Euro-Geldscheine aufgefächert
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Wirtschaftshilfe in der Corona-Krise

Corona-Krise: Staatliche Förderungen

Welche Zuschüsse Sie derzeit bekommen können und wie Sie sie beantragen

Für Unternehmen, die unter den Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung leiden, stellten und stellen Bund und Länder eine Reihe an Fördermöglichkeiten bereit. Welche davon noch aktuell sind, an wen sie sich richten und wie sie beantragt werden können, erfahren Sie im Folgenden.

Härtefallhilfen

Seit 19. Mai 2021 können Hilfen aus dem Härtefallfonds des Landes Baden-Württemberg beantragt werden. Ihre Höhe orientiert sich grundsätzlich an den förderfähigen Fixkosten der Überbrückungshilfe III des Bundes und soll im Regelfall 100.000 Euro nicht übersteigen. Auch die Unterstützung im Rahmen der Härtefallhilfen ist dabei an beihilferechtliche Grundlagen gebunden.
 

Wer kann einen Antrag stellen?

Unternehmen und Selbstständige, deren Existenz durch die Corona-Pandemie gefährdet ist und für die keine der anderen staatlichen Förderungen infrage kommen, können die Härtefallhilfen beantragen.

Anträge können für einen Zeitraum zwischen November 2020 und September 2021 gestellt werden.

Die Antragsfrist endet am 31. Oktober 2021.

Wie funktioniert die Antragstellung?

Der Antrag auf Härtefallhilfe darf nur mithilfe eines Steuerberaters, Rechtsanwalts oder Wirtschaftsprüfers gestellt werden. Abgewickelt wird er über die gemeinsame Antragsplattform der Länder haertefallhilfen.de.

Aus dem Antrag muss klar hervorgehen, inwieweit eine Existenzbedrohung des Unternehmens vorliegt, jedoch kein anderes, bestehendes Hilfsprogramm des Bundes, des Landes oder der Kommune in Anspruch genommen werden kann.

Eine vom Land Baden-Württemberg berufene Härtefallkommission begutachtet dann jeden Antrag individuell und entscheidet über die Gewährung und Höhe der Unterstützung.

 Weitere Informationen zur Beantragung der Härtefallhilfen in Baden-Württemberg

Überbrückungshilfe III (Plus)

Die Überbrückungshilfe ist ein Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Die konkrete Höhe der Zuschüsse orientiert sich wie bei der Überbrückungshilfe II am Rückgang des Umsatzes im Vergleich zum entsprechenden Monat des Jahres 2019:

  • Bei einem Umsatzrückgang von 30 bis 50 Prozent werden bis zu 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten erstattet.
  • Bei einem Umsatzrückgang von 50 Prozent bis 70 Prozent werden bis zu 60 Prozent der förderfähigen Fixkosten erstattet.
  • Bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 Prozent werden bis zu 90 Prozent der förderfähigen Fixkosten gezahlt.

Der Förderzeitraum der Überbrückungshilfe III umfasst die Monate November 2020 bis Juni 2021. Die Überbrückungshilfe III Plus umfasst die Monate Juli bis September 2021.

Land ergänzt Förderung mit Pauschalbetrag

Das Land Baden-Württemberg gewährt einen fiktiven Unternehmerlohn pauschal mit einem Festbetrag in Höhe von 1.000 Euro pro Monat für den Zeitraum Januar bis September 2021, sofern ein Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019 vorliegt. Im Gegensatz zur Überbrückungshilfe I und II ist der fiktive Unternehmerlohn nicht mehr nach Höhe des Umsatzeinbruchs gestaffelt.

Teil der Überbrückungshilfe III (Plus): Neustarthilfe (Plus) für Soloselbstständige

Die Neustarthilfe ist eine Betriebskostenpauschale. Sie wird gezahlt, wenn der Umsatz des oder der Soloselbständigen während der siebenmonatigen Laufzeit (Dezember 2020 bis Juni 2021)  im Vergleich zu einem siebenmonatigen Referenzumsatz 2019  um mehr als 50 Prozent zurückgegangen ist. Sie beträgt einmalig 50 Prozent des Referenzumsatzes, aber maximal 7.500 Euro. Aufgrund ihrer Zweckbindung wird die Neustarthilfe nicht auf Leistungen der Grundsicherung angerechnet.

Die Neustarthilfe Plus wird als monatlicher Vorschuss in Höhe von maximal 4.500 Euro für Soloselbstständige und Ein-Personen-Kapitalgesellschaften und von maximal 18.000 Euro für Mehr-Personen-Kapitalgesellschaften und Genossenschaften für die Monate Juli bis September 2021 ausgezahlt.

