Euro-Geldscheine aufgefächert
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Wirtschaftshilfe in der Corona-Krise

Corona-Krise: Staatliche Förderungen

Welche Zuschüsse Sie derzeit bekommen können und wie Sie sie beantragen

Für Unternehmen, die unter den Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung leiden, stellten und stellen Bund und Länder eine Reihe an Fördermöglichkeiten bereit. Welche davon noch aktuell sind, an wen sie sich richten und wie sie beantragt werden können, erfahren Sie im Folgenden.

Bitte beachten Sie auch die folgenden Dokumente:

Aktueller Hinweis

Die Bundesregierung verlängert die Überbrückungshilfen für Unternehmen und Soloselbstständige bis zum 30. September 2021 als Überbrückungshilfe III Plus. Sie soll auch eine Restart-Prämie als Zuschuss zu den Personalkosten enthalten. Die Neustarthilfe wird ebenfalls bis zum 30. September 2021 als Neustarthilfe Plus weitergeführt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Bundesregierung.

Härtefallhilfen

Ab 19. Mai 2021 können Hilfen aus dem Härtefallfonds des Landes Baden-Württemberg beantragt werden. Ihre Höhe orientiert sich grundsätzlich an den förderfähigen Fixkosten der Überbrückungshilfe III des Bundes und soll im Regelfall 100.000 Euro nicht übersteigen. Auch die Unterstützung im Rahmen der Härtefallhilfen ist dabei an beihilferechtliche Grundlagen gebunden.
 

Wer kann einen Antrag stellen?

Unternehmen und Selbstständige, deren Existenz durch die Corona-Pandemie gefährdet ist und für die keine der anderen staatlichen Förderungen infrage kommen, können die Härtefallhilfen beantragen.

Anträge können für einen Zeitraum zwischen November 2020 und Juni 2021 gestellt werden.

Die Antragsfrist endet am 31. Oktober 2021.

Wie funktioniert die Antragstellung?

Der Antrag auf Härtefallhilfe darf nur mithilfe eines Steuerberaters, Rechtsanwalts oder Wirtschaftsprüfers gestellt werden. Abgewickelt wird er über die gemeinsame Antragsplattform der Länder haertefallhilfen.de.

Aus dem Antrag muss klar hervorgehen, inwieweit eine Existenzbedrohung des Unternehmens vorliegt, jedoch kein anderes, bestehendes Hilfsprogramm des Bundes, des Landes oder der Kommune in Anspruch genommen werden kann.

Eine vom Land Baden-Württemberg berufene Härtefallkommission begutachtet dann jeden Antrag individuell und entscheidet über die Gewährung und Höhe der Unterstützung.

 Weitere Informationen zur Beantragung der Härtefallhilfen in Baden-Württemberg

Überbrückungshilfe III

Die Überbrückungshilfe ist ein Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Die konkrete Höhe der Zuschüsse orientiert sich wie bei der Überbrückungshilfe II am Rückgang des Umsatzes im Vergleich zum entsprechenden Monat des Jahres 2019:

  • Bei einem Umsatzrückgang von 30 bis 50 Prozent werden bis zu 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten erstattet.
  • Bei einem Umsatzrückgang von 50 Prozent bis 70 Prozent werden bis zu 60 Prozent der förderfähigen Fixkosten erstattet.
  • Bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 Prozent werden bis zu 90 Prozent der förderfähigen Fixkosten gezahlt.

Die Auszahlungen erfolgen seit März 2021.

Der Förderzeitraum umfasst die Monate November 2020 bis Juni 2021.

Land ergänzt Förderung mit Pauschalbetrag

Das Land Baden-Württemberg gewährt einen fiktiven Unternehmerlohn pauschal mit einem Festbetrag in Höhe von 1.000 Euro pro Monat für den Zeitraum Januar bis Juni 2021, sofern ein Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019 vorliegt. Im Gegensatz zur Überbrückungshilfe I und II ist der fiktive Unternehmerlohn nicht mehr nach Höhe des Umsatzeinbruchs gestaffelt.

