Euro-Geldscheine aufgefächert
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Wirtschaftshilfe in der Corona-Krise

Corona-Krise: Staatliche Förderungen

Welche Zuschüsse Sie derzeit bekommen können und wie Sie sie beantragen

Für Unternehmen, die unter den Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung leiden, stellten und stellen Bund und Länder eine Reihe an Fördermöglichkeiten bereit. Welche davon noch aktuell sind, an wen sie sich richten und wie sie beantragt werden können, erfahren Sie im Folgenden.

Außerordentliche Wirtschaftshilfe (November- und Dezemberhilfe)

Die außerordentlichen Wirtschaftshilfen werden als einmalige Kostenpauschale ausgezahlt: als Zuschüsse von bis zu 75 Prozent des durchschnittlichen wöchentlichen Umsatzes im November 2019 anteilig für die Anzahl an Tagen der Schließung. Für Unternehmen, die nach dem 30. November 2019 gegründet worden sind, gilt der Vorjahresmonat (Oktober 2020) als Bezugsgröße oder der durchschnittliche Wochenumsatz seit Gründung als Bezugsgröße gewählt werden. Soloselbstständige können als Vergleichsumsatz alternativ zum wöchentlichen Umsatz im November 2019 den durchschnittlichen Wochenumsatz im Jahre 2019 zugrunde legen.

Andere staatliche Unterstützungen wie Kurzarbeitergeld oder Überbrückungshilfe, die für den Förderzeitraum November 2020 gezahlt werden, werden vom Erstattungsbetrag abgezogen.

Wer kann einen Antrag stellen?

Unternehmen, Betriebe, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen, die direkt, indirekt stark oder mittelbar von den coronabedingten Schließungen betroffen sind. Dabei gilt:

Direkt betroffen ist, wer gemäß der Corona-Verordnung seinen Geschäftsbetrieb einstellen muss.

Indirekt stark betroffen sind Unternehmen, die zwar nicht direkt von der Schließungsordnung betroffen sind, faktisch aber dennoch an der Ausübung ihres Geschäfts gehindert werden. Sie müssen nachweislich und regelmäßig 80 Prozent ihrer Umsätze mit direkt von den Schließungsmaßnahmen betroffenen Unternehmen erzielen. Ein Beispiel für ein indirekt stark betroffenes Unternehmen wäre z.B. eine Wäscherei, die vorwiegend für Hotels arbeitet.

Mittelbar betroffene Unternehmen dürfen ebenfalls einen Antrag stellen, wenn sie regelmäßig 80 Prozent ihrer Umsätze durch Lieferung und Leistungen im Auftrag von Unternehmen, die direkt von den Maßnahmen betroffen sind, über Dritte erzielen. Ein Beispiel für ein mittelbar betroffenes Unternehmen wäre z.B. ein Caterer, der über eine Veranstaltungsagentur eine Messe beliefert.

Wie funktioniert die Antragstellung?

Der Antrag auf die außerordentliche Wirtschaftshilfe darf nur mithilfe eines Steuerberaters, Rechtsanwalts oder Wirtschaftsprüfers gestellt werden. Solo-Selbständige, die nicht mehr als 5.000 Euro Förderung beantragen, können den Antrag selbst stellen – ohne prüfenden Dritten, sofern sie bisher noch keinen Antrag auf Überbrückungshilfe gestellt haben. Zwingend erforderlich für die Authentifizierung im Direktantrag ist ein ELSTER-Zertifikat.

Abgewickelt wird das Antragsverfahren über dieselbe Online-Plattform wie die Überbrückungshilfe. Dort muss sich der Rechtsbeistand in einem ersten Schritt akkreditieren.

Anträge für die Novemberhilfe können bis zum 31. Januar 2021 gestellt werden, Anträge für die Dezemberhilfe bis zum 31. März 2021.

Online-Antrag für Unternehmen

Direktantrag für Solo-Selbstständige

 Weitere Informationen

FAQ

Überbrückungshilfe II

Die Überbrückungshilfe II ist ein Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Die Höhe der Zuschüsse orientiert sich am Ausfall der Umsätze im Förderzeitraum September bis Dezember 2020:

  • 90 Prozent der Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch,
  • 60 Prozent der Fixkosten bei einem Umsatzrückgang von 50 bis 70 Prozent,
  • 40 Prozent der Fixkosten bei mehr als 30 Prozent Umsatzeinbruch.

Maßgeblich ist jeweils der Fördermonat im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat; bei Unternehmen, die zwischen dem 1. August 2019 und dem 30. April 2020 gegründet worden sind, gilt das Referenzzeitraum das dritte Quartal 2020.

Förderfähige Fixkosten ist beispielsweise Mieten und Pachten, Finanzierungskosten und ähnliche Kosten, die nicht umsatzabhängig sind.

Wer kann einen Antrag stellen?

Kleine und mittelständische Unternehmen sowie Soloselbstständige und Freiberufler, die von den Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung besonders stark betroffen sind.

Anträge können rückwirkend noch bis 31. März 2021 gestellt werden.

Wie funktioniert die Antragstellung?

Der Antrag darf nur mithilfe eines Steuerberaters, Rechtsanwalts oder Wirtschaftsprüfers gestellt werden. Abgewickelt wird er über die Online-Plattform uebrueckungshilfe-unternehmen.de.

