Ausbildung
Falk Heller/argum

Auf die Plätze, fertig, los

Mit den Tipps unserer Experten jetzt Vollgas bei der Nachwuchswerbung geben

Neues Jahr und noch kein neuer Azubi in Sicht? Dann sollten Betriebe Vollgas geben, rät Julia Kuppel vom Team für Nachwuchswerbung der Handwerkskammer Konstanz. „In den letzten Jahren werden Lehrverträge immer frühzeitiger unter Dach und Fach gebracht. Gerade die besonders motivierten Jugendlichen sind längst auf der Suche“, sagt die Expertin. Wer also noch keinen geeigneten Kandidaten im Auge hat, sollte dringend Ausschau halten – und die folgende kleine Checkliste abarbeiten:

1. Stelle online gestellt?

Als ersten Schritt empfiehlt Julia Kuppel einen Eintrag in die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer: „Das ist eine seriöse Adresse und für unsere Mitgliedsbetriebe kostenfrei.“ Unter www.hwk-konstanz.de/lehrstellenboerse können seit einiger Zeit auch Zusatzangebote oder Besonderheiten des Betriebs wie beispielsweise eine VORAUS-Zertifizierung erfasst werden. Das Stellenangebot wird zusätzlich in der App „Lehrstellenradar“ angezeigt, die Jugendliche zur mobilen Suche nach Ausbildungsplätzen nutzen. Und schließlich nehmen die Nachwuchswerber der Handwerkskammer die Angebote mit auf die zahlreichen Job- und Ausbildungsmessen in der Region.

2. Messestand gebucht?

Apropos Messen: „Sie bieten nach wie vor gute Möglichkeiten, um direkt mit den Jugendlichen und ihren Eltern in Kontakt zu kommen“, sagt Julia Kuppel. Betriebe und Innungen sollten also über die Chancen eines Messeauftritts nachdenken. „Ein eigener Stand mag für einen einzelnen Betrieb schwer zu bespielen sein, aber in Kooperation mit anderen Betrieben oder als Innung lässt sich das gut stemmen“, so die Expertin.

Der Kostenaufwand für die Gestaltung ließe sich zudem im Rahmen halten, wenn man statt auf aufwändige Aufbauten auf persönliche Kontakte und praxisnahe Mitmachaktionen setze: „Als Handwerksbetrieb kann man wunderbar zeigen, was man tut und wofür man steht. Das überzeugt mehr als jeder durchdesignte Stand“, so Kuppel.

Wer seinen Betrieb bei einer Messe oder einem Berufsorientierungstag in Position bringen will, sollte schnellstmöglich einen Platz buchen. Die Saison beginnt nämlich schon im März zu den Messeterminen

3. Azubis geschult?

Die eigenen Azubis machen die beste Werbung für Ihr Unternehmen - deswegen sollten Sie sie gut auf den Messeauftritt vorbereiten: „Die eigenen Auszubildenden sind die eigentlichen Experten für Nachwuchswerbung. Schließlich sind sie an der Zielgruppe am nächsten dran und können authentisch über ihren Beruf berichten“, sagt Julia Kuppel. Perfekt als Vorbereitung ist eine Schulung zum Ausbildungsbotschafter, die die Handwerkskammer regelmäßig anbietet. Damit können Azubis dann auch in Schulen zum Einsatz kommen und beispielsweise im Rahmen von Bildungspartnerschaften für ihre Berufe und Betriebe die Werbetrommel rühren – und das möglichst nicht erst kurz vor dem Start ins neue Ausbildungsjahr. „Nachwuchswerbung ist ein langfristiger Prozess und setzt ein enges Geflecht aus Kontakten und Begegnungen voraus – von der positiven Mund-zu-Mund-Propaganda bis zum gelungenen Schulpraktikum. Daran sollte man kontinuierlich arbeiten“, so der Rat der Expertin.

4. Unterstützung geholt?

Wer dabei Unterstützung brauche, könne sich gerne an die Handwerkskammer wenden: „Wir können zwar keine Lehrlinge herbeizaubern, aber wie man Jugendliche überzeugen kann: Das wissen wir!“