Der Vorstand der Handwerkskammer Konstanz (v.l.): Thomas Kaiser (Waldshut-Tiengen), Präsident Gotthard Reiner (Deilingen), Ralf Rapp (Rottweil), Carola Kunturis (Mühlhausen-Ehingen), Jürgen Faden (Vizepräsident Selbstständige, Konstanz), Arbeitnehmer-Vizepräsident Claus Aberle (Radolfzell), Manfred Brendel (Villingen-Schwenningen), Bernd John (Villingen-Schwenningen) und Armin Schumacher (Spaichingen).
Handwerkskammer Konstanz
Der Vorstand der Handwerkskammer Konstanz (v.l.): Thomas Kaiser (Waldshut-Tiengen), Präsident Gotthard Reiner (Deilingen), Ralf Rapp (Rottweil), Carola Kunturis (Mühlhausen-Ehingen), Jürgen Faden (Vizepräsident Selbstständige, Konstanz), Arbeitnehmer-Vizepräsident Claus Aberle (Radolfzell), Manfred Brendel (Villingen-Schwenningen), Bernd John (Villingen-Schwenningen) und Armin Schumacher (Spaichingen).

Claus Aberle ist neuer Vizepräsident der Arbeitnehmer

Vollversammlung der Handwerkskammer Konstanz in Singen

Claus Aberle ist neuer Arbeitnehmer-Vizepräsident der Handwerkskammer Konstanz. Die Vollversammlung wählte den 55-jährigen Kfz-Mechatroniker und Betriebsratsvorsitzenden aus Radolfzell gestern in der Bildungsakademie Singen einstimmig zum Nachfolger des im November letzten Jahres verstorbenen Meinrad Schmidt. Einstimmig fiel auch die Wahl von Manfred Brendel, Kfz-Meister aus Villingen-Schwenningen, als Arbeitnehmervertreter in den Vorstand der Handwerkskammer aus.

Meisterbrief nicht gefährden

Handwerkskammerpräsident Gotthard Reiner gratulierte den beiden Arbeitnehmervertretern zur Wahl und wies auf die zahlreichen Aufgaben der Vollversammlung als oberstem Entscheidungsgremium der Handwerkskammer hin. Angesichts weltweit wachsender Herausforderungen müsse sich das Handwerk weiter für freien Handel und offene Märkte einsetzen, sich auch in sicherheitspolitisch schwierigen Zeiten klar zur Europäischen Union bekennen und seinen Teil zu einem wettbewerbsfähigen und starken Deutschland beitragen. Ein Grundpfeiler dieser Wettbewerbsfähigkeit sei die berufliche Bildung, die weiter gestärkt und deren Qualifikationsstrukturen erhalten werden müssten, so Reiner.

 

Deutliche Kritik übte er in diesem Zusammenhang am neuen Dienstleistungspaket der EU: Vor allem der darin enthaltene Richtlinienvorschlag zur Überprüfung der Verhältnismäßigkeit von Berufsreglementierungen sei ein großes Ärgernis für das Handwerk. „Dadurch könnte die Meisterpflicht wieder einmal auf dem Spiel stehen“, sagte Reiner. Der Vorschlag sei ein Eingriff in die Souveränität der Mitgliedstaaten – das hätten Bundestag und Bundesrat in ihren jüngst verabschiedeten Subsidiaritätsrügen bestätigt.

Positionen zur Bundestagswahl verabschiedet

Um sich auf allen Ebenen für die Anliegen des Handwerks und eine mittelstandsfreundliche Politik einsetzen zu können, verabschiedete die Vollversammlung auch ein kürzlich vom Zentralverband des Deutschen Handwerks vorgestelltes Positionspapier zur Bundestagswahl. Unter dem Motto „Zusammenhalten – Zukunft gestalten“ fordert das Handwerk darin angesichts des umfassenden und sich beschleunigenden Wandels aller Lebensbereiche eine verlässliche, chanceneröffnende und zukunftsfeste Ausrichtung der Politik. Schwerpunkte sind beispielsweise im Bereich Digitalisierung die flächendeckende Breitbandversorgung und der Aufbau einer modernen digitalen Bildungsinfrastruktur. Sozialpolitisch wird unter anderem die Einführung einer Altersvorsorgepflicht für alle Selbständigen mit Wahlfreiheit bei der Durchführung gefordert, während in der Bildungspolitik ein Schwerpunkt auf der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung liegt, wozu unter anderem die Bildungsstätten des Handwerks weiter vorangebracht werden sollen.

Handwerk wirbt neu um Jugendliche

Das große Thema Nachwuchsgewinnung geht die Handwerkskammer auch mithilfe in der bundesweiten Imagekampagne an. Die will Jugendlichen bei der Berufswahl jetzt so weit wie möglich entgegenkommen und wirbt unter dem Motto #einfachmachen für die Möglichkeit, sich im Handwerk auszuprobieren und die Vielfalt handwerklicher Ausbildungsberufe zu entdecken. Hauptgeschäftsführer Georg Hiltner stellte der Vollversammlung die neue Kampagne vor und warb für einen breiten Einsatz auch bei der Nachwuchsakquise der Betriebe: „Für Erwachsene mag die Botschaft vom Ausprobieren vielleicht befremdlich klingen, aber bei Jugendlichen trifft sie genau den Nerv: Sie macht Mut und zeigt, dass die Berufswahl auch Spaß machen kann. Das bietet beiden Seiten gute Voraussetzungen“, so Hiltner.



Das Positionspapier des Handwerks zur Bundestagswahl 2017 „Zusammenhalten – Zusammen gestalten“ steht unter www.zdh.de zum Download bereit.

Mehr über die Imagekampagne des deutschen Handwerks ist unter handwerk.de zu erfahren.