FAQ zur Überbrückungshilfe II

Überbrückungshilfe III

Die Überbrückungshilfe ist ein Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Die konkrete Höhe der Zuschüsse orientiert sich wie bei der Überbrückungshilfe II am Rückgang des Umsatzes im Vergleich zum entsprechenden Monat des Jahres 2019:

  • Bei einem Umsatzrückgang von 30 bis 50 Prozent werden bis zu 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten erstattet.
  • Bei einem Umsatzrückgang von 50 Prozent bis 70 Prozent werden bis zu 60 Prozent der förderfähigen Fixkosten erstattet.
  • Bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 Prozent werden bis zu 90 Prozent der förderfähigen Fixkosten gezahlt.

Abschlagszahlungen bis maximal 100.000 Euro werden ab Februar ausgezahlt; die regulären Auszahlungen erfolgen im März 2021.

Der Förderzeitraum umfasst die Monate November 2020 bis Juni 2021.

Teil der Überbrückungshilfe III: Neustarthilfe für Soloselbstständige

Die Neustarthilfe ist eine Betriebskostenpauschale. Sie wird gezahlt, wenn der Umsatz des oder der Soloselbständigen während der siebenmonatigen Laufzeit (Dezember 2020 bis Juni 2021)  im Vergleich zu einem siebenmonatigen Referenzumsatz 2019  um mehr als 50 Prozent zurückgegangen ist. Sie beträgt einmalig 50 Prozent des Referenzumsatzes, aber maximal 7.500 Euro. Aufgrund ihrer Zweckbindung wird die Neustarthilfe nicht auf Leistungen der Grundsicherung angerechnet.

Wer kann einen Antrag stellen?

Antrags- und förderberechtigt sind alle Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 750 Millionen Euro, die in einem Monat einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019 erlitten haben. Sie können die Überbrückungshilfe III für den betreffenden Monat beantragen.

Die Neustarthilfe können all jene beantragen, die im Rahmen der Überbrückungshilfe III sonst keine weiteren Kosten geltend machen.

Anträge können voraussichtlich ab Februar und bis 30. Juni 2021 gestellt werden.

Wie funktioniert die Antragstellung?

Der Antrag darf nur mithilfe eines Steuerberaters, Rechtsanwalts oder Wirtschaftsprüfers gestellt werden. Abgewickelt wird er über die Online-Plattform uebrueckungshilfe-unternehmen.de.

Soloselbstständige, die Neustarthilfe beantragen, können über dieselbe Plattform direkt Anträge stellen und dazu das von der Steuererklärung bekannte ELSTER-Zertifikat nutzen.

Überblick über die Überbrückungshilfe III (Stand: 20.01.2021)

Weitere Informationen zur Überbrückungshilfe III

Sofortbürgschaften

Das Landeswirtschaftsministerium stellt gemeinsam mit der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg Sofortbürgschaften bereit.

Wer kann einen Antrag stellen?

Soloselbstständige, Freiberufler und Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten.

Wie funktioniert die Antragstellung?

Die Antragstellung kann auf zwei Wegen erfolgen:

1. Über das Portal  www.ermoeglicher.de

Bei positiver Prüfung erhalten Unternehmen eine elektronische Vorabzusage für eine Sofortbürgschaft in Höhe von 90 Prozent für einen Kredit bis zu 250.000 Euro der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg. Diese Vorabzusage wird direkt an ein Kreditinstitut nach Wahl zugeleitet.

2. Über die Hausbank

Die Hausbank beantragt eine Bürgschaft in Höhe von 90 Prozent für ein Darlehen bis zu 125.000 Euro. Für eine spätere weitere Finanzierung (bis max. 125.000 Euro) kann sie auf Wunsch 100 Prozent Bürgschaft erhalten.

Mezzanine-Beteiligungsprogramm

Das von Land und Bund gemeinsam umgesetzte Förderprogramm ergänzt das Hilfsprogramm „Start-up BW Pro-Tect“.

Wer kann einen Antrag stellen?

Start-ups oder mittelständische Unternehmen, denen aufgrund der Corona-Pandemie ein Finanzierungsbedarf entstanden ist.

Anträge können bis 30. Juni 2021 gestellt werden.

Wie funktioniert die Antragstellung?

Der Antrag wird direkt bei der L-Bank gestellt. Weitere Informationen, Merkblätter und Antragsformulare erhalten Sie auf deren Website.

Förderungen für Ausbildungsbetriebe

Kleine und mittelständische Unternehmen mit maximal 249 Beschäftigten (KMU), die in erheblichem Umfang von der Corona-Krise betroffen sind und ihr Ausbildungsengagement aufrechterhalten oder erhöhen, können seit August 2020 verschiedene finanzielle Zuschüsse beantragen.

Das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ enthält die folgenden Fördermaßnahmen

  • Ausbildungsprämien in Höhe von 2.000 bzw. 3.000 Euro für Betriebe, die trotz Corona-Krise stark ihr Ausbildungsniveau halten bzw. erhöhen,
  • Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung, wenn der Ausbildungsbetrieb Auszubildende und Ausbilder nicht mit in Kurzarbeit schickt,
  • Übernahmeprämien an Betriebe, die Auszubildende von insolventen Betrieben übernehmen, sowie die
  • Auftrags- und Verbundausbildung: Ist die Ausbildung pandemiebedingt nicht mehr möglich, kann befristet ein anderer Ausbildungsbetrieb hinzugezogen werden. Der übernehmende Betrieb erhält eine Prämie von 4.000 Euro pro Auszubildender/Auszubildendem.

Weitere Informationen zu Fördervoraussetzungen und Antragstellung

Abgelaufene Fördermaßnahmen sind die Soforthilfe Corona, die Überbrückungshilfe I und die Stabilisierungshilfe Corona.