Fax 07531 205-6370
walter.schulz--at--hwk-konstanz.de