Teil der Überbrückungshilfe III: Neustarthilfe für Soloselbstständige

Die Neustarthilfe ist eine Betriebskostenpauschale. Sie wird gezahlt, wenn der Umsatz des oder der Soloselbständigen während der siebenmonatigen Laufzeit (Dezember 2020 bis Juni 2021)  im Vergleich zu einem siebenmonatigen Referenzumsatz 2019  um mehr als 50 Prozent zurückgegangen ist. Sie beträgt einmalig 50 Prozent des Referenzumsatzes, aber maximal 7.500 Euro. Aufgrund ihrer Zweckbindung wird die Neustarthilfe nicht auf Leistungen der Grundsicherung angerechnet.

 Weitere Informationen zur Neustarthilfe

Wer kann einen Antrag stellen?

Antrags- und förderberechtigt sind alle Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 750 Millionen Euro, die in einem Monat einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019 erlitten haben. Sie können die Überbrückungshilfe III für den betreffenden Monat beantragen.

Die Neustarthilfe können all jene beantragen, die im Rahmen der Überbrückungshilfe III sonst keine weiteren Kosten geltend machen.

Anträge können bis 31. August 2021 gestellt werden.

Wie funktioniert die Antragstellung?

Der Antrag darf nur mithilfe eines Steuerberaters, Rechtsanwalts oder Wirtschaftsprüfers gestellt werden. Abgewickelt wird er über das die Online-Plattform uebrueckungshilfe-unternehmen.de integrierte Portal BMWI ÜBERBRÜCKUNGSHILFE.

Soloselbstständige, die Neustarthilfe beantragen, können über dieselbe Plattform direkt Anträge stellen und dazu das von der Steuererklärung bekannte ELSTER-Zertifikat nutzen.

Seit 27. April 2021 können Änderungsanträge gestellt werden. Außerdem haben Unternehmen und Soloselbstständige die Möglichkeit, zum Zeitpunkt der Schlussabrechnung nachträglich zwischen Neustarthilfe und Überbrückungshilfe III zu wählen.

Anträge für den fiktiven Unternehmerlohn können ab 18. Mai 2021 im Rahmen der Antragstellung auf Überbrückungshilfe III über die Plattform des Bundes gestellt werden. Wurde die Überbrückungshilfe III bereits bewilligt, kann der fiktive Unternehmerlohn auch nachträglich über einen Änderungsantrag beantragt werden.

Weitere Informationen zur Überbrückungshilfe III (Stand: 27. April 2021)

Sofortbürgschaften

Das Landeswirtschaftsministerium stellt gemeinsam mit der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg Sofortbürgschaften bereit.

Wer kann einen Antrag stellen?

Soloselbstständige, Freiberufler und Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten.

Wie funktioniert die Antragstellung?

Die Antragstellung kann auf zwei Wegen erfolgen:

1. Über das Portal  www.ermoeglicher.de

Bei positiver Prüfung erhalten Unternehmen eine elektronische Vorabzusage für eine Sofortbürgschaft in Höhe von 90 Prozent für einen Kredit bis zu 250.000 Euro der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg. Diese Vorabzusage wird direkt an ein Kreditinstitut nach Wahl zugeleitet.

2. Über die Hausbank

Die Hausbank beantragt eine Bürgschaft in Höhe von 90 Prozent für ein Darlehen bis zu 125.000 Euro. Für eine spätere weitere Finanzierung (bis max. 125.000 Euro) kann sie auf Wunsch 100 Prozent Bürgschaft erhalten.

Mezzanine-Beteiligungsprogramm

Das von Land und Bund gemeinsam umgesetzte Förderprogramm ergänzt das Hilfsprogramm „Start-up BW Pro-Tect“.

Wer kann einen Antrag stellen?

Start-ups oder mittelständische Unternehmen, denen aufgrund der Corona-Pandemie ein Finanzierungsbedarf entstanden ist.

Anträge können bis 30. Juni 2021 gestellt werden.

Wie funktioniert die Antragstellung?

Der Antrag wird direkt bei der L-Bank gestellt. Weitere Informationen, Merkblätter und Antragsformulare erhalten Sie auf deren Website.

Förderungen für Ausbildungsbetriebe

Unternehmen, die in erheblichem Umfang von der Corona-Krise betroffen sind und ihr Ausbildungsengagement aufrechterhalten oder erhöhen, können verschiedene finanzielle Zuschüsse aus dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ beantragen.

Das Programm wurde im März 2021 deutlich verbessert und verlängert. Zu den bisherigen Maßnahmen hinzugekommen sind ein Lockdown-II-Sonderzuschuss für Kleinstunternehmen und ein Zuschuss zu externen Prüfungsvorbereitungskursen.

