Aaron Weisser
Handwerkskammer Konstanz
Aaron Weisser arbeitet im Familienbetrieb Rolf Weisser GmbH in Schramberg als Steinmetz.

Auf dem Weg zur Europameisterschaft

Aaron Weisser aus Schramberg arbeitet als Steinmetz in einem der ältesten Handwerksberufe der Welt

Aaron, du bist im Herbst bei der Europameisterschaft in Budapest dabei. Wie kam es dazu?

„Ich wollte eigentlich erst zur Weltmeisterschaft im vergangenen Oktober gehen, bin aber herausgefallen, weil ich ein Jahr zu alt war. Kurz darauf rief mich Steinmetz-Bundestrainer Aaron Knust an und fragte mich, ob ich Lust und Zeit hätte für die Europameisterschaft. „Klar, ich habe nur einmal die Chance im Leben“, habe ich ihm gesagt. Er meinte, dass es für Deutschland mal wieder gut wäre, einen Europameister zu haben. Ich gebe alles dafür. Ich gehe dort hin, um zu gewinnen.“

 Sicher benötigt ein solcher Wettkampf viel Training. Wie wirkt sich das auf deine Meistervorbereitung aus?

„Ich habe jetzt Teil eins und Teil zwei der Meisterprüfung absolviert. Teil drei und Teil vier schiebe ich wegen der Europameisterschaft noch hinaus.  Diese kann man dann in einem Vollzeitkurs über eineinhalb Monate oder Teilzeit am Wochenende abschließen. Ich schätze, ich werde meinen Meister Anfang des nächsten Jahres in der Tasche haben.“

Was gab den Ausschlag für dich, den Meister zu machen?

„Ich bin 2016 beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks (PLW) zum 1. Bundessieger im Beruf Steinmetz gekürt worden. Daraus ergab sich ein Stipendium, das ich für meine Weiterbildung zum Meister genutzt habe. Für mich ist der Meister allerdings eine Grundbedingung, weil ich den Betrieb meines Vaters übernehmen und in naher Zukunft weiterführen will.“

Ist der Meister auch für Handwerker etwas, die keinen Betrieb übernehmen werden?

„Ich würde es auf jeden Fall empfehlen, den Meister zu machen, da Weiterbildung nie schlecht ist. In dem Beruf, den man ausübt, sollte man eine Weiterqualifikation anstreben. Sich zu verbessern, ist das Ziel eines jeden Handwerkers. Wenn man Angestellter in einem Betrieb ist, hat man bessere Führungspositionen und hat Angestellte unter sich. Das bildet dich weiter, du wirst reifer und ein bisschen mehr Geld gehört auch noch dazu.“

Du hast deinen Meister gleich im Anschluss an die Lehre begonnen. Was rätst du Gesellen, die sich damit noch ein bisschen Zeit lassen wollen?

„Man kann nach seiner Lehre auf eine Walz gehen, die bis zu vier Jahre dauern kann. Erst in Deutschland verschiedene Betriebe kennenlernen, dann ins Ausland gehen. Es gibt viele Bauprojekte, an denen man mitwirken kann; die Grabeskirche in Jerusalem wurde zum Beispiel erst restauriert. Dann kann man irgendwann, wenn man in der Rente ist, zu seinen Enkelkindern sagen: „Guck, da habe ich mal gearbeitet“. Das sind Erinnerungen, die bleiben. Der Stein überdauert die Zeit.“

Bitte vervollständige: Arbeit mit den Händen macht mir Spaß, weil ….

„… ich beim Steinmetzberuf genau sehe, dass aus dem Rohblock nach Stunden voller Arbeit ein Kunstwerk rauskommt. Deshalb macht mir das Arbeiten Spaß.“

Traumberuf Steinmetz: Aaron Weisser im Interview