 Weitere Informationen zur Neustarthilfe und Neustarthilfe Plus

Wer kann einen Antrag stellen?

Antrags- und förderberechtigt sind alle Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 750 Millionen Euro, die in einem Monat einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019 erlitten haben. Sie können die Überbrückungshilfe III für den betreffenden Monat beantragen.

Die Neustarthilfe können all jene beantragen, die im Rahmen der Überbrückungshilfe III sonst keine weiteren Kosten geltend machen. Direktanträge für die Neustarthilfe Plus sind ab 16. Juli 2021 möglich. 

Anträge können bis 31. Oktober 2021 gestellt werden.

Wie funktioniert die Antragstellung?

Der Antrag darf nur mithilfe eines Steuerberaters, Rechtsanwalts oder Wirtschaftsprüfers gestellt werden. Abgewickelt wird er über das die Online-Plattform uebrueckungshilfe-unternehmen.de integrierte Portal BMWI ÜBERBRÜCKUNGSHILFE.

Soloselbstständige, die Neustarthilfe(Plus) beantragen, können über dieselbe Plattform direkt Anträge stellen und dazu das von der Steuererklärung bekannte ELSTER-Zertifikat nutzen.

Seit 27. April 2021 können Änderungsanträge gestellt werden. Außerdem haben Unternehmen und Soloselbstständige die Möglichkeit, zum Zeitpunkt der Schlussabrechnung nachträglich zwischen Neustarthilfe und Überbrückungshilfe III zu wählen.

Anträge für den fiktiven Unternehmerlohn können seit 18. Mai 2021 im Rahmen der Antragstellung auf Überbrückungshilfe III über die Plattform des Bundes gestellt werden. 

Die Ergänzung des fiktiven Unternehmerlohns im Antragsverfahren für die Überbrückungshilfe III Plus wird voraussichtlich im September 2021 zur Verfügung stehen. Wurde die Überbrückungshilfe III bereits bewilligt, kann der fiktive Unternehmerlohn auch nachträglich über einen Änderungsantrag beantragt werden.

Weitere Informationen zur Überbrückungshilfe III (Plus)

Sofortbürgschaften

Das Landeswirtschaftsministerium stellt gemeinsam mit der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg Sofortbürgschaften bereit.

Wer kann einen Antrag stellen?

Soloselbstständige, Freiberufler und Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten.

Wie funktioniert die Antragstellung?

Die Antragstellung kann auf zwei Wegen erfolgen:

1. Über das Portal  www.ermoeglicher.de

Bei positiver Prüfung erhalten Unternehmen eine elektronische Vorabzusage für eine Sofortbürgschaft in Höhe von 90 Prozent für einen Kredit bis zu 250.000 Euro der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg. Diese Vorabzusage wird direkt an ein Kreditinstitut nach Wahl zugeleitet.

2. Über die Hausbank

Die Hausbank beantragt eine Bürgschaft in Höhe von 90 Prozent für ein Darlehen bis zu 125.000 Euro. Für eine spätere weitere Finanzierung (bis max. 125.000 Euro) kann sie auf Wunsch 100 Prozent Bürgschaft erhalten.

Förderungen für Ausbildungsbetriebe

Unternehmen, die in erheblichem Umfang von der Corona-Krise betroffen sind und ihr Ausbildungsengagement aufrechterhalten oder erhöhen, können verschiedene finanzielle Zuschüsse aus dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ beantragen.

Das Programm wurde im März 2021 deutlich verbessert und verlängert. Zu den bisherigen Maßnahmen hinzugekommen sind ein Lockdown-II-Sonderzuschuss für Kleinstunternehmen und ein Zuschuss zu externen Prüfungsvorbereitungskursen.

Weitere Informationen zu Fördervoraussetzungen und Antragstellung

Abgelaufene Maßnahmen

Abgelaufene Fördermaßnahmen sind die Soforthilfe Corona, die Außerordentliche Wirtschaftshilfe (November- und Dezemberhilfe), die Überbrückungshilfen I & II, die Stabilisierungshilfe Corona, das Mezzanine-Beteiligungsprogramm und die Förderungen für Musikinstrumentenbauer.

Dabei gilt für die

Außerordentliche Wirtschaftshilfe (November- und Dezemberhilfe)

Die Korrektur der IBAN ist bis 31. Juli 2021 möglich.

 Weitere Informationen