Weitere Informationen zu Fördervoraussetzungen und Antragstellung 

Förderungen für Musikinstrumentenbauer

Im Rahmen des Bundesprogramms NEUSTART KULTUR können Förderungen von bis zu 15.000 Euro für die Digitalisierung der Vertriebsstrukturen (z.B. zeitgemäße Hard- und Software, benutzerfreundlicher Webshop oder ansprechende Homepage bzw. einen Social-Media-Account) beantragt werden.

Wer kann einen Antrag stellen?

Antragsberechtigt sind:

  • Meisterbetriebe im Bereich des Musikinstrumentenbaus mit mind. 50.000 Euro Umsatzerlösen im Geschäftsjahr 2019, deren Gesamtumsatz sich zu mindestens 95 % aus dem Verkauf und Verleih von Musikinstrumenten und Musikequipment, sowie den damit korrespondierenden Dienstleistungen (u.a. Service, Reparaturen, Wartung, Beratungsleistungen) zusammensetzt.
  • stationäre Musikfachhändlerinnen und Musikfachhändler mit mind. 75.000 Euro Umsatzerlösen im Geschäftsjahr 2019, deren Gesamtumsatz sich zu mindestens 75 % aus dem Verkauf und Verleih von Musikinstrumenten und Musikequipment, ProAudio und Noten, sowie den damit korrespondierenden Dienstleistungen (u.a. Service, Reparaturen, Wartung, Beratungsleistungen) zusammensetzt.
  • stationäre Musikfachhändlerinnen und Musikfachhändler mit mind. 50.000 Euro Umsatzerlösen im Geschäftsjahr 2019 mit einem Ladengeschäft mit bis zu 150 m² Verkaufsfläche, deren Gesamtumsatz sich zu mindestens 75 % aus dem Verkauf von Tonträgern (physisch) zusammensetzt;
  • Hersteller und Manufakturen sowie Vertreiber von Musikinstrumenten, Musikequipment und ProAudio mit mind. 125.000 Euro Umsatzerlösen im Geschäftsjahr 2019, deren Gesamtumsatz sich zu mindestens 95 % aus dem Verkauf und Vertrieb von Musikinstrumenten und, Musikequipment und ProAudio, sowie den damit korrespondierenden Dienstleistungen (u.a. Service, Reparaturen, Wartung, Beratungsleistungen) zusammensetzt.
  • Musikverlage sowie der Großhandel mit Noten und Verlagsartikeln mit mind. 50.000 Euro Umsatzerlösen im Geschäftsjahr 2019, deren Gesamtumsatz sich zu mindestens 50 % aus der Herstellung, dem Vertrieb und dem Verkauf von Noten (Papiergeschäft) zusammensetzt.

Anträge können bis 30. Juni 2021 gestellt werden, die Umsetzungsfrist wurde bis 31. Dezember 2021 verlängert.

Wie funktioniert die Antragstellung?

Der Antrag wird online gestellt über das Antragsportal des Bundesprogramms NEUSTART KULTUR. Eingereicht wird neben der Projektbeschreibung auch ein Finanzierungsplan des Vorhabens, das bis zum 31. Dezember 2021 abgeschlossen und bis zum 31. März 2022 abgerechnet worden sein muss.

Meisterbetriebe müssen ihre Qualifikation mittels Meisterprüfungszeugnis nachweisen und ihren Eintrag in die Handwerksrolle (z.B. über die Handwerks- oder Gewerbekarte) bestätigen.

Abgelaufene Maßnahmen

Abgelaufene Fördermaßnahmen sind die Soforthilfe Corona, die Außerordentliche Wirtschaftshilfe (November- und Dezemberhilfe), die Überbrückungshilfen I & II und die Stabilisierungshilfe Corona.

Dabei gilt für die

Überbrückungshilfe II

  • Bis 31. Mai 2021 können noch Änderungsanträge gestellt werden.
  • Die Kontoverbindung lässt sich noch bis 30. Juni 2021 korrigieren.

 Weitere Informationen

Außerordentliche Wirtschaftshilfe (November- und Dezemberhilfe)

Bis 30. Juni 2021 können noch Änderungsanträge gestellt werden.

Die Korrektur der IBAN ist bis 31. Juli 2021 möglich.

 Weitere